Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
Der Main liegt noch tiefer als heute
Erlach vor 1939. Die Staustufe Rothenfels existiert noch nicht
   

Vor dem Staustufenbau
Rothenfels vor 1933. Man sieht noch die Buhnen
   

Der Hornungsberg ist nicht bewaldet und der Main liegt sehr tief
Neustadt in Jahre 1910
   

Im Mai 2004
Die Mainschifffahrt heute
  Der Mainausbau 

Erstellt am 24.05.2005

 

 

Um 1820 versuchte man die Fahrwassertiefe für die Schifffahrt zu verbessern.

Zunächst wurden als erste Maßnahme die zahlreichen Flusswindungen durch den Bau von Durchstichen beseitigt, der Main wurde begradigt.

 

1830 wurde die Arbeiten durch den zur gleichen Zeit im Bau befindliche Ludwig-Donau-Main-Kanal beschleunigt.

Die Einführung der Dampfschifffahrt bewirkte um 1841 das Gleiche.

 

Man versuchte auch durch Buhnen, Flügelbuhnen und ab 1850 durch Leitwerke die Breite des Flusses einzuschränken, um eine größere Fahrwassertiefe für die Schifffahrt zu erzielen.
Gegenüber von Hafenlohr sieht man heute noch diese Buhnen!

In den Durchstichen und in den oberhalb liegenden Flussstrecken kam es aber als Folge der vergrößerten Räumkraft des Wassers zu erheblichen Sohleneintiefungen mit einem dementsprechenden Absinken des Wasserspiegels. In den normalen Regulierungsabschnitten erhöhte sich zunächst der Wasserspiegel nach dem Einbau der Leitwerke und Buhnen kurzfristig, sank aber bald darauf im Niedrigwasserbereich wegen der durch die Einengung hervorgerufenen Sohleneintiefung ab. Trotz vieler Maßnahmen war der größte Teil des Flusses nicht mehr stabil.

Man hatte das Gegenteil bewirkt.

 

Die Dampfschifffahrt erlebte nur eine kurze Blütezeit. Bereits die Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie Bamberg-Würzburg-Frankfurt im Jahre 1854 führte zu einem erheblichen Rückgang des Schiffsverkehrs. Auch eine nicht ausreichende Fahrwassertiefe, besonders in trockenen Sommern, förderte nicht die Schifffahrt. Unter diesen Umständen war die Dampfschifffahrt nicht mehr rentabel und musste 1858, nach circa 16 Jahren, eingestellt werden.

 

Die Leinreiter waren wieder am Zuge, die Schiffe wurden wieder mit Pferden getreidelt.

 

1895 wurde zwischen Bürgstadt und Lohr die Kette für die Kettenschifffahrt verlegt. Die Mainschifffahrt wurde dann ab 1896 mit Schleppern betrieben. Die Zeit der Leinreiter war jetzt endgültig vorbei, es gab sie seit dem 8. Jahrhundert.

Die Schlepper zogen sich mit der Kraft einer Dampfmaschine an einer auf dem Grund des Maines liegenden Kette zu Berg und konnten bis zu 12 Lastkähne ziehen. Mit dem Bau der Mainschleusen wurde diese Art der Schifffahrt 1936 eingestellt und die Kette aus dem Main geborgen. Im Aschaffenburger Floßhafen existiert noch ein 1902 gebauter ehemaliger Kettenschlepper, eine „Meekuh“. Er hat eine Länge von 50 Metern und eine Breite von sieben Metern.

 

Zur Bilanz der Kettenschifffahrt auf dem Main heißt es am 17. Juli 1900 in der "Aschaffenburger Zeitung":

Die königlich bayerischen Kettenschiffe beförderten im Monat Juni in 22 Schleppzügen 430 Fahrzeuge mit 24 568 t Tragfähigkeit und 4 706 t Ladung bergwärts. Thalwärts schleppten sie 4 Fahrzeuge mit 467 t Tragfähigkeit und 28 t Ladung. Die Einnahmen hiefür betrugen 8 026 M., 70 Pf. Der Verkehr hat demnach trotz des fortwährend guten Wasserstandes ziemlich abgeflaut.

Kommentar:

Man sieht, dass nur ca 0,5 % der gegen den Strom gezogen Schiffe talabwärts gezogen wurden.

 

Die Lösung für den Mainausbau kam aber erst mit dem Bau der Staustufen in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Staustufe Rothenfels wurde von 1933 bis 1939 gebaut.

 

 

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