Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
Es ist vollbarcht
Das Kreuz im Friedhof auf dem Michaelsberg
  Hintergrund-Informationen zu Gedenkkreuzen 

 

 

Die Steinkreuzforschung unterscheidet heute zwischen Steinkreuzen und Hochkreuzen.

Hochkreuze, auch Feld- oder Flurkreuze sind mehrheitlich mit einem Kruzifix versehen und gehen fast immer auf einen oder mehrere Stifter zurück. Selten sind sie älter als 300 Jahre. In der Sockelinschrift sind neben einem religiösen Spruch durchwegs die Namen der Stifter eingehauen.

 

Die Maße der kleineren Steinkreuze ist recht unterschiedlich. Ihre Höhe bewegt sich zwischen 40 und selten 150 cm, wobei der Mittelwert bei etwa 80 cm liegt. Etwa 80% aller Steinkreuze sind unregelmäßig, teilweise auffallend asymmetrisch zugehauen.

 

Die Errichtung von Kreuzen geht bis in das Frühe Mittelalter (um 500) zurück. Damals trat das christliche Kreuz an die Stelle der heidnischen Weihesteine, die dazu bestimmt gewesen waren, böse Geister zu bannen. Oft wurden dabei Kreuze aus Holz oder Stein an die Stellen der Weihekreuze gesetzt. Nicht mehr den heidnischen Göttern, sondern dem stärkeren Gott wurde die Abwehr der alten Dämonen anvertraut. Kreuze am Wege konnten im Mittelalter aber auch noch andere Funktionen haben. So gab es sogenannte Sühnekreuze, deren Aufstellung einem Mörder oder Totschläger von einem kirchlichen Gericht zur Sühne seiner Untat auferlegt wurde. Verbreitet waren auch Kreuze, die Grenzen von Herrschaftsbezirken markierten, und mit denen man gleichzeitig um den Schutz Gottes für die Bezirke bat.

 

Die Kreuze der Barockzeit (1600 bis 1750) wurde aus anderen Beweggründen heraus gestiftet, als die Kreuze des Mittelalters. Die Furcht der Menschen vor Dämonen war weitgehend gewichen. Grund für die Errichtung war nun etwa ein Gelübde, der Dank für ein wichtiges Geschehen oder die Errettung aus einer Notlage wie Krieg, Krankheit, Seuche oder Lebensgefahr. Diese sog. Votivkreuze errichtete man, wie aus ihren Inschriften hervorgeht, „zur Ehre Gottes“, „zur Ehre des bitteren Leidens Jesu“, oder „zu Ehren der schmerzhaften Muttergottes“ usw. Nicht selten wurden Kreuze von einer der zahlreichen geistlichen Bruderschaften, die in dieser Zeit bestanden, gestiftet

 

Neben den Votivkreuzen gab es Gedenkkreuze. Gedenkkreuze sind Male der Erinnerung an einen Toten, der durch einen Unglücksfall oder durch Gewalt sein Leben verlor. Da die betreffende Person unvorbereitet gestorben war, sollte auf diese Weise zum Gebet für das Seelenheil aufgefordert werden.

 

 

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