Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
Foto: Martina Schneider
Knapp 20 Neustadter demonstrierten am 20.06.2009 vor dem Pfarrhaus wegen sehr hoher Baukosten dagegen, dass Hafenlohr der Verwaltungssitz der neuen Pfarreiengemeinschaft „St. Benedikt“ sein soll.
   

  Pfarreiengemeinschaft St. Benedikt im Maintal 

Erstellt am 07.07.2009, ergänzt am 04.01.2010

 


Brief vom 17. Dezember 2009 an die Pfarreiengemeinschaften im Dekanat Lohr.

 

Bischof Friedhelm hat entschieden, die am 18.02.2008 im Würzburger Diözesanblatt Nr. 3/2008 veröffentlichte  Umschreibung der Pfarreiengemeinschaft 1303 - mit Hafenlohr, Neustadt a.M., Erlach a.M., Rothenfels, Bergrothenfels und Windheim – aufzuheben.

 

Die Pfarrei St. Michael und St. Gertrud aus Neustadt, mit der Filiale St. Johannes der Täufer aus Erlach, wird der neu geplanten Pfarreiengemeinschaft „Lohr“ angegliedert.

 

Die Pfarreien St. Jakobus der Ältere aus Hafenlohr, Maria Himmelfahrt aus Rothenfels mit der Filiale St. Josef der Arbeiter aus Bergrothenfels, sowie die Kuratie St. Cyriakus aus Windheim, sollen der Pfarreiengemeinschaft „St. Laurentius“ aus Markteidenfeld angegliedert werden.

 

Langfristig hätte eine kleine Pfarreiengemeinschaft aus den vier eben genannten Orten keine Zukunftsperspektive.

 

Gez. Dr. Karl Hillenbrand, Generalvikar 

 


 

Die Neustadter fordern Argumente

 

Demonstration gegen Hafenlohr als Verwaltungssitz der Pfarreiengemeinschaft

 

Am Dienstagabend den 20.06.2009 demonstrierten 20 Neustadter dagegen, dass der Verwaltungssitz der neuen Pfarreingemeinschaft „St. Benedikt“ in Hafenlohr sein soll. Auch nach einem Gespräch mit Rainer Ziegler vom Bistum Würzburg und Pfarrer Alkuin Mahr konnten die Demonstranten diese Entscheidung nicht nachvollziehen.

 

„Wir fordern Einlass“, „Wir fordern Kostenaufklärung “, „Neustadt ist Glaubenszentrum seit über 1200 Jahren“ oder „Was sind die Gründe?“ - das hatten 20 Neustadter auf die Tafeln geschrieben, mit denen sie am Dienstagabend vor dem Neustadter Pfarrhaus und dem Pfarrheim demonstrierten.

Im Pfarrheim selbst hatte sich die 30-köpfige dritte Vollversammlung der Pfarreingemeinschaft „St. Benedikt im Maintal“ versammelt, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Die Gemeinschaft umfasst die Pfarreien Neustadt, Erlach, Hafenlohr, Windheim, Rothenfels und Bergrothenfels - mit Verwaltungssitz in Hafenlohr. Und genau mit dieser Entscheidung der Verantwortlichen des Bistums Würzburg sind nicht alle Neustadter einverstanden.

 

Neustadts Pfarrer Alkuin Mahr und Rainer Ziegler, Pastoralreferent und im Bistum für die Gemeindeentwicklung zuständig, stellten sich den Fragen der Bürger. Klaus Weyer, der die Demonstration initiiert hatte, konnte wie die meisten Anwesenden die Entscheidung für Hafenlohr als Verwaltungssitz nicht nachvollziehen. Er wollte wissen, warum mit Blick auf die Kosten diese Gemeinde als der Sitz dieser Pfarreingemeinschaft festgelegt wurde.

 

„Jeder, der heute Geld ausgibt, überlegt, wo er sparen kann. In Neustadt ist ein intaktes Pfarrhaus vorhanden, in Hafenlohr muss es umgebaut und saniert werden. Warum?“, wollte auch Willi Schwab wissen. Und Roland Weyer fragte sich, warum in Neustadt mit seinem historischen Hintergrund 1200 Jahre lang „alles gut“ gewesen sei und dies alles jetzt plötzlich nicht mehr gelten solle.

 

Die Entscheidung über die Pfarreingemeinschaft und deren Sitz sei nicht in den letzten drei Monaten getroffen worden, erklärte Ziegler. Anfang 2000, als man darüber nachdachte, sei Neustadt als Hauptsitz im Gespräch gewesen. Als wichtiges Argument für ein Umschwenken beim Verwaltungssitz nach Hafenlohr führte Ziegler das dortige denkmalgeschützte Pfarrhaus an. Das Bischöfliche Bauamt und die Finanzkammer hätten sich daher entschlossen, dieses als Pfarrhaus zu halten und dort den Pfarrer und die Verwaltung unterzubringen.

 

Deshalb solle das Gebäude saniert werden. Allerdings noch nicht sofort, erklärte Ziegler mit Blick auf die momentan angespannte Finanzlage. Baubeginn könne frühestens 2012 sein und mit einem Einzug des Pfarrers könne dann - sofern alles glatt laufe - im Jahr 2013 gerechnet werden.

Gerade mit Blick auf die angespannte Finanzlage konnten sich viele Neustadter ein Kopfschütteln nicht verkneifen. „Die Gemeindereferentin hat nur eine halbe Stelle, für eine volle Stelle ist kein Geld da, aber für die Sanierung und den Umbau eines denkmalgeschützten Pfarrhauses, da ist Geld da“, wunderte sich nicht nur Rosalinde Grübel.

 

In Neustadt werde auch weiterhin ein Pfarrbüro betrieben und es soll auch ein Pfarrvikar ins Pfarrhaus einziehen, versprach Ziegler. Zudem würde der für die Pfarreingemeinschaft verantwortliche Pfarrer ohnehin zuerst in Neustadt wohnen - für die Übergangs- und Bauzeit in Hafenlohr.

 

Ab dem 1. September ist Neustadt und die neue Pfarreingemeinschaft ohne Pfarrer, denn Alkuin Mahr tritt dann seinen Ruhestand an. Vorerst werde die Pfarreingemeinschaft von den Pfarrern aus Lohr oder Marktheidenfeld mitbetreut, kündigte Ziegler an. Wann überhaupt ein Pfarrer für die neue Pfarreingemeinschaft gefunden werden wird, das vermochte er aber auch nicht zu sagen. Sicher wusste er aber, dass es Kaplan Herbert aus Lohr nicht sein werde.

 

„Wir wissen nicht, wie lange die Vakanz dauert“, erklärte Ziegler, dem es nicht gelang, die Bedenken und Einwände der Neustadter zu entkräften. „Ich habe verstanden, was Sie gesagt haben, aber die Entscheidung verstehe ich trotzdem nicht“, schüttelte Klaus Weyer den Kopf und Roland Weyer brachte es auf den Punkt: „Es ist viel im Unklaren aber eines ist klar: Sitz ist Hafenlohr - und das verstehe ich nicht.“

 

 

Bericht vom 7.7.2009

 

NEUSTADT

Unterschriftenaktion gegen Bistums-Beschluss

Proteste gegen Hafenlohr als Gemeinschaftssitz

 

(mds) Mit einer Unterschriftenaktion wollen Neustadter, Erlacher, Rothenfelser und Bergrothenfelser Bürger die Verantwortlichen im Bistum Würzburg auffordern, nicht Hafenlohr als Sitz der Pfarreiengemeinschaft „St. Benedikt im Maintal“ festzulegen. Diese Pfarreiengemeinschaft ist eine von elf im Dekanat Lohr und umfasst Neustadt, Erlach, Rothenfels, Bergrothenfels, Hafenlohr und Windheim.

 

Initiiert hat die Unterschriftenaktion Klaus Weyer aus Neustadt. Gegenüber der Main-Post erklärt er seine Gründe: „Es geht nicht um Neid oder Missgunst, sondern nur um die Kosten und sonst nichts.“

In Neustadt und Rothenfels stehen zwei intakte Pfarrhäuser einzugsbereit zur Verfügung, informierte Weyer Bischof Dr. Friedhelm Hofmann am Montag in einem Schreiben. In Hafenlohr hingegen müsste ein marodes Pfarrhaus für 1,1 Millionen Euro saniert und umgebaut werden. „Das ist nicht nachvollziehbar und hat mit rationalen Gesichtspunkten nichts mehr zu tun“, schüttelt der Neustadter den Kopf.

 

Hinzu komme, dass für die Öffentlichkeit überhaupt nicht klar erkennbar sei, wer den Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes in Hafenlohr letztlich zahlen soll: der Kirchensteuerzahler oder der „normale“ Steuerzahler. Weyer ist zu Ohren gekommen, dass das Hafenlohrer Pfarrhaus der Diözese und der Gemeinde Hafenlohr gehört. Die Gemeinde müsste demnach eine Baulast für das Gebäude tragen. Daher will Weyer in seinem Schreiben an den Bischof auch wissen, wie die Lasten genau verteilt sind.

 

Eindeutig besser stellt sich die Situation nach Weyers Überzeugung in Neustadt und Rothenfels dar. „Wenn zwei intakte Pfarrhäuser zur Verfügung stehen, kann eines der beiden als Haupt- und eines als Nebensitz der Pfarreiengemeinschaft genutzt werden.“

 

Die Unterschriftenlisten werden in Neustadt und Erlach sowie Rothenfels und Bergrothenfels ausgelegt beziehungsweise verteilt. Denn nach Ansicht Weyers ist schnelles Handeln angesagt, denn die Vollversammlung der Pfarreiengemeinschaft „St. Benedikt im Maintal“ trifft sich voraussichtlich Mitte Juli, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden.

 

 

 

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