Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
Bild: Martina Schneider
Walter Simet feierte seinen 85. Geburtstag
  Walter Simet 

Erstellt am 12.11.2006

 

 

Büttenredner und Hobbywinzer

 

Erschienen am 16. September 2006 in der Mainpost Lohr

 

Er ist ein echtes Näuschter Urgestein und feierte am Freitag den 15. September 2006 seinen, wie er sagt, "halbrunden" Geburtstag: Walter Simet ist 85 geworden. "Es geht mir gut, das ist die Hauptsache", sagt der Jubilar, der immer noch gerne am Dorfgeschehen teilnimmt.

 

Lange hat er den Neustadter Fasching bereichert, wenn er mit seinem "Öbbes" und seinem "Schagonzer" (einem schwarzen Frack) in die Bütt gestiegen ist.

Zusatzinformation von Klaus Weyer:

Walter Simet und Josef Leser erfanden den Kurzdialog.

Bis vor einigen Jahren bewirtschaftete Simet auf dem Neustadter Hornungsberg sogar noch seinen Weinberg. In jahrelanger Arbeit und mit viel Geduld hatte er dort ein rund 100 Quadratmeter großes Grundstück wieder zu dem gemacht, was es früher einmal gewesen war: ein Wengert (Weinberg). Seine hausgemachten Tröpfchen nannte er "Neustadter Kirchturmspitzer" oder "Neustadter Fenstergucker".

 

Heute hat der 85-Jährige nur noch ein paar Rebstöcke an seinem Haus am Röderweg in Neustadt, um die er sich kümmert. "Die hat schon mein Großvater gepflanzt", erzählt er. Den Wengert am Hornungsberg hat er aufgeben müssen. Das Kraxeln am Berg wurde zu beschwerlich.

 

Von Beruf war Simet Glaser. Das Handwerk erlernte er bei der Firma Schubert in der Lohrer Vorstadt. "Eigentlich wollte ich ja Automechaniker werden, da habe ich damals aber keine Lehrstelle bekommen", erzählt er. 1941 wurde der damals 20-Jährige zum Kriegsdienst eingezogen. Als Bordfunker flog Simet auf der legendären "Tante Ju" unter anderen Einsätzen in Italien und Russland. Einige Male habe er "sehr viel Glück" gehabt und sei nur knapp mit dem Leben davon gekommen. Aus Krieg und Gefangenschaft kehrte er 1948 zurück.

 

Im Oktober 1948 heiratete er Gertrud Heidenfelder. Das Paar hat einen Sohn. Nach dem Krieg arbeitete Simet zehn Jahre lang auf Montage. 1958 wechselte er zur Firma Hess nach Würzburg wo er als Möbelverkäufer bis zu seiner Pensionierung 1984 arbeitete. Seit 1997, als Ehefrau Gertrud starb, lebt Walter Simet alleine im Elternhaus. An den Wochenenden trifft er sich gerne mit Freunden zum Karten spielen.

 

 

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