Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
Im April 2006
Der Hochaltar, erbaut 1913 nach einem Entwurf von Anton Bachmann, München
   

Im April 2006
Der linke Seitenaltar mit den Gebeinen des römischen Märtyrer St. Aurelian
  Die Altäre in der Kirche ab 1100 

Erstellt am 17.04.2006

 

 

Aus >Die Kunstdenkmäler von Unterfranken & Aschaffenburg, Heft IX, Bezirksamt Lohr, Bearbeitet von Adolf Feulner, 1914<

 

Im Bauernkriege wurde das Kloster geplündert, die Altäre zerstört, die Kirche ihres Schmuckes beraubt. (Catalogus abbätum, S. 79.) Die entstandenen Schäden suchte Abt Konrad Lieb zu heilen. Er ließ um 1534 die Altäre wieder herrichten und neue aufstellen; die Neueinweihung erfolgte am 26. August 1534. Eine Beschreibung der Feier und damit ein genaues Verzeichnis der Altäre ist uns erhalten (Kreisarchiv Würzburg, Standbuch 213, f01. 71ff.); dasselbe ist wichtig, da sich aus dem Standort der Altäre Rückschlüsse auf den Bau ziehen lassen.

 

Zunächst wurde der Hochaltar (altare summum) zu Ehren der hl. Dreieinigkeit, der Jungfrau Maria und St. Martins, St. Benedikts, Karls d. Gr., St. Scholastika und St. Gertrud geweiht.

Gleichzeitig fand die Weihe eines Altares auf der linken Seite (in latere sinistro) statt zu Ehren St. Stephans, eines Altares in der Sakristei zu Ehren St. Georgs, des Kreuzaltares (altare in alto iuxta crucem in cancellis ob honorem S. Crucis). Später erfolgte die Weihe eines Altares inmitten der Kirche (in medio ecclesiae zu Ehren St. Johannes d. T., eines Altares auf der rechten Seite (in dextro latere) zu Ehren der hl. Katharina, auf der linken Seite (in sinistro latere) zu Ehren der Jungfrau Maria.

Am gleichen Tage wurde auch noch der Altar neben dem Marienaltar (altare prope altare beatae Mariae virginis) zu Ehren der zehntausend Martyrer, ein Altar neben dem hl. Grabe (iuxta sepulchrum Diii) zu Ehren der hl. Magdalena wiedergeweiht.

 

Am 28. August 1534 weihte man den Kreuzgang mit den beiden Cömeterien, die Marienkapelle mit dem Altar daselbst und den Kapitelsaal (ambitum una cum duobus (-oemeteriis et capella Beatae Mariae Virginis cum altare ibidem et loco Capitulari), sowie den Altar unter der Orgel (sub organo) zu Ehren der hl. drei Könige.

 

Der Standort des Hochaltares in der Mittelapsis, des Kreuzaltares vor den Chorschranken, die wir vor der Vierung uns zu denken haben, dann der Altäre im Mittelschiff und in den beiden Seitenschiffen ist ohne weiteres klar, ebenso der Standort des Marienaltares in der Marienkapelle, vor der der Kapitelsaal lag. Schwieriger ist die Bestimmung der übrigen Altäre. Der Stephansaltar war wohl im heutigen linken Flügel des Querschiffes, das zum Chor gerechnet wurde; demnach muss der Katharinenaltar ebenfalls im Querschiff, im rechten Flügel angenommen werden.

Ob als Standort des St. Georgsaltares in der Sakristei das Untergeschoß des Südturmes, an das eine Apsis sich anschloss zu gelten hat, bleibt fraglich.

 

(Kommentar von mir: Die Sakristei war früher im Südturm, jedoch nicht im Untergeschoss. Der Eingang zur ehemaligen Sakristei mit dem Georgsaltar befindet sich hinter dem heutigen rechten Seitenaltar.)

 

1696 stellte Abt Guido Bach zwei Altäre, den der hl. Familie und den Marienaltar, in der Kirche auf. (GROPP, Collectio novissima S. 145.)

Abt Bernhard Krieg (1703-29) errichtete einen neuen Choraltar, restaurierte den Chor und die Sakristei, zog Chorschranken zwischen Chor und Schiff und ließ auch eine neue Orgel errichten. Auch erneuerte er die Dächer der Seitenschiffe und stellte zwei neue Seitenaltäre auf. (Ebenda S. 15 1 .)

 

 

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Im April 2006
Der rechte Seitenaltar
   

Die Werktagskirche
Der Altar in der Marienkapelle
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