Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
Der Historik Langhans
Rudolf Langhans, Pfarrer in Neustadt von 1960 bis 1998
   

Lohrer Echo 1960
Neustadts neuer Pfarrer Rudolf Langhans wurde 1960 von der Geistlichkeit und der Bevölkerung zur Abteikirche geleitet. Aufnahme: Liebler
  Pfarrer Rudolf Langhans 


Pfarrer Rudolf Langhans ver
brachte ein halbes Leben in Neustadt

 

Nach 38 Jahren Wirken in Neustadt und Erlach setzte sich Pfarrer Rudolf Langhans im Juli 1998 zur Ruhe. Zusammen mit seiner treuen Haushälterin, Edeltraud Wenzel, zog der Geistliche nach Bad Kissingen.

 

Geboren wurde Rudolf Langhans in Hüttensteinach bei Sonneberg in Thüringen. Er besuchte das Gymnasium in Würzburg. Im Krieg war Langhans als Funker eingesetzt in der Ukraine und in Finnland, bevor er nach Frankreich in Gefangenschaft geriet.

 

Nach dem Krieg studierte er in Würzburg Theologie. Am 28. Oktober 1950 wurde Langhans vom damaligen Bischof Julius Döpfner zum Priester geweiht.

 

Als Kaplan war er danach in Bürgstadt, ab 1951 in Randersacker und zweieinhalb Jahre auch in Mellrichstadt tätig. Danach wirkte er  ab 1953, acht Jahre lang, als Kuratus in Albstadt bei Alzenau. 1960 kam Pfarrer Langhans dann nach Neustadt und Erlach. Beide Gemeinden betreute er 38 Jahre lang bis er am 1. Juli 1998 in den verdienten Ruhestand ging.

 

Kulturell hat Langhans Neustadt aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Kunst sei schon immer sein Steckenpferd gewesen, verrät er. Aber auch die Musik interessierte ihn sehr. So war er von 1975 bis 1995 Präses für Liturgie und Kirchenmusik im Dekanat Lohr.

Den Anstoß, sich in die Neustadter Geschichte zu vertiefen, habe ihm Pfarrer Josef Schott aus Habichsthal gegeben, erzählt er. Mit Blick auf die 1200-Jahr-Feier Neustadts habe dieser ihm ans Herz gelegt, in Richtung Geschichte "etwas zu tun".

 

18 Baumaßnahmen hat er in 25 Jahren durchgeführt. Seiner Initiative sind die Renovierung der ehemaligen Benediktiner-Abteikirche, die Freilegung der karolingischen Klosteranlagen und die Renovierung der Michaelskirche zu verdanken. Auch den Säulengang hat er wieder von Frankfurt an seinen ursprünglichen Platz zwischen Klosterkirche und Pfarrhaus zurück gebracht.

 

Als seine Sammlung historischer Kunstschätze umfangreicher wurde, richtete Langhans 1975 das Lapidarium ein. Dort verwahrt er alle Stücke, die unter anderem bei Ausgrabungen gefunden wurden. Für seinen Einsatz zur Erhaltung der historischen Anlagen in Neustadt zeichnete ihn das Bayerische Kultusministerium 1983 mit der Denkmalschutz-Medaille aus.

 

Die Gemeinde Neustadt ernannte ihn 1985 zum Ehrenbürger.



 

Ergänzt am 28.10.2005

 

Pfarrer Langhans in Neustadt und Erlach.

18 Baumaßnahmen und vieles mehr hat er in 25 Jahren durchgeführt.

Ein aufrichtiges Dankeschön.

 

Ab Frühjahr1960

Abbruch der Klosterruine. Die amtlichen Stellen in Würzburg lehnten Grabungen ab.
Neubau des Missionshaus St. Josef durch die Dominikanerinnen.

18.12.1960

Ab Dezember 1960 ist Rudolf Langhans Pfarrer in Neustadt und Erlach.

1968 – 1969

Innenrenovierung der Pfarrkirche.

1968 – 1969

Freilegung und Renovierung der alten Abteikirche (Vierung).

1969

4. bis 6. Juli, 1200 Jahrfeier in Neustadt.

1970

Einweihung der neuen Kirche in Erlach.

1971

Rückführung des Wandelganges aus dem 12. Jahrhundert aus Frankfurt durch Pfarrer Langhans. Der Wandelgang wurde von Fürst Löwenstein im 19. Jhd. nach Frankfurt verkauft.

1972

Grabungen an der Pfarrkirche St. Michael und Gertrud.

1973

Das Lapidarium im ehemaligen Kapitelsaal wird eröffnet.

1974

Einweihung der neuen Marienkapelle, der Werktagskirche.

1975

Von 1975 bis 1995 Präses für Liturgie und Kirchenmusik im Dekanat Lohr.

1976

24. Dezember, Pfarrer Langhans initiiert eine Ausgrabung. Dr. Vychitil entdeckt bei einer privat durchgeführten Not-Ausgrabung die erste Klosteranlage im heutigen Hof der Klosteranlage. Wiederum wurden amtliche Grabungen abgelehnt.

1979

Dr. Dr. Karl Fürst zu Löwenstein schenkt der Gemeinde die St. Michaelskirche. Die Kirche war bei der Übergabe in einem sehr schlechten Zustand, sie war komplett leer geräumt. Sie wird in den darauf folgenden zehn Jahren durch die Gemeinde und Pfarrgemeinde renoviert.

1982

Grabungen am frühhistorischen Ringwall auf dem Michaelsberg.

1983

Pfarrer Langhans erhält vom Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus die Denkmalschutz-Medaille.

1985

Die Gemeinde Neustadt ernannte Pfarrer Langhans 1985 zum Ehrenbürger.

1989

Außenrenovierung der Pfarrkirche.

1997

Jüngste Baumaßnahmen an der Pfarrkirche.

1998

1. Juli, Pfarrer Rudolf Langhans geht in seinen verdienten Ruhestand.

 

 

 

Ergänzt am 23.09.2005

Aus dem Lohrer Echo, 20. Dezember 1960

 

Den Acker des Glaubens bestellen

Pfarrer Langhans wurde von Dekan Haller in seine neue Pfarrei Neustadt am Main eingeführt

 

Neustadt am Main.

Neben Einwohnern aus Neustadt und Erlach hatten sich am Sonntagnachmittag Dekan Haller aus Lohr, Pfarrer Mehling aus Rothenfels, Pater Direktor Warning vom Aloysianum Lohr, Landrat Rudolf Balles sowie die Bürgermeister und Gemeinderäte aus Erlach und Neustadt und schließlich die Ortsvereine zur Begrüßung des neuen Ortsgeistlichen Pfarrer Rudolf Langhans versammelt. Längere Zeit war die Pfarrei Neustadt am Main, zu der auch Erlach gehört, verwaist, nachdem Pfarrer Thomas Maier nach Schimborn versetzt worden war. Nun wurde am Sonntag der neue Geistliche feierlich in seine neue Pfarrei eingeführt und spendete erstmals seinen priesterlichen Segnen. Fahnen- und Blumenschmuck gaben dem Geschehen festlichen Glanz.

 

Am Ortseingang wurde Pfarrer Rudolf Langhans, der bisher Kuratus in Albstadt im Landkreis Alzenau war, von .Pfarrer Mehling aus Rothenfels, den Bürgermeistern aus Neustadt und Erlach, von Hauptlehrer Troll, von den katholischen Frauen und Mädchen und von Pfadfindern begrüßt. Ein Mädchen sagte ein Gedicht auf und überreichte einen Blumenstrauß.

 

Pfarrer Mehling meinte zu Beginn, dass die Gemeinde lange Ausschau nach einem neuen Priester gehalten habe und es für sie eine lange Adventszeit gewesen sei. Heute nun, am vierten Adventssonntag; habe sich ihre Hoffnung erfüllt: der neue Pfarrer halte seinen Einzug. Es sei eine wichtige Stätte, an der er nun wirke, und er trete ein geschichtliches Erbe an. Für die politischen Gemeinden, sprachen 2.Bürgermelster Eugen Völker und Bürgermeister Lorenz Wolf aus Erlach. Sie sagten Worte der Freude und des Dankes, dass nun wieder en Seelsorger in Neustadt ist, und baten ihn um Vertrauen. Sie selbst boten ihre tatkräftige Mithilfe an. Eugen Völker hieß Pfarrer Langhans auch im Namen der Kirchenverwaltung herzlich willkommen. Hauptlehrer Troll sagte, dass Pfarrer und Lehrerschaft in Neustadt schon immer gut zusammengearbeitet hätten, und gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Harmonie auch in Zukunft weiter bestehen möge. Für die katholischen Frauen und Mädchen sprach Rufina Pfeifer, für die Pfadfinder Günter Anderlohr.

 

Daraufhin zog man zur Kirche, wo Dekan Haller das Dekret des Bischofs verlas wonach nun Rudolf Langhans, geboren am 6. November 1921, neuer Pfarrer in Neustadt am Main ist. Sich an die Gläubigen wendend sagte der Dekan, dass sie mit ihrem neuen Seelsorger in das mächtigste Gotteshaus des, Dekanats eingezogen seien. Er, Dekan Haller, habe den Auftrag, Pfarrer Langhans vorzustellen und einzuführen. Der Tag sei für die Pfarrgemeinde entscheidend und schicksalsschwer. Die Einwohner wüssten zwar, dass ihr neuer Seelsorger Priester ist und den Auftrag hat, nach Neustadt zu kommen. Aber genauer kennen würden sie ihn noch nicht. Jeder Priester sei anders. Doch wenn sich die Gläubigen auf den Priester und dieser auf die Gläubigen einstellt, dann werde alles gut gehen und der richtige Mann sei am richtigen Platz. Aufgabe des neuen Pfarrers sei es den Acker des Glaubens zu bestellen und darauf zu achten, dass der böse Feind kein Unkraut sät. Auch wenn der neue Pfarrer hier alten, fruchtbaren Boden vorfindet, so sei es doch möglich, dass gerade dieser Boden schon ausgelaugt ist. Weiter solle der Priester Hirte Gottes sein, der den Wolf abwehren und die verirrten Schäflein suchen muss.

 

Dekan Haller begrüßte Pfarrer Langhans auch im Namen des Landkapitels Lohr. Sein Vorgänger, Pfarrer Thomas Maler, sei dort wegen seiner Tüchtigkeit sehr geschätzt gewesen. Zum Schluss bat er, dass von diesem Tag Gottes Segen auf Pfarrer Langhans und auf die ihm Anvertrauten ausgehen möge.

 

Pfarrer Langhans sprach zuerst Worte des Dankes an Gott, der seine Schritte nach Neustadt lenkte. Nach Gott schulde er aber noch Pfarrer Maier Dank, so sagte er weiter, dessen Werk er fortführen wolle. Die Begrüßung habe ihm gezeigt, dass alle über sein Kommen froh seien. Deshalb beginne er mit Zuversicht. Er stehe heute nicht als Herr Langhans, sondern als Diener Gottes; als Spender der göttlichen Gnade vor den Gläubigen. Sein größter Wunsch sei, die Pfarrkinder wahrhaft glücklich für die Ewigkeit zu sehen. Er wolle helfen, soweit es in seiner Macht steht, und an den Sorgen und Nöten, der Einwohner teilhaben. Seine Hilfe solle aber auch denen gelten, die etwas vom rechten Weg abgekommen sind. Hier gehe es darum, dass das geknickte Rohr nicht vollkommen abbricht und dass der glimmende Docht nicht ganz erlischt. Er 'wolle der Gemeinde ein Vorbild sein. Er schloss seine erste Ansprache mit dem priesterlichen Segen.

 

 


 

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