Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
Wappen Kloster Neustadt
Das Wappen vom Kloster Neustadt
  Besitzstand des Klosters im Jahre 1615 

Erstellt am 01.09.2005

 

 

Aus Heimatland Jahrgang 19, 1960, Nr. 6

Nach Aufzeichnungen von Franz Schuhmann, Lohr.

Zusammengestellt von Karl Josef Barthels, Pfarrer in Pflaumheim.

 

Nachstehende Übersicht ist entnommen dem Kloster Neustadter Urbar C, fol. 394 ff. im Fürstlich-Löwenstein-Wertheim- Rosenbergischen Archiv zu Wertheim.

 

"Auf Befehl des Hochwürdigen Fürsten und Herrn, Herrn Julius, Bischofs zu Würzburg und Herzogs zu Franken, sind des Klosters zu Neustadt Feldgüter wie auch dessen zugehörige Höfe, deren jedwede Äcker, Wiesen, Weinberge, Gärten, Gehülze und alles andere durch die von Ihrer Fürstlichen Gnade abgeordneten geschworenen Messer abgemessen und wie sich ein jedes der Ruthen Zahl nach, deren 160 für 1 Morgen, die Ruthen aber zu 13 Schuh gerechnet, befunden, unterschiedlich verzeichnet worden. Im Beisein Herrn Fr. Andreas, damals Pfarrherrs zu Karbach angefangen, den 9. April 1615":

 

Zu N e u s t a d t gehörten dem Kloster rund 56 Morgen Äcker, 13 Morgen Weingärten, 135 Morgen Wiesen, 19 Morgen Krautgärten und 1732 Morgen Wald.

 

Zu Er la c h : 200 Morgen Äcker, 14 Morgen Weingärten, 234 Morgen Wiesen, 27 Morgen Gärten, 2412 Morgen Wald, über 1. Morgen Rauhesgefäll.

 

Zu P f l o x b a c h ist der Klosterhof Andreas Heidenfelder Hoffbawern, wie auch Klosterschultheissen daselbsten verliehen umb 6 Malter Korn und 5 Malter Habern davon zu entrichten; und haben bey demselben in Messung sich nachgesetzte Gütter, so richtig versteint sind, befunden: Rund 34 Morgen Äcker, 47 Morgen Wiesen, 1/2 Morgen Krautgarten, 42 Morgen Gehülz; seint aber die Holtzschläg sammetlich sehr bös, bloss und steinicht und kann es jetzo anderst nicht denn zu Prennholtz gebraucht werden. 3/4 Morgen Weinberg sind dem Klosterhoff nit einverleibt, sondern wird jährlichen zu bawen dem Hoffbawer vom Kloster aus umb 4 1/2 fl. verlehnet. Dazu gehört auf Sendelbacher Markung 1/2 Morgen Acker und 20 Ruthen Krautgarten.

 

Der Klosterhoff zu W a l d z e l l wird in allem von dem Kloster aus uff dessen Kosten gebawt, welcher durch des Herrn Prälaten Vetter als einen Sackbawern bestellt wird, derselbe auch mit einem Weib, Kindern und anderen Ehehalten vom Kloster aus jährlich besoldet wird. Und haben sich in Messungen nachvolgende darein gehörende Gütter befunden: 272 Morgen Äcker, darunter auf Ansbacher, Hausener und Steinfelder Marckhung und 16 1/2 Morgen Acker vom Kloster neu angekaufft von dem Junkherrn Voiten (von Rieneck) zu Urspringen. Ferner 20 Morgen Wiesen, 3 Morgen Krautgarten, 31 Morgen Gehülz.

 

Der Klosterhoff zu O n s p a c h, so in 2 Theil getheilt, gibt Zehnt von allerlei Früchten dem Herrn Pfarrer von Urspringen und Herrn Pfarrer zu Steinfeld. Sind uff diesem Hoff zween Hoffbawern nahmens Caspar Müller und Caspar Knodler und geben jährlichen von dem Hoff miteinander 30 Malter Korn, 14 Malter Habern und 4 Metzen Erbsen. Haben sich hierbey in Messung nachvolgende Gütter befunden: 333 Morgen Äcker, 32 Morgen Wiesen, 3 Morgen Krautgarten, 22 Morgen Gehülz. (Es handelt sich dabei um das) Dannenholz am Braunsbusch, so lange Zeit strittig gewesen. Dann obgleich von den alten Hoffbawern wie auch annitzo es allzeit dafür gehalten worden, dass dieser Braunsbusch ganz zu des Klosters Hoff Onspach ebenmäßig wie die Braunsellern zu dem Hoff Waldzell gehörig, so ist doch derselbe von denen Benachbarten zu ermeldtem Onspach strittig gemacht und endlichen durch die gnädigen Würtzburgischen abgeordneten Herren Räth dohin gemittelt worden, dass obberührter Halbtheil als 21 1/2 Morgen dem Kloster und der andere Halbtheil so viel der Gemeindt zu Onspach verbleiben solle. Wird solches nochmals zu Ihrer Fürstlichen Gnaden Ratification unterthänigst registrirt.

 

Der Klosterhoff in H a w e n l o h r ist Anno 1606 Hanns Endressen doselbsten durch den Herrn Prälaten eilff Jahre lang verg Bestandsbrieff verliehen worden. Soll jährlichen davon dem Kloster lieffern 22 Malter Korn, 12 Malter Habern, 1/2 Malter Erbsen, alles Rodenuelsser Mas. Item 100 Eyer, 1 Vastnachtshun mit seinen Rechten, 1 Weissung oder Christweck uff Weihnachten. Dargegen hat der Hoffbawer den 2. Theil des kleinen Zehents als Hew, Krauth, Flachs, Hanff, Obst, Rüben und dgl. uff Howenlohrer Marckhung einzunehmen, aussgenommen ahn lebendigem Zehent, so ins Kloster gelieffert werden muss. Und haben sich in Messung nachvolgende dareingehörige Gütter befunden: 121 Morgen Äcker, 34 1/2 Morgen Wiesen, über 1 Morgen Garten und etwas über 12 Morgen Gehülz uffm Eichholtz.

 

Der Klosterhoff zum E i n s i d e l ist anno 1601 durch den Herrn Prälaten dem Valtin Rodenbüchern Hoffbawern uff 12 Jahr lang verliehen worden. Gibt jährlich dem Kloster davon 5 Malter Korn, 3 Malter Habern, 3 Vastnachtshünner mit ihren Rechten und uff Klosters Kirchweyhung 100 Eyer; item den Lämmerzehent und so viel, wie an Rindern, Schwein, Schaffen und Kalben sowolen auch vom wilden Gestüt vom Kloster jährlich uff den Hoff eingeschlagen würdt, ist solches der Hoffbawer mit den Seinigen unter Dachung zu halten wie auch ebenmässig 6 Stier uff seine Kosten ausszuwintern schuldig. Dann muss er den Atz tragen von denjenigen, so von des Klosters wegen dohin gelangen.. Und haben sich bey solchem Hoff in Messung nachvolgende Gütter befunden: 91 Morgen Äcker, 100 Morgen Wiesen, 4 Morgen der Untersee, 2 Morgen der Obersee, 2 3/4 Morgen Garten und an Gehülz die Gerechtigkeit im Spesshardt.

 

Der Klosterhoff in S t. M a r g a r e t h e n, so mit seinem Haag cantz umbzirckt, ist Anno 1602 durch den Herrn Prälaten in Linhardt Albenden Hoffbawern uff 10 Jahr lang verliehen worden. Gibt dem Kloster jährlichen davon 5 Malter Korn, 9 Malter Habern, item so viel wie als Rinder, Schwein, Schaff und Kalben sowolen auch vom wilden Gestüt, so vom Kloster jährlichen uff den Hoff eingeschlagen würdt, ist solches der Hoffbawer mit den Seinen unter Dachung zu halten wie auch ebenmässig 3 Stier uff seine Kosten auszuwintern schuldig. Und muss den Atz tragen von denjenigen, so von des Klosters wegen dohin gelangen. Haben sich bey solchem Hoff in Messung volgende Gütter befunden: 90 Morgen Äcker, 60 Morgen Wiesen, 67 Morgen Gehülz und anderthalbe Morgen Garten.

 

Des Klosterhoffs G r o n i n g e n (Kronungen b. Schweinfurt) Gütter seint durch Lucas Kuhnen geschworenen Messer zu Klein-Rinnerfeldt (?) beywesend Johann Helmers (?) Kellers zu Ebenhausen gemessen worden den 11. und 12. May 1615: 264 Morgen Äcker, 3 Morgen Krautgarten, 22 Morgen Wiesen, 4 Morgen Weingarten, 12 Morgen Gehülz. (Nachtrag: Der Hoff ist am 4. 3. 1664 um 4000 Reichsthaler bar Geldt und 2 Fuder Wein an das Kloster Ebrach verkaufft worden, kam 1691 an Herrn Valentin de Hayde, Amtmann zu Ebenhausen und wurde 1732 und 1743 teilweise von Kloster Neustadt zurückgekauft).

 

Anmerkungen von mir:

Abt Martin Knödler weigerte sich im Jahre 1615 die Kirche nach Wünschen von Bischof Julius Echter umzubauen und damit das Kloster mit hohen Schulden, 20.000 Fl., zu belasten. Er wurde daraufhin durch Bischof Julius Echter abgesetzt. Darüber verbittert und krank geworden, starb er am 12.08.1615.

Julius Echter setzte den Prior Valentin Minor, gebürtig aus Rothenfels, daraufhin als Administrator ein. Er nahm 20.000 Fl. Schulden für die Kirchenumgestaltung auf. Die Schuldenlast drückte über 100 Jahre auf das Kloster.

 

 

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