Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
Geb. 1483, Gest. 1546
Martin Luther gemalt von Lucas Cranach dem Älteren, 1529
  Zeitliche Fakten von 1300 bis zum Jahr 1800 

Erstellt am 3.6.2006, zuletzt korrigiert und ergänzt am 22.10.2011

 

 

Geschichtsdaten Teil 5: Von 1300 bis 1800

 

Die Daten von Neustadt und Erlach in roter Schrift.

Daten die in Verbindung mit Neustadt stehen in blauer Schrift.

Allgemeine geschichtliche Daten in schwarzer Schrift.

 

Die 6 unterschiedlichen Seiten mit „Geschichts-Jahresdaten“ im Überblick.

Bis 999 v.u.Z.:          http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=204

1000 v.u.Z. bis 699:   http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=280

700 bis 799:              http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=205

800 bis 1299:            http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=206

1300 bis 1800:          http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=207

1800 bis Heute:        http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=208

 

 

1302

Papst Bonifaz VIII. verkündet in seiner Bulle „Unam sanctam“ den päpstlichen Weltherrschaftsanspruch.

1314

Kirchensynode in Würzburg.

1318

In Venedig wird ein Gesetz zur Geldüberschreitung (Giro) erlassen und damit ein neues Zahlungssystem entwickelt.

1324 Apr 23

Das Bestehen des Kloster Mattenstatt Anfang 1324 beweist eine Urkunde, heute im Archiv des Historischen Vereins für Unterfranken und Aschaffenburg: Der Dechant Wygand und der Konvent des Klosters Holzkirchen bestätigen, dass Abt Wolfram (von Thunfeld) von Neustadt ihrem in Mattenstatt fungierenden Mitbruder Wolfram, ein Viertel des Erlöses der Mainfähre in Hafenlohr und eine Hofstätte dort auf Lebenszeit zur Nutznießung überlassen hat.

Um 1325

Ein anonymer Bibelübersetzer (aus dem heutigen Österreich) übersetzt, ca. 200 Jahre vor Luther, große Teile des Alten und Neuen Testaments in die deutsche Sprache.

1325

Rodenbach wird erstmals urkundlich als Dörfchen = Villula erwähnt.

1329

Kirchensynode in Würzburg.

– 1333

Die Rienecker Vögte der Burg Rothenfels bedrückten und beraubten das Kloster Neustadt ständig. Die Vögte rissen die Rechte des Klosters an sich und eigneten sich dessen Güter an, offenbar mit Duldung durch die Bischöfe von Würzburg. 1333 übernimmt der Fürstbischof von Würzburg die Burg Rothenfels, nachdem die Grafen von Rieneck aus der Linie Rothenfels aussterben.

1335

Laut Joseph Schnetz wird Lohr als Lor erwähnt. Quelle: Würzburger Lehensbuch I, f. 242.

1336, 7. Juni

Die Propsteien Retzbach, Karbach und Steinfeld werden am 7. Juni unter Abt Wolfram von Dünnfeld durch Bischof Otto II. der Abtei Neustadt unterstellt.

1339 – 1453

Hundertjähriger Krieg Frankreichs mit England, der mit Unterbrechungen bis 1453 dauerte. Er wurde ausgelöst durch Erbansprüche Eduards III. an den französischen Thron und endete mit der wirtschaftlichen Ausblutung beider Länder.

1342

Rothenfels wird erstmals als Stadt erwähnt.

1345

In Würzburg wird das „Buch von guter Spise“ mit ca. 100 Küchenrezepten geschrieben. Es befindet sich heute in der Münchner Universitätsbibliothek.

1346 – 1378

Franken soll noch einmal unter Karl IV. zum Zentrum der Königsmacht werden.

1347

Ausbruch der Pest in Europa. Oft wurden Juden beschuldigt, Brunnen vergiftet zu haben.

1348

Erstmalige Nennung des Neustädter Klosterhofs zu „Erlachen“. Abt war Wolfram von Dünnfeld.

1348

In Prag wird die erste Universität des deutschen Reich gegründet. Wien folgt 1365 und Heidelberg 1386.

1356

In der „Goldenen Bulle“ von Prag bestätigt Kaiser Karl IV. (König 1346 und Kaiser 1355-1378+) den sieben deutschen Kurfürsten das Recht zur ausschließlichen Königswahl. Die Einmischung des Papstes wird abgelehnt.

1366

April 9: Karl IV. nimmt das Kloster Neustadt unter den Schutz des Reiches.

April 20: Der Abt des Klosters Neustadt, Gottfried von Rieneck (Abt von 1357-1386), wird der Hofkaplan von Karl IV.

Mai 17: Karl IV. verlieh dem Kloster Neustadt einen Mainzoll.

Karl IV. verteidigte Kloster Neustadt gegen Würzburg und befreite es von dessen Landgericht.

1368 – 1399

Das erste Papiergeld tauchte in China auf, in der Epoche des Kaiser Hung Wu. Er verbot gleichzeitig die Verwendung von Gold und Silber.

1378 – 1417

Das abendländische Schisma bewirkte den Verfall der moralischen Autorität des Papsttums. Es gab 2, manchmal auch 3 Päpste gleichzeitig.

1401

Der Freibeuter Klaus Störtebeker wird in Hamburg hingerichtet.

1407

Kirchensynode in Würzburg.

1429

Jeanne d'Arc führt die französischen Truppen 1429 vor Orleans zu einem Sieg gegen die Engländer im Hundertjährigen Krieg und erreicht die Krönung Karls VII. zum König von Frankreich. 1431 wird sie in englischer Gefangenschaft als Hexe verbrannt.

Um 1435

Die älteste Kirchendarstellung der Neustädter Abteikirche befindet sich an der Nordwand der Kirche.

Abt von Königsfeld (1432-38) trägt St. Gertrud, diese hält die Kirche in den Händen.
Der Nordturm ist oben rund. Ist das die Westansicht?

1441

Ersterwähnung der Frammersbacher Fuhrleute in einer Erfurter Geleitordnung. 1554 sind sie in Antwerpen nachweisbar.

1445

Johann Gutenberg aus Mainz entwickelt den Buchdruck mit beweglichen Lettern.

1446

Kirchensynode in Würzburg.

1447

Der Administrator Martin von Ottersbach des Kloster Neustadt verkauft den Klosterhof zu Würzburg (1856 Bankgasse Nr. 292 im II. Distrikt, heute Karmelitenstraße 28), „der große Willmuth“ genannt, an den Bürger Johann Fuchstatt für 200 Fl.

1447

Die vatikanische Bibliothek wird gegründet.

1452

Kirchensynode in Würzburg.

1464

Weihe des Kreuzganges und der Kapellen unter dem Neustädter Abt Heinrich Schultheiß durch den Würzburger Weihbischof Johannes.

1466

Erlach wird zum Dorf, Schultheiß Kunz Göbel.

1483

Die Propstei Einsiedel wird aufgelöst. Der dortige Propst Eberhard Beyer wird Abt in Neustadt. Das Gut wird verpachtet.

1483

Erstes Papiergeld in Spanien, Europa.

1484

Papst Innozenz VIII. befohl in der „Hexenbulle“ die Verfolgung der Hexen und Zauberer. Der Dominikanermönch Heinrich Kramer schrieb 1487 eine Anleitung für die Verfolgung.

1492

Nach fast 800-jähriger muslimischer Herrschaft fällt am 2. Januar 1492 Granada, die letzte Hochburg des einst großen maurischen Reiches auf spanischem Boden (Abschluss der Reconquista). Muslime und Juden werden vertrieben.

1492

12. Oktober, Wiederentdeckung Amerikas, San Salvator, durch Christoph Columbus (siehe auch um 933, Entdeckung Amerikas durch die Wikinger).

1492

Martin Behaim entwirft den ersten Globus.

1516, Apr 23

Das bayerische Reinheitsgebot (Hopfen, Malz und Wasser) fürs Bierbrauen wird vom bay. Herzog Wilhelm IV. in Ingolstadt erlassen. Gleichzeitig wurde auch noch der Bierpreis festgelegt.

1517

Veröffentlichung der 95 Thesen von Martin Luther am 31. Oktober in Wittenberg. Gegen Ablasshandel und für ein neues Verständnis von der Gerechtigkeit Gottes.

1519, Juni 28.

Karl V. aus dem Hause Habsburg wird gegen Franz, König von Frankreich, zum Kaiser gewählt. Die Fürsten wurden von Jakob Fugger für 851.918 Gulden bestochen.

1520

Albrecht Dürer (gehörte zu den Martianer, ein religiöser Humanistenkreis, die Luthers Schriften durch Buchdruck verbreiteten) ist zu Besuch im Kloster Neustadt und erwähnt auch Kloster Mattenstatt.

1521, April

Wormser Edikt. Der 21 jährige Kaiser Karl V. stellt Luther unter Reichsacht.

1522, Sept.

Die erste Auflage des Neuen Testaments der Lutherbibel wird veröffentlicht.

1522

In der Grafschaft Wertheim wird die Reformation eingeführt.

1524 – 1525

Bauernkrieg

1525, April

Plünderung der Abteikirche St. Martin und Maria in Neustadt unter Abt Jodock Steigerwald kurz nach Ostern durch Bauern aus dem Amte Rothenfels. Ostern 1525 war am 16. April.

1525, April

Auf dem Weg nach Würzburg wurde das Kloster Schönrain, das Hirsauer Priorat, vom Bildhäuser Bauernhaufen „geplündert, ausgeprannt und uff den Boden zerschlayfft“.

1525, Juni

Der Bischof von Würzburg, Konrad II. von Thüngen, durchzog sein Gebiet, überall plündernd, verwüstend und sengend. Er ließ auf seinem Siegeszug 256 Rebellen hinrichten und krönte sein Werk, bei seiner Rückkehr nach Würzburg, durch die Enthauptung von noch dreizehn Würzburgern.

Im Mainzischen stellte der Statthalter, Bischof Wilhelm von Straßburg, die Ruhe ohne Widerstand her. Er ließ nur vier hinrichten.

1529

Die Osmanen unter der Führung von Suleimann belagern Wien.

1530

Letzte Kaiserkrönung (Karl V. aus dem Haus Habsburg) durch den Papst. 1452 wurde mit Friedrich III. bereits der letzte Kaiser in Rom vom Papst gekrönt.

1534

Neuweihe der Neustädter Abteikirche St. Martin und Maria am 26. August unter Abt Konrad Lieb.

1534

Die vollständige Lutherbibel, Altes und Neues Testament, steht zur Verfügung.

1541, Sommer

Im Sommer 1541 hielt sich der fränkische Geschichtsschreiber Lorenz Fries im Kloster Neustadt auf.

1543

Nikolaus Kopernikus veröffentlich kurz vor seinem Tod sein Hauptwerk „De revolutionibus orbium coelestium“, es ist Papst Paul III. gewidmet.
Nicht mehr die Erde, sondern die Sonne ist Mittelpunkt des Weltalls bzw. unseres Sonnensystems. Weitere Vertreter sind Aristarchos von Samos (310-230 v.u.Z.), Galileo Galilei (1564-1642) und Johannes Kepler (1571-1630).
Die Kirche erklärte das geozentrische Weltbild von Ptolemäus (Die Erde ist Mittelpunkt des Weltalls) als mit der Bibel konform.

1545

Lorenz Fries (*1489/91, +1550) veröffentlich die Fries-Chronik.

1546

Luther stirbt als sechsfacher Vater, verheiratet mit der ehemaligen Nonne Katharina von Bora.

1555

Im Augsburger Religionsfrieden wird der Protestantismus im deutschen Reich rechtlich anerkannt. Die Landesherren bestimmen nun die Konfession ihrer Untertanen. „Cuius regio, eius religio“, wessen Land, dessen Religion.

1556

Aussterben der Wertheimer Grafen im Mannesstamm.

1558, April

Nachdem schon zwei Attentate Wilhelm von Grumbachs, beziehungsweise seines engsten Vertrauten Kretzer gescheitert waren, wurde Melchior von Zobel beim dritten Attentat im April 1558 mit seinen Hofherren Fuchs von Winfurt und Carl von Wenkheim getötet.

1558

6. Juni, Fürstbischof Friedrich von Wirsberg bringt das gesamte klösterliche Archiv, ohne die Genehmigung des Neustädter Abtes Heinrich von Jestetten, den er vorher nach Würzburg geladen und dort festgehalten hat, nach Würzburg.

Wirsberg wurde am 27. April 1558 zum Bischof gewählt.

1558

Das klösterliche Leben in Mattenstadt erlosch, Probst war Andreas Rieck. Die Gründe weiß man nicht, vielleicht war Fürstbischof Friedrich von Wirsberg der Initiator.

1558

Erneuter Rechtsstreit zwischen dem Kloster Neustadt am Main und Würzburg um die klösterlichen Gerechtsamen, der erst 1794, nach über 200 Jahren, durch einen Vergleich beendet wurde.

1562

Der Nürnberger Kartograph Jörg Nöttelein fertigt auf Wunsch des Mainzer Erzbischofs Daniel Brendel von Homburg, eine 3 x 2,5 Meter große Karte des Spessarts. 32 Jahre später, im Jahre 1594, verkleinerte sie der Nürnberger Ratsherr und Kartograph Paul Pfinzing auf das handliche Maß von 72 x 50 Zentimeter.

1573 – 1617

Julius Echter von Mespelbrunn wurde am 1. Dezember 1573 vom Domkapitel zum Bischof von Würzburg gewählt, nur 11 von 22 Domherren wählten ihn. Die Priesterweihe fand erst am 20. Mai 1575 statt; die Bischofsweihe folgte zwei Tage später, die Bestätigung vom Papst war am 4. Juni 1574. Versuche in den Jahren 1582, 1601 und 1604 Erzbischof von Mainz zu werden, scheiterten.
Echter sanierte das Bistum, initiierte zahlreiche Rechtsreformen, erließ eine Feuerschutzordnung, ging gegen Wucherer vor, erließ eine Straßeninstandhaltungsverordnung, gründete die Universität und das Juliusspital 1576 usw. und regelte soziale Fragen neu. Das Juliusspital ließ er auf den jüdischen Friedhof bauen, obwohl für die Juden die Totenruhe unantastbar ist.
Echter vertrieb vorher, 1575, die Juden aus Würzburg und konfiszierte deren Grundbesitz, kämpfte unerbittlich gegen Protestanten, vertrieb auch sie 1594 aus Würzburg, und ließ viele angebliche Hexen verbrennen.

Julius Echter starb im Alter von 72 Jahren am 13. September 1617 in Würzburg.

1576

Fulda’scher Handel: Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn übernimmt durch einen dubiosen Handel mit dem dortigen protestantischen Adel das Bistum Fulda. Er bekämpfte sonst Protestanten auf das Heftigste. Der abgesetzte Fürstabt Balthasar von Dernbach, ein Katholik und großer Gegenreformer, rief Papst und Kaiser um Hilfe. Papst Gregor XIII. drohte mit Bann gegen Fürstbischof Julius Echter, der Kaiser setzte bis zum Prozess einen Statthalter in Fulda ein.
Das Kloster Mattenstatt gehörte ab jetzt zu Würzburg.

1582

Der heute weltweit angewendete Gregorianische Kalender wird von Papst Gregor VII. eingeführt. Der Gregorianische Kalender ist nicht ein grundsätzlich anderer, sondern ein flexibilisierter Julianischer Kalender. Die letzte Umstellung auf den Gregorianischen Kalender erfolgte 1949 in China.

Das so genannte tropische Jahr, der Abstand zwischen zwei astronomischen Frühlingsanfängen, kann heute auf genau 365,242188 Tage vermessen werden.

1582

Die Fürsten des heiligen römischen Reiches deutscher Nation wählten Julius Echter zum Erzkanzler. Echter lehnte ab, aus unbekanntem Grund.

1585

Neue Festlegung des Neustädter Klosterbesitzes, Vertrag kam auf Betreiben von Julius Echter zustande. Abt war Christophorus Caseus, sein Wappen ist in der Mauer links vom Kriegsdenkmal eingemauert.

1586

Abt Christophorus beschaffte eine große Kreuzigungsgruppe.
1836 wurde die Kreuzigungsgruppe vom Fürst Löwenstein an die Gemeinde Roden geschenkt oder verkauft. Sie befindet sich heute noch im dortigen Friedhof.

Um 1600

Unter Julius Echter, einem großen Hexenverfolger, tobt der Hexenwahn. Er ist für den Tod von Tausenden unschuldiger Menschen verantwortlich. An die 100 Hexen hat man allein in Rothenfels den Prozess gemacht und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
13 Erlacher und 14
Neustädter „Hexen“ fielen in dieser Zeit dem Wahn zum Opfer.

1602

Das Bistum Fulda wurde durch ein Gerichtsurteil wieder selbstständig. Der protestantische Fulda’sche Adel und das Bistum Würzburg mit Julius Echter mussten die Prozesskosten zahlen.

1610

Julius Echter lässt das Kloster Mattenstatt abbrechen. Die Steine, inklusive des Grundsteines, werden für den Bau der Kirche in Rothenfels verwendet.

1615

Erste urkundliche Erwähnung der Fischerzunft Rothenfels unter Phillip-Christoph Echter zu Mespelbrunn (Neffe von Bischof Julius Echter), Amtmann zu Rothenfels.

1615 – 1623

Umfangreiche Umbaumaßnahmen des Neustädter Klosters und der Abteikirche St. Martin und Maria wurden von Bischof Julius Echter angeordnet, hohe Verschuldung des Klosters. Abt Martin Knödler war gegen die Baumaßnahmen und wurde vom Bischof Echter abgesetzt.

1617

Echter stirbt am 13.9.1617.

Am 21. Januar 1617 notierte der Würzburger Tuchscherer Jakob Röder in seinem Tagebuch: Von der Kanzel im Dom sei das Verbrennen von über 300 Hexen binnen eines Jahres (1616) verkündet worden.

1618 – 1648

30-jähriger Krieg. Der westfälische Friede beendet den Krieg.

Von einst etwa 18 Mio. Einwohnern im damaligen Reich, überleben am Ende nur ganze 8 Mio.

1626 – 1629

1626 bis 1629 überrollte Lohr unter der Regentschaft des Mainzer Erzbischofs Georg Friedrichs von Greiffenklau eine Welle der Hexenverfolgung. Zu dieser Zeit brachte Wohlstand und Anerkennung dem Krämer Hieronymus Weidenweber Hass und Neid ein - und eine Denunziation als Hexenmeister. Trotz standhaften Leugnens auch während der Folter, wurde er 1627 der Hexerei für schuldig befunden und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

1626

Liborius Wagner wird vom Kloster Neustadt als Pfarrer in Altenmünster bei Schweinfurt, mit der Filialkirche Sulzdorf, eingesetzt.

1627, 11. Dezember

Am Richtplatz in Lohr, im Norden der Stadt, werden 4 Lohrer, einer war Hans Thum, wegen Hexerei hingerichtet.

1628, 16. April

„Hexerprozess“ in Lohr. Hans Virnekes wird hingerichtet.

1631

Liborius Wagner stirbt am 9. Dezember 1631 in Burg Mainberg bei Schonungen, nach fünf Tagen grausamer Folter durch die Schweden, als Märtyrer. Er wurde am 24. März 1974 selig gesprochen.

1632

Anno 1632 befand sich der König auß Schweden allhie zu Lohr. Quelle: Topographia Franconiae.

1632 – 1648

Schwere Klosterplünderungen im 30-jährigen Krieg durch Schweden, Kroaten und Franzosen. Für ein Jahr ist das Kloster Neustadt am Main (1633) im Besitz von L. G. von Nabben, Geheimsekretär der schwedischen Majestät Christina. Wahrscheinlich war auch 1632 der schwedische König Gustav II. Adolf (* 19. Dezember 1594; † 16. November 1632 in der Schlacht bei Lützen in Sachsen-Anhalt) im Kloster Neustadt.

1637 fielen 100 Kroaten ein, 1642 und 1648 die Franzosen.

1633

Galilei wird verurteilt und eingesperrt weil er behauptet dass die Sonne sich im Mittelpunkt unseres Planetensystems befindet (heliozentrisches Weltbild).
Am 31.10.1992, 350 Jahre nach seinem Tod im Jahre 1642, wird Galileo Galilei offiziell von der Kirche, durch Papst Johannes Paul II., rehabilitiert.

1635

Pestilenz in Neustadt. Sechs Mönche sterben.

1642

Die Weyers in Ansbach stammen von einem Johannes Weyer ab, der nach der großen Pest 1642 möglicherweise als " Schwemmgut" des 30jährigen Krieges ins nahezu menschenleere Ansbach zog. Ansbach war damals bis auf 5 Personen ausgestorben.

1692, 25 März

Grundsteinlegung für die Wallfahrtskirche in Maria Buchen durch den Neustädter Abt Markus Dürr.

1717

Der Würzburger Domorgelbauer Johannes Hoffmann baut eine Orgel für die Abteikirche Neustadt am Main mit 21 Registern und ca. 1300 Pfeifen.

1730

Das Langhaus der Michaelskirche auf dem Michaelsberg in Neustadt am Main ist gebaut, der Chorturm aus dem 11. Jahrhundert wird umgebaut.

1735 – 1788

Der Kirchenmusiker Peregrin Pögl lebt und stirbt als Mönch im Kloster Neustadt.

1736

Pater Constantin Heusler OSB flüchtet wegen einer Liebschaft aus dem Kloster Neustadt am Main. Er kam später wieder zurück (WDGB 71).

1749

Die letzte „Hexe“, die 71-jährige Subpriorin Renata Singer des Kloster Unterzell, wurde in Würzburg enthauptet und dann verbrannt.

1750

Die Kleine Eiszeit (1500-1850) erreicht um 1750 ihren Höhepunkt.

1762

Bischof Adam Friedrich von Seinsheim (1755-1779) von Würzburg, führt die allgemeine Schulpflicht ein.

1763 – 1788

Unter Abt Benedikt Lurz wurde der ruhende Prozess mit Würzburg um die Rechte des Klosters Neustadt, besonders um Rückgabe von Waldungen im Spessart, erneut aufgenommen.

1768

Da das Kloster Neustadt mit seiner eigenen Druckpresse eine Aufklärungsschrift über den Rechtsstreit veröffentlichte, schritt die fürstbischöfliche Regierung dagegen ein und beschlagnahmte die noch vorhandenen Restexemplare dieser Schrift und bestrafte den Abt wegen so genannter Winkeldruckerei.

1777/1778

Mozart spielt höchstwahrscheinlich auf der Orgel in der Abteikirche in Neustadt am Main. Die Orgel befindet sich heute in Amorbach, sie wurde von Fürst Löwenstein dorthin verkauft.

1778

4. Juli, Unabhängigkeitserklärung der USA.

1787

Erlach bekommt eine eigene Schule.

1789 – 1799

Französische Revolution.
Beginn am 14. Juli 1789 mit dem Sturm auf der Bastille.
Am 9. Nov. 1799 ergreift Napoleon die Macht und erklärt die Revolution für beendet.

1793

Joannis Andreas Weyer, Pater Augustinus OSB, ist am 13.10.1793 im Kloster Neustadt am Main gestorben.

Er wurde am 27.8.1724 in Lindenfurt geboren, war am 27.11.1741 in der Uni Würzburg eingetragen und 1769 Pfarrer in Retzbach.

1794

Der Rechtsstreit des Klosters Neustadt am Main mit Würzburg wird durch einen Vergleich beendet. Jedoch zu spät, da das Kloster 1803 säkularisiert/aufgelöst wurde.

1796 + 1800

Französische Revolutionstruppen plünderten das Kloster Neustadt am Main.




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