Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
Er war ein feiner Mensch
Alfred Greßer. Vielen Dank für seine vielen nützlichen Informationen
  Alfred Greßer 

Erstellt am 08.10.2005

 

 

"Er war ein feiner Mensch"

Bericht aus der Mainpost vom 27.11.2002, Martina Schneider

 

Neustadt (mds) Die Gemeinde Neustadt trauert um Alfred Greßer. Der 70-jährige starb überraschend in der Nacht auf Dienstag an Herzversagen. Geboren wurde er am 2. April 1932 in Neustadt, wo er auch aufgewachsen ist und bis zu seinem Tod lebte.

In der Gemeinde war Greßer bekannt für seinen Einsatz und sein Engagement für die Ortsvereine und die politische und kirchliche Gemeinde. Greßer war Mitglied des Neustadter Carneval Club (NCC), des FSV Neustadt-Erlach und des Obst- und Gartenbauvereins, der Freiwilligen Feuerwehr und da einige Jahre Kommandant. Außerdem gehörte er dem Kirchenrat und dem Pfarrgemeinderat an und war Feldgeschworener.

Für die Kirche kümmerte er sich um alles, was anfiel. "Er war unser Hausmeister für die Gebäude und den Garten", sagt die Gemeindereferentin Tanja Simon. Er habe im Pfarrheim ebenso nach dem Rechten gesehen wie sich um die gesamte Grünanlage um Kirche und Pfarrheim gekümmert. Zuletzt leitete Greßer die Arbeiten am neu gestalteten Kirchenumgriff. Zudem versah der 70-Jährige an hohen kirchlichen Festen den Ministrantendienst.

Auch wenn die politische Gemeinde etwas brauchte, Greßer war mit seinem handwerklichen Geschick stets zur Stelle. "Sein Tod hat uns alle getroffen, er war ein sehr feiner Mensch", sagt Bürgermeisterin Karin Berger. "Er wird uns fehlen."

Der 70-Jährige pflegte auch die Chronik der Gemeinde und war bei allen offiziellen Anlässen immer mit Fotoapparat, Block und Bleistift dabei. Seine Ordner mit Geschichte und "Geschichten" aus dem Ort sind unbezahlbare Schätze.

Das Requiem für Alfred Greßer ist am Samstag, 30. November um 14 Uhr in der Pfarrkirche St. Michael in Neustadt, anschließend Beerdigung auf dem Friedhof.

 

 

Mit Foto und Notizbuch unterwegs

Mainpost, 16.08.2000

 

"Wann du was über die Näuschter Geschichte wiss' willst, Mädle, dann gehst du zum Alfred" - Egal, ob es um Faschingsbräuche geht oder um alte Bildstöcke, um Geschichten von früher oder Anekdoten und Jungenstreiche - immer bekommt man die gleiche Auskunft.

Einer in Neustadt hat alles aufgeschrieben: Alfred Greßer, ein typischer Näuschter Wallekipper, einer, dem die Erinnerung an das Vergangene wichtig ist. Einen dicken Ordner mit Geschichte und "Geschichten" hat der 68-Jährige in den vergangenen 35 Jahren zusammengetragen. "Ich habe immer alles, woran ich mich erinnerte, auf Schmierblätter geschrieben", sagt er.

Mitte der 60er Jahre, als ihm der "Zettelkram" über den Kopf wuchs, setzte er sich hin und sortierte. Aber so ohne Fotos, das fand er auch fad. "Da hat es dann richtig getickt", lacht er heute, wenn er sich an die Zeit erinnert als er mit dem Fotoapparat bewaffnet alles in und um Neustadt abgeklappert hat.

"Es gibt wenige Leute, die noch etwas von früher wissen", bedauert er. Eine seiner Hauptinformationsquellen ist auch heute noch sein Vater Alfons. "Der ist zwar schon fast 90, aber er ist geistig fit und weiß noch viel."

 

Stück für Stück

Den Rest "klaubt" er sich Stück für Stück zusammen. "Ich erfahre etwas und denke, da muss ich nachforschen", beschreibt er. "Da setzt sich dann meine Maschinerie in Gang." Das bedeutet, Greßer hat "Blut geleckt" und lässt nicht eher locker, bis er der Sache auf den Grund gegangen, oder die Geschichte ausgegraben hat.

Immer mit dabei sind sein schwarzes Notizbuch und der Fotoapparat. Oft bringen ihm auch Leute Bilder, die sie in alten Unterlagen oder verstaubten Kisten auf dem Dachboden gefunden haben. Das ist die richtige Herausforderung für den Rentner, der sich alles andere als auf sein Altenteil zurückgezogen hat. Wo andere aufgeben, legt er los, recherchiert und lässt nicht locker, bis er alles herausgefunden hat.

Im Winter dann, wenn er Zeit hat, sitzt er zu Hause und schreibt alles auf. "So bin ich zu dem Ordner gekommen", erzählt er und klopft auf den umfangreichen großen Leitz-Ordner auf dem Tisch, der seine "Schätze" birgt.

 

 

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