Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
  Klöster in Bayern - Kloster Neustadt am Main 

Korrigiert am 30.03.2013

 

Klostername: Neustadt am Main

Ortsname: Neustadt am Main, früher Rorinlacha

 

Basisdaten

Orden: Benediktiner

Diözese: Würzburg

 

Patrozinium der Saalkirche, sie gehörte zum 1. Kloster im Tal: Martin, Maria, Petrus und Paulus.

Ausrichtung der Saalkirche nach Osten: 13,5°

Gründungszeit: um 742.

Gründer: Wahrscheinlich Megingaud, später zweiter Bischof von Würzburg (von 754 bis 769).

 

Patrozinium der Übergangskirche auf dem Michaelsberg: ?.

Ausrichtung der Übergangskirche nach Osten: ?°.

Gründungszeit: um 772.

Gründer: Megingaud (Megingoz).

 

Patrozinium der Vierungskirche im Tal: Martin, Dionysius, Christus Salvator, Hl. Kreuz.

Ausrichtung der Vierungskirche nach Osten: 10,5°.

Gründungszeit: um 772.

Gründer: Megingaud (Megingoz).

Einweihung: 22 August 781.

 

Patrozinium der Basilika an der Neuen Statt: Martin, Dionysius, Christus Salvator, Maria.

Ausrichtung der Basilika nach Osten: 11,3°

Gründungszeit: um 772.

Gründer: Megingaud (Megingoz).

Einweihung: 22 August 781.

Erweiterung bzw. Umbau: Um 1100 und von 1625 bis 1623

Umbenennung des Patrozinium: In St. Gertrud und St. Michael am 8. Dezember 1879.

 

Patrozinium der Kreuzkapelle im Südturm der Basilika: ?.

Ausrichtung der Kreuzkapelle nach Osten: ?°.

Gründungszeit: ?.

Gründer: ?.

 

 

Die Gründungs-Geschichte:

 

Um 738 nutzte Burkhard, bevor er Ende 742 der 1. Bischof von Würzburg wurde, das Jagdschloss der Karolinger in Rorinlacha, auf dem Michaelsberg im heutigen Neustadt am Main, als Kloster. Bonifatius hatte es, laut der Vita Burkardi II., von Pippin den Jüngeren erhalten.

 

Als Burkard 742 zum Bischof von Würzburg benannt wurde, zog Megingaud nach Rorinlacha, den Grund erhielt er von seinem Verwandten dem Mattonen Hatto. Megingaud baute im Tal von Rorinlacha, an der „alten Statt“, ein kleines Kloster mit Saalkirche, eventuell mit Unterstützung durch den Heiligen Pirmin.

 

Im Februar 754 trat Burkhard als Bischof zurück und Bonifatius weihte Megingaud zum zweiten Bischof von Würzburg.

 

Würzburgs zweiter Bischof Megingoz / Megingaud verzichtete Anfang 769 auf sein Amt und zog sich mit einigen Getreuen zurück in das von Ihm um 741 erbaute Kloster mit Saalkirche in „Rorinlacha“ am westlichen Mainviereck, das heutige Neustadt am Main.

 

Er baute um das Jahr 772, auf Initiative Karl des Großen, an der „Neuen Statt“ ein neues Benediktinerkloster.

Dieses Kloster hatte schon die gleichen Ausmaße wie die heutige Klosteranlage. Man nimmt an, dass der Frankenkönig die Gründung des Klosters wegen der Sachsenmissionierung veranlasste. Karl der Große veranlasste wahrscheinlich auch, dass „50 Glaubensbrüder Megingaud nach Neustadt folgten“ (Vita Burkardi II.).

 

Ab 772 war Neustadt eine königliche Abtei, das Kloster erhielt die erste von insgesamt 7 Königsurkunden. König Karl der Große förderte das Kloster und stattete es mit großen Gebieten im Spessart aus. Neustadt war damals eng mit dem anderen Königskloster Amorbach verbunden; häufig wurden in karolingischer Zeit beide Klöster vom gleichen Abt geleitet.

Auf Geheiß Karls des Großen arbeiteten die beiden Abteien in der Missionsarbeit im sächsischen Verden an der Aller intensiv zusammen. Drei Äbte aus Neustadt bzw. Amorbach waren auch Bischöfe in diesem Missionsbistum, 31 km südöstlich von Bremen.

 

 

Aufhebung des Benediktinerkloster: 1803

 

Das Kloster kam in den Besitz des Fürsten Konstantin Joseph von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. Am 25. Mai 1857 brannten Kirche und Klostergebäude nach einem Blitzeinschlag ab.

Das heutige Patrozinium der Pfarrkirche (ehemalige Basilika): St. Gertrud und St. Michael besteht seit der Neuweihe am 8. Dezember 1879.

Das Kloster war über 100 Jahre eine Ruine. 1960 wurde von den Missions-Dominikanerinnen der hl. Katharina von Siena, an gleicher Stelle eine neue Klosteranlage errichtet, die 1962 eingeweiht wurde.

 

 

Literatur

- Feulner, Adolf: Bezirksamt Lohr, Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern Reihe III Bd. 9, München 1914, S. 56–88

 

- Boeckelmann, Walter: Die Stiftskirche zu Neustadt am Main, Berlin 1965

 

- Pfarrer Langhans und Bippus Bernd, Festschrift zur 1250 Jahrfeier des Klosters Neustadt am Main, 1969

 

- Beiträge zur Geschichte der vor 1200 Jahren gegründeten ehemaligen Abtei (768/59–1968) in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter 30 (1968), S. 7 ff.;

 

- Stengel, Edmund E.: Das gefälschte Gründungsprivileg Karls des Großen für das Spessartkloster Neustadt am Main, in: Mitteilungen des Institutes für österreichische Geschichtsforschung 58 (1950), S. 1–30

 

- Wamser, Ludwig: Erwägungen zur Topographie und Geschichte des Klosters Neustadt am Main und seiner Mark. Versuch einer Annäherung der archäologischen und historischen Quellenaussagen, in: Jürgen Lenssen / Ludwig Wamser (Hg.): 1250 Jahre Bistum Würzburg, Würzburg 1992, S. 163–204 und S. 270 f.

 

- Heinrich Wagner: Zur Neustädter Privilegienfrage in Archiv für Diplomatik, 46. Band (2000). Seite 49-154.

 

- Heinrich Wagner, Die Würzburger Bischöfe 741-842 in WDGB Band 65 (2003), S. 17-43.

 

 

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