Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
Foto Klaus Weyer
Mit einem Scherenschnitt übergab die Prominenz die Spessartstraße ihrer Bestimmung.
  Einweihung der Spessartstraße 

Erstellt am 23.09.2006.

Erschienen in der Mainpost Lohr am 18.09.2006

 

 

Spessartstraße als "Top-Adresse" Neustadts

 

"Straßen führen zusammen.

Unser Dorf präsentiert sich heute als intakte Gemeinschaft", freute sich Karin Berger. Die Neustadter Bürgermeisterin dankte gestern bei der offiziellen Einweihung der Spessartstraße allen an der Baumaßnahme beteiligten und nahm die mehreren Hundert Anwesenden unter dem Motto: "Was lange währt, wird endlich gut", mit auf einen Streifzug durch das Dorfsanierungsprojekt.

 

 

Wie bei jedem neuen Projekt seien am Anfang viele durchaus kontroverse Diskussionen geführt worden. Als jedoch die Vorstellungen konkretere Formen angenommen hätten und das Würzburger Ingenieurbüro Auktor den Planungsauftrag erhalten habe, sei es immer zügiger und reibungsloser voran gegangen. "Sie, liebe Spessartstraßen-Anwohner waren während der Bauzeit so manchen Belastungen ausgesetzt, mussten viele Einschränkungen und Behinderungen hinnehmen", erinnerte Berger und dankte den Anrainern für Geduld und ihr Verständnis, wenn "nicht alle Wünsche umgesetzt werden konnten".

 

Viele hätten im Zuge der Baumaßnahmen die Hofeinfahren mitgestaltet. "Dadurch haben sie unser Dorf nicht nur für sich sondern für alle Bürger ein Stück lebenswerter gemacht." Neustadt habe nun einen "schmucken Mittelpunkt" bekommen, sagte Berger. "Die neu gestaltete Spessartstraße kann noch mehr als bisher zu einem Ort werden an dem man sich trifft, miteinander redet und vielleicht auch feiert."

 

"Ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann", lobte auch Eberhard Sinner. "Wenn man zusammen hält, kann man etwas gutes entwickeln", betonte der Chef der Bayerischen Staatskanzlei. Ein Großteil der finanziellen Mittel habe die Europäische Union zur Verfügung gestellt, erklärte Sinner. Er wünschte sich eine Tafel, die daran erinnere, denn "es wird immer viel über Europa geschimpft, doch Europa engagiert sich auch in der Neustadter Geschichte." Sicher habe die Bürgermeisterin jetzt Lust bekommen auf weitere Projekte, sagte Sinner mit Blick auf die geplante Ortsumgehung.

 

"Trotz vieler Klippen" sei die Spessartstraße fast genauso verwirklicht worden, wie in der ersten Versammlung den Anliegern vorgestellt, sagte der Spessartstraßen-Planer, Rainer Auktor. Bürgermeisterin Berger sei stets vor Ort gewesen, habe die Einwendungen der Bürger gehört und umgesetzt und ihren Teil der Entscheidungen getroffen. "Sie war der Motor dieser Baumaßnahme, glättete die Wogen und entfernte den Sand aus dem Getriebe", so Auktor. Die Spessartstraße sei jetzt wieder eine "Top-Adresse".

 

An den langen Abstimmungsprozess erinnerte auch Baudirektor Peter Doneis vom Amt für ländliche Entwicklung. Bürgermeisterin Berger habe hier eine einvernehmliche Lösung herbeigeführt. "Sie hat die Sache wieder ins Rollen gebracht", lobte Doneis Bergers Engagement. Man habe die vorgesehene Bauzeit eingehalten, die 1,1 Millionen Euro Bausumme nicht überschritten und einen Bach im Straßenbereich durch ein Rinnsaal geöffnet, wie es gleiches in dieser Form im Spessart noch nicht gebe.

 

Durch die Sandsteinfigur des Neustadter Wallekippers habe der Künstler Martin Vormwald aus Neuendorf dem zentralen Platz vor der Raiffeisenbank zudem ein neues Wahrzeichen gegeben. Auch Landrat Armin Grein lobte den "glücklichen Abschluss einer ungewöhnlichen Sanierungsmaßnahme", denn nirgendwo sonst im Landkreis Main-Spessart verlaufe in der Mitte der wichtigsten Dorfstraße ein Bach.

 

"Die Spessartstraße hat sich dadurch neben ihrer Funktion als Verkehrsanlage zu einem großräumigen zentralen Bereich für die gesamte Bevölkerung gewandelt", so der Landrat. Jeder Mensch brauche eine ansprechende Umgebung um sich wohl zu fühlen. Gerade die zentralen Bereiche der Dörfer müssten so gestaltet werden, dass sie als Heimatort angesehen werden, in dem es sich zu leben lohnt. Grein bescheinigte Bürgermeisterin und Gemeinderat neben Mut und Selbstbewusstsein "eine ganz besondere Weitsicht."

 

"Das ist eine sinnvolle Investition von Steuermitteln", erklärte die Bundestagsabgeordnete Heidi Wright in ihrem Grußwort. Und auch Lohrs Bürgermeister Siegfried Selinger zeigte sich zufrieden über "dieses gelungene Projekt".

Den kirchlichen Segen für die neue "stattliche und anschauliche Mitte des Ortes" erteilte Neustadts Pfarrer Alkuin Mahr. Die Kinder des Neustadter Kindergartens St. Martin legten für die Gäste eine flotte Sohle auf den Asphalt und die Rodenbacher Blasmusik umrahmte den offiziellen Teil der Einweihung und das sich anschließende Straßenfest musikalisch.

 

 

 

Chronologie

November 1990: Neustadt wird in das Bayerische Dorferneuerungsprogramm aufgenommen. Die Spessartstraße soll ausgebaut, der Dorfbach geöffnet werden. Die meisten Spessartstraßenanwohner sind gegen die Öffnung.

 

1995: Im oberen Bereich der Spessartstraße wird der Bachlauf saniert, die Straße gestaltet.

 

Februar 2001: Bürgermeisterin Berger stellt die neuen Pläne für einen Ausbau des unteren Bereichs der Spessartstraße vor.

 

Frühjahr 2002: Die Planung der Spessartstraße durch das Würzburger Ingenieurbüro Rainer Auktor beginnt.

 

April 2004: Das Amt für ländliche Entwicklung genehmigt das 1,1 Millionen Projekt.

 

Februar 2005: Spatenstich

 

Oktober 2005: Einweihung des Gaibergwegs. Dreieinhalb Kilometer lang, drei Meter breit und 210.000 Euro teuer wird der neue Holzabfuhrweg den Schwerlastverkehr für die Spessartstraße "übernehmen".

 

August 2006: Die Neustadter Spessartstraße ist fertig.

 

17. September 2006: Einweihung der Spessartstraße

 

 

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