Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
Ein großer Maler
Albrecht Dürer war 1520 in Neustadt am Main
   

Seine Frau
Agnes Dürer
  Albrecht Dürer in Neustadt am Main 

Erstellt am 10.12.2005

 

 

Der Nürnberger Albrecht Dürer (1471 - 1528) gehört zu den Lichtgestalten der europäischen Malerei.

Vom 12. Juni 1520 ab begab sich Dürer mit seiner Frau Agnes auf eine Reise. Über Bamberg, Frankfurt, Köln nach Antwerpen und Brüssel wo er sich die von Maximilian I. gewährte Staatsrente von dessen Nachfolger Karl V. (Habsburger) bestätigen lassen wollte, was auch schließlich gelang.

Albrecht Dürer legte die erste Etappe seiner niederländischen Reise (1520/21) von Bamberg bis Köln auf Main und Rhein zurück. Er berichtete von den vielen Main-Zollstellen, die mittlerweile wieder eingerichtet waren. Diese vielen Mainzölle waren ja schon einmal am 6. April 1157 von Kaiser Friedrich I. Barbarossa aufgehoben worden, damals bis auf Neustadt, Aschaffenburg und Frankfurt.

 

Diese Information stammt von Herrn Wolfgang Jung aus Würzburg.

 

»... Von Würzburg fuhren wir gen Erlaprunn, da lagen wir über Nacht und verzehrten 22 Pfennige. Von dannen fuhren wir an Rezbach und Zellingen vorbei und kamen gen Carstatt (Karlstadt), do wies ich mein Zollbrief, do ließ man mich fahren. Von dannen fuhren wir gen Myna (Gemünden), da aßen wir zu Morgens und verzehrten 22 Pfennig. Auch wies ich mein Zollbrief, und sie ließen mich fahren. Darnach fuhren wir gen Hochstätt (Hochstetten), wies mein Zollbrief, do ließen sie mich fahren. Und kamen darnach gen Lohr, do wies ich auch mein Zollbrief, do ließen sie mich fahren. Darnach kamen wir gen Neuenstadt (Neustadt) und wiesen unsern Brief, do ließen sie uns fahren. Auch hab ich 10 Pfennig ausgegeben für Wein und Krebs. Darnach kamen wir gen Rotenfelß, do wies ich mein Zollbrief, also ließen sie mich frei, und da lagen wir über Nacht und verzehrten 20 Pfennig.

Und am Mittwoch frühe fuhren wir weg und an St. Ecarig (Mit höchster Wahrscheinlich Kloster Mattenstatt, gegenüber von Hafenlohr. St Eucharius war neben St. Blasius der Schutzpatron von Kloster Mattenstatt) vorbei, und kamen gen Heudenfeldt (Marktheidenfeld), von dannen gen Trieffenstain. Darnach kamen wir gen Wertheim und zeiget mein Zoll
brief, do ließ man mich ziehen und ich verzehret 57 Pfennig. Darnach fuhren wir gen Prozel (Stadtprozelten), do wies ich mein Zollbrief, do ließ man mich fahren. Darnach fuhren wir an Freudenwerg (Freudenberg) vorbei, do wies ich aber mein Zollbrief, do ließ man mich fahren. Darnach kamen wir gen Miltenberg, do blieben wir über Nacht und verzehrten ... Auch wies ich mein Zollbrief, do ließ man mich fahren, und ich verzehret 61 Pfennig. Darnach kamen wir gen Klingenberg und wies mein Zollbrief, do ließ man mich fahren. Und kamen an Werdt (Wörth) vorbei, von dannen an Obernburg vorbei, und von dannen gen Oschenpurg (Aschaffenburg); do wies ich mein Zollbrief, do ließ man mich fahren, und ich verzehret do 52 Pfennig. Von dann fuhren wir gen Selgenstadt, von dannen gen Steinheim, do wies ich mein Zollbrief, do ließ man mich fahren. Und wir lagen bei Johansen über Nacht, der sperret uns die Stadt auf und war uns gar freundlich, da gab ich aus 16 Pfennig. Darnach kamen wir gen Frankfurth.«

 

Quelle: Baumgartner, Wilhelm, Auf den Spuren einer Reise Dürers an den Main, den Rhein und nach den Niederlanden, in: Das Echo, 17. Mai 1923

 


 

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