Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
Bild Gerhard Auth
Das Jägerkreuz
  Die Gedenkkreuze in der Neustädter Flur 

 

 

Kreuze aus dem Mittelalter sind in der Neustädter Flur nicht mehr aufzufinden. Die zahlreichen Kriege, Plünderungen oder Bilderstürmerei der Reformationszeit (16. Jahrhundert) mögen dazu beigetragen haben. Was uns auf den Straßen und Fluren begegnet, sind Kreuze der Neuzeit, vor allem solche aus der Zeit von der Mitte des 17. bis zur Mitte des 18. Jahrhundert. Diese Kreuze sind Ausdruck einer vertieften Volksfrömmigkeit, wie sie damals im Zuge der katholischen Reform von Seiten der kirchlichen Obrigkeit gefördert wurden.

 

 

Die Liste der Gedenkkreuze:

 

Das Gedenkkreuz in der Waldabteilung Gaiberg

Text von Gerhard Auth

Beim Brennholzeinschlag für den eigenen Bedarf in der Waldabteilung Gaiberg, auf der Höhe des Campingplatzes, ist der Krankenpfleger Rüdiger Heller sehr schwer verunglückt.

Trotz des sofort herbeigerufenen Notarztes und des Rettungshubschraubers, der den Verletzten in eine Würzburger Klinik brachte, ist der Verletzte, der am 31. Mai 1938 geboren wurde, noch am selben Nachmittag, den 14. Februar 1987 in der Würzburger Klinik an den erlittenen Verletzungen verstorben.

 

 

Das Gedenkkreuz am Gaiberg, auch Jägerkreuz genannt

Text von Gerhard Auth

Fast auf der Höhe des Gaibergs im Buchenhochwald steht ein steinernes Kreuz. Mitfühlende Menschen haben es errichtet und folgende Inschrift in den Stein meißeln lassen:

1737 DEN 16.OKTOB

IST DURCH EINEN UNVERSEHENEN FLINTENSCHUSS GEDROFFEN HIR VERSCHEDEN

LUTWIG BECHDOLT CLOSTER NEUSTETTISCHER JEGER

Am Fuße des senkrechten Kreuzbalkens ist das Neustadter Klosterzeichen eingehauen.

 

 

Gedenkkreuz eines Holzfällerunfalls in der Waldabteilung Winterleite

Text von Gerhard Auth

Im Kirchenbuch der Pfarrei Neustadt am Main steht folgender Eintrag:

Johann Wolf + 23.11.1758, 35 Jahre alt, Unfall beim Holzfällen.

Nach diesem Eintrag hat sich folgendes zugetragen.

Am 23.11.1758 waren Waldarbeiter dabei, in der Waldabteilung Winterleite Holzeinschlag durchzuführen. Beim Fällen einer Buche, so lautet der Eintrag, wurde von einem daneben stehenden Baum ein Ast mit abgerissen. Der Ast stürzte herunter und verletzte den Waldarbeiter Johann Wolf, 35 Jahre alt, sehr schwer am Hinterkopf. Der Verletzte wurde von der Arbeitsgruppe zur Hilfeleistung zum Forsthaus Margarethenhof gebracht, von wo aus ein Arzt und Pfarrer herbeigerufen wurden. Als die beiden dort eintrafen war der Verletzte bereits an den schweren Unfallfolgen verstorben.

 

 

Das Gedenkkreuz der Familie Koenig am Mittelberg

Text von Gerhard Auth

Im Kirchenbuch der Pfarrei Neustadt am Main steht folgender Eintrag:

Johann Koenig + 21.11.1855, Alter 25 Jahre und 2 Monat, 2.00 Uhr tödlich verunglückt durch Wagensturz.

Zwei Brüder aus der Familie Koenig, Neustadt, Haus Nr. 52, waren damit beschäftigt, das in der Waldabteilung Mittelberg-Holz geschlagene Holz, an den Holzabfuhrweg zu transportieren. Hierzu wurde ein Fuhrwerk benutzt. Während der eine von den Brüdern die Lenkung des Wagens übernahm, mußte der andere (Johann Koenig) die Schleif bedienen. Da das Gelände dort sehr uneben und hängig ist, wurde das Fuhrwerk vermutlich zu schnell. Daraus kann gefolgert werden, daß der Wagenlenker durch Lenkmanöver die Geschwindigkeit abfangen wollte, wobei der Wagen umkippte. Bei diesem Vorgang wurde Johann Koenig, der die Schleif bediente, erdrückt.

 

 

Das Gedenkkreuz aus Eisen für die Opfer eines Flugzeugabsturzes

Text von Gerhard Auth

Am 11. Mai 1990 ist ein Luftwaffenflugzeug, eine Transall, im Bereich vom Margarethenhof, auf Rodenbacher Gemarkung, abgestürzt.

Wegen ungünstiger Sichtverhältnisse überflog das Flugzeug in nur geringer Höhe den Lohrer Talkessel. Beim Einflug in den Spessart bekam die Maschine durch das stark ansteigende Gelände Baumberührung. Bei diesem Vorgang wurde das Flugzeug schwer beschädigt, stürzte ab und zerbrach in mehrere Teile.

Beim Absturz kamen alle 10 Soldaten ums Leben.

 

 

Das Gedenkkreuz am Kupp

Text von Gerhard Auth

In der Nacht vom Samstag, den 06.02. auf Sonntag, den 07.02.1993, kurz nach Mitternacht, verunglückte der ledige Stefan Hinteregger aus Neustadt, geboren am 18.06.1968 in Wertheim, mit seinem Auto auf der Fahrt von Rothenfels nach Neustadt tödlich.

Zur Erinnerung an diesen tragischen Unfall wurde von den Angehörigen an der Unfallstelle bei KM 10.07, zwischen Neustadt und Rothenfels, unterhalb vom „Kupp“, auf der Bahndammböschung ein Gedenkkreuz errichtet.


 

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