Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
  Zeitliche Fakten von 999 vuZ bis zum Jahr 699 

Erstellt am 3.6.2006. Ergänzt und zuletzt korrigiert am 22.10.2012.



Geschichtsdaten Teil 2: Von 1.000 v.u.Z. bis 699.

 

Die 6 unterschiedlichen Seiten mit „Geschichts-Jahresdaten“ im Überblick.

Bis 999 v.u.Z.:         http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=204

1000 v.u.Z. bis 699:  http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=280

700 bis 799:             http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=205

800 bis 1299:           http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=206

1300 bis 1800:         http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=207

1800 bis Heute:        http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=208


Die Daten von Neustadt und Erlach in roter Schrift.
Daten die in Verbindung mit Neustadt stehen in blauer Schrift.
Allgemeine geschichtliche Daten in schwarzer Schrift.

 

v.u.Z. = Vor unserer Zeitrechnung

 

Um 1.000  v.u.Z.

Anfänge der etruskischen Hochkultur in Italien. Die Etrusker sind wahrscheinlich aus der heutigen Türkei um Izmir, dem damaligen Lydien um die Stadt Sardis, nach Oberitalien ausgereist.

Um 800 v.u.Z.

Archäologen aus den USA haben im Südosten von Mexiko eine Pyramide entdeckt, die nach Radiocarbon Messungen, die älteste „der Neuen Welt“ zu sein scheint. Die Pyramide liegt auf der Insel La Venta zwischen den mexikanischen Staaten Veracruz und Tobasco. Die Pyramide ist rund, etwa 30 Meter hoch und hat einen Basis Durchmesser von knapp 120 Metern.

800 v.u.Z.

Bei Binsfeld stieß man Mitte 2012 auf den Steinwall eines alten Weinbergs, der in der Hallstattkultur (etwa 800 bis 400 v. Chr.) während der Eisenzeit angelegt wurde.

776 bis 393 v.u.Z.

Die antiken Olympischen Spiele finden in Olympia auf der Halbinsel Peloponnes in Griechenland statt.

753 v.u.Z.

Gründung Roms, der Sage nach durch Romulus und Remus.

750 – 100 v.u.Z.

Die Kelten besiedelten auch in der Eisenzeit Mainfranken. Nach Tacitus und Ptolemaeus hat der keltische Stamm der Helvetier hier gesessen, bevor er in die Schweiz abwanderte. Um 60 v.u.Z. saßen die Helvetier bereits in der heutigen Schweiz.
Der Ringwall auf dem Gaiberg (Gauberg) stammt mit größter Wahrscheinlichkeit aus dieser Zeit. Der Ringwall steht unter Denkmalschutz, Nr. D 6-6023-0014.

Um 600 v.u.Z.

Der Inder Yajnavalkya erkannte, dass die Erde rund ist, und glaubte, die Sonne sei „die Mitte der Sphären“, wie er es im Veda zu dieser Zeit beschrieb. Das erste Heliozentrische Weltbild!

Um 600 v.u.Z.

Beginn des Römischen Reichs.

Um 600 v.u.Z.

Die Griechen gründen die Kolonie Massilia (= Marseille).

598 – 539 v.u.Z.

Das Babylonische Exil der Israeliten beginnt 598 v.u.Z. mit der Eroberung Jerusalems durch den babylonischen König Nebukadnezar II. und dauert bis zur Eroberung Babylons 539 v.u.Z. durch den Perserkönig Kyros II.

Quelle: Das Buch Daniels, es wird heute auf kurz vor 164 v.u.Z. datiert.

Um 550 v.u.Z.

Der Grieche Anaximander von Milet stellte als erster Europäer die Theorie auf, dass die Erde eine Kugel ist und sich im Zentrum unseres Sternensystems befindet. Er zeichnete als erster nicht nur eine geographische Karte mit der damals bekannten Verteilung von Land und Meer, er konstruierte auch eine Sphäre, einen Himmelsglobus. Die geogr. Karte ist heute verschollen, wurde um 500 v.u.Z. durch Hekataios von Milet ausgewertet, aus dessen Werk eine halbwegs konkrete Darstellung der damaligen Weltsicht überliefert ist. Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Anaximander und http://de.wikipedia.org/wiki/Hekataios_von_Milet
Erste Erwähnung der Kelten.

550 v.u.Z.

Die griechischen Philosophen Leukipp und Demokrit benennen das Atom (gr.: atomos) als das kleinste, unteilbare Materieteilchen.

530 v.u.Z.

1978 wurde das Hügelgrab des Kelten-Fürsten von Hochdorf an der Enz gefunden. In der fürstlichen Grabkammer befindet sich unter anderem ein großer Bronze-Kessel aus Griechenland und eine elegante Liege aus Bronze.

500 – 400 v.u.Z.

Keltische Stämme dringen nach Oberitalien ein und siegten gegen die Etrusker.

Um 500 v.u.Z.

Der Buddhismus entwickelt sich. Der Religionsstifter Siddhartha lebte von 560 bis 480 in Nordindien.

Um 500 v.u.Z.

Der Konfuzianismus entwickelt sich. Der Religionsstifter Kong Qiu lebte von 551 bis 479 in China.

Um 500 v.u.Z.

Erste schriftliche Erwähnung der Kelten = Keltoi (griechisch: Die Tapferen, die Edlen) stammt von Hekataios von Milet in seiner Weltkarte. Die Kelten bauen schon zu dieser Zeit zweiachsige Wagen. Sie betreiben intensive Handelsbeziehungen mit dem Mittelmeerraum, z.B. mit der griechischen Kolonie in Massilia (Marseille) und mit den Etruskern in Norditalien.

482 – 79 v.u.Z.

Niedergang des etruskischen Reiches.
482, Beginn der Auseinandersetzung zwischen der etruskischen Stadt Veji und Rom.
79, Kapitulation der etruskischen Stadt Volterra. Endgültige Romanisierung Etruriens

Um 450 v.u.Z.

Die fünf Bücher Mose entstehen.
Moses lebte wahrscheinlich um 1.250 v.u.Z.

Um 400 v.u.Z.

Hippokrates (460 bis 370) gab in seinen Schriften Anweisungen für die delikate Schädeloperation.

Um 400 v.u.Z.

1994 wurde das Grab des Keltenfürst vom Glauberg, bei Büdingen, mit einer 1,8 Meter großen Staue gefunden.

Um 385 v.u.Z.

Nach einer Niederlage des römischen Heeres am 18. Juli in der Schlacht an der Allia gegen die Kelten, brennen die Kelten Rom nieder und belagern den Kapitol-Hügel. Die „Gallierkatastrophe, auch Unglückstag bei den Römern genannt“ blieb als ein Trauma im kollektiven Gedächtnis der Römer haften und spielte noch eine Rolle, als sie später, unter Julius Caesar, Gallien erobern konnten. Die Stadt Rom selbst blieb dagegen bis zum Einfall der Westgoten im Jahre 410, acht Jahrhunderte von weiteren Einfällen verschont.

335 v.u.Z.

Die Kelten treffen an der Donau auf Alexander den Großen.
Alexander der Grosse: "Wovor fürchtet ihr euch?".
Keltenfürst: "Vor nichts, außer das uns der Himmel auf den Kopf fällt".

323 v.u.Z.

Alexander der Große stirbt in Babylon.

Um 350 v.u.Z.

Karthago war zur reichsten Stadt des Mittelmeerraums geworden. In ihr wohnten 400.000 Menschen, weitere 100.000 lebten in der angrenzenden landwirtschaftlichen Nutzfläche der Megara.

295 v.u.Z.

Die Römer besiegen die Kelten. Schlacht bei Sentium in Umbrien, Verdrängung der Kelten aus Umbrien.

279 v.u.Z.

Einfälle der Kelten unter Bolgios und Brennus nach Griechenland. Die Kelten plündern Delphi.

275 v.u.Z.

Der keltische Kleinstaat Galatien, um Ankara, entsteht.

264 – 241 v.u.Z.

Der Erste Punische Krieg zwischen Kartago (Punien) und Rom wurde hauptsächlich mit Seestreitkräften und auf Sizilien geführt.

Um 250 v.u.Z.

Aristarch(os) von Samos (* um 310 v.u.Z. auf Samos; † um 230 v.u.Z.) war ein griechischer Astronom und Mathematiker. Er war der erste griechische Astronom, der das heliozentrische Weltbild vertrat, wonach die Sonne und nicht die Erde im Zentrum des Weltalls steht.

Nach 250 v.u.Z.

Eratosthenes von Kyrene (* um 273, + 198 v.u.Z.) berechnete erstaunlich genau den Umfang der Erde.

218 – 201 v.u.Z.

Der Zweite Punische Krieg ist durch Hannibals Überquerung der Alpen bekannt geworden. 216 erlitten die Römer in der Schlacht von Cannae ihre schwerste Niederlage überhaupt, verbündete Keltenstämme unterstützten Hannibal. Die Römer gingen daraufhin zu einem langjährigen Abnutzungskrieg über und siegten schließlich in der Schlacht von Zama unter ihrem Feldherrn Scipio dem Älteren. Der Krieg entschied den Kampf der beiden Städte um die Vorherrschaft im Mittelmeerraum endgültig zugunsten Roms.

Um 200 v.u.Z.

Die Kelten erreichten ihre größte Ausbreitung. Erste keltische Münzprägung. Errichtung des keltischen Königreiches Norikum.

Um 200 v.u.Z.

Die ältesten bekannten biblischen Schriftrollen wurden 1947 bei Qumran gefunden und entstanden etwa 200 Jahre v. Chr. Sie enthalten aramäische und hebräische Bibeltexte aus exilisch-nachexilischer Zeit, darunter eine fast 7,5 Meter lange Rolle des vollständigen Jesajabuchs (66 Kapitel). Sie wichen zur großen Überraschung der Bibelforschung nur minimal von den bis dahin bekannten, 1.200 Jahre jüngeren mittelalterlichen Bibelhandschriften des Alten Testaments ab, so dass von einer enormen Disziplin bei der generationenlangen Abschrift von Bibeltexten auszugehen ist.

Um 200 v.u.Z.

Der Grieche Eratosthenes errechnet, dass der Erd-Umfang 39.500 Kilometer beträgt. Ein Ergebnis, dass nur 1,5% vom heutigen Wert 40.075 Kilometer abweicht.

192 v.u.Z.

Eroberung von Bononia (heutiges Bologna) durch die Römer; wesentliche Teile der Poebene unter römischer Herrschaft.

175 v.u.Z.

Der Kleinkrieg Roms gegen die oberitalienischen Kelten endete zugunsten Roms.

153 v.u.Z.

Der römische Senat legte den 1. März als Jahresanfang fest. September, lateinisch = septem = sieben. Dezember, lateinisch = decem = zehn.

149 – 146 v.u.Z.

Der Dritte Punische Krieg endete mit der vollständigen Zerstörung Karthagos.

113 v.u.Z.

Bei Noreia, Ort im Noricum, unterlag das römische Heer unter Konsul Gnaeus Papirius Carbo den Kimbern.

113 bis 101 v.u.Z.

Die Kimbern und Teutonen durchziehen das Keltengebiet in Süddeutschland, Ostfrankreich und im Alpenraum.

100 – 9 v.u.Z.

Die Markomannen, ein Teilstamm der Sueben/Schweben (ein elbgermanischer Stamm) besiedeln das Maingebiet.

Um 80 v.u.Z.

Die Germanen werden erstmals in einer Schrift des griechischen Gelehrten Poseidonios von Apameia erwähnt.

63 v.u.Z.

Der römische Feldherr Gnaeus Pompeius Magnus eroberte Jerusalem.

Um 60 v.u.Z.

Der Hauptort der Noriker (Nyrax bzw. Noreia) wurde von den keltischen Boiern erfolglos belagert.

58 bis 51 v.u.Z.

Caesar erobert Gallien. Im Sommer 58 schlägt Caesar die Sueben bei Mühlhausen im Elsass.

57 v.u.Z.

Caesar besiegt die keltischen Beligierstämme.

55 v.u.Z.

Caesar überschreitet mit seiner Streitmacht erstmals den Rhein in Richtung Osten.

52 v.u.Z.

Julius Cäsar schlägt die Kelten in der Schlacht bei Alesia, in der Mitte zwischen Genf und Paris. Gallien wird römisch.

47 v.u.Z.

Ganz Kleinasien einschließlich des keltischen Galatien gerät unter Caesar in römische Hände.

45 v.u.Z.

Der Julianische Kalender wird unter Julius Caesar eingeführt.
Der Julianische Kalender war im gesamten Römischen Reich anerkannt, der Jahresanfang wurde auf 1. Januar festgelegt. Jedoch wurde im Laufe der Zeit von Region zu Region der Jahresanfang verschieden gehandhabt. Im Mittealter wurde in christlichen Gebieten sogar der 25. Dezember, die Geburt Christi, als Jahresbeginn festgelegt.

 

Jan

Feb

März

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

 

Römischer Kalender
bis 46 v. Chr.

29

28

31

29

31

29

31

29

29

31

29

29

355

Tage

Julianischer Kalender
ab 45 v. Chr.

31

28

31

30

31

30

31

31

30

31

30

31

365

Tage

44 v.u.Z.

Caesar wir ermordet.

40 v.u.Z.

Endgültige Romanisierung Etruriens.

27 v.u.Z.

Octavian erhält den Ehrennamen Augustus (der Erhabene) und wird Kaiser von Rom.

Um 17 v.u.Z.

An der Mosel gründen die Römer die Stadt Augusta Treverorum, das heutige Trier.

15 – 14 v.u.Z.

Die römischen Feldherren Tiberius und Drusus zerstören das keltische Oppidum Manching (460 ha groß, 7 km lange Ringmauer, 100.000 Einwohner) und gründen zwischen Donau und Alpensüdhang die Provinzen Raetia und Noricum.

13/12 v.u.Z.

Die Römer errichten in Mogontiacum / Mainz ein 36 ha großes Lager für 2 Legionen (2 * 6.000 Mann). In Mainz war vorher ein keltische Siedlung.

10 v.u.Z.

Römischer Feldzug gehen die Chatten, von Mainz ausgehend.

9 v.u.Z.

Der römische Feldherr Drusus besiegt die Markomannen im Maingebiet. Der Hauptteil der Markomannen zieht darauf unter König Marbod, von den Römern selbst eingesetzt, nach Osten in das keltische Gebiet der Boier (heutiges Böhmen).

Um 9 v.u.Z.

Die Römer bauen in Marktbreit auf dem Kapellenberg, an der Südspitze des Maindreiecks, ein Lager mit 37 ha Umfang für 2 Legionen (2 * 6.000 Mann). Es wurde am 20. Juli 1985 vom Luftbildarchäologe Otto Braasch entdeckt und vom LafD Bayern, von 1987 bis 1992 ergraben. Die Römer hielten sich zu dieser Zeit in der Maingegend auf, sie waren sicherlich auch in Neustadt. Der Limes am westlichen Mainviereck wurde erst um 100 gebaut.

7 v.u.Z.

Jeschua (Aramäisch = Gott hilft) wird geboren. Griechisch heißt Jesua à Jesus. Geboren wahrscheinlich nicht in Bethlehem, sondern in Nazareth. Bethlehem war der Geburtsort von König David.

4 v.u.Z.

König Herodes der Große von Palästina stirbt. Überall Aufstände gegen die Römer. In Sepphoris, die alte Hauptstadt von Galiläa (galil hagoijim = Region der Heiden), 6km nördlich von Nazareth, riss der Rebell Judas, Sohn des Ezechias, die Herrschaft an sich. Aus Sicht der Römer war die Gefahr so groß, dass der mächtige Statthalter von Syrien, Publius Quincttilius Varus, von Norden her gegen die Rebellen vorrückte und Sepphoris in Schutt und Asche legte. Rund 2000 palästinensische Rädelsführer hatte dann der Römer ans Kreuz nageln lassen. In Galiäa und Peräa übernimmt Herodes Antipas (Verbannung 39 n.u.Z. nach Gallien) die Regierung, in Judäa und Samaria Herodes Archelaos (Verbannung 6 n.u.Z.) und Herodes Philippos in Ituräa, Golan und Trachonitis. Im Folgejahr wird Sepphoris wieder aufgebaut.

Um 0

Als außergewöhnlich selten bezeichnet Archäologe Markus Arnolds am 18. August 2012 die jüngsten Funde bei Karsbach/Höllrich (Lkr. Main-Spessart). In einer spätkeltischen/frühgermanischen Siedlung (etwa 50 v. Chr. bis 10 n. Chr.) aus der Spätlatenezeit/Frühe Römische Kaiserzeit fand man erstmals römische Schriftfragmente in einem germanischen Grubenhaus. „Das könnte bedeuten, dass zur Zeit des Feldherrn Varus, also in den Tagen des Kaisers Augustus, Römer die Gegend hier okkupiert hatten“, so der Archäologe.

0 – 100 n.u.Z.

Die Römer siedeln die Hermunduren, ebenso ein Teilstamm der Sueben, im Maingebiet an. Sie vermischen sich mit den restlichen Markomannen.

6 n.u.Z.

Zangen-Feldzug der Römer gegen die Markomannen in Böhmen, von Mainz und Carnuntum bei Bratislava ausgehend.

9

Niederlage römischer Legionen (ca. 20.000 Mann) unter Varus (der Varus, der 4 v.u.Z. Statthalter von Syrien war) gegen die Germanen unter dem Cherusker Arminius bei Kalkriese in der Nähe von Osnabrück. Der germanische Fürstensohn Arminius, römischer Offizier und Truppenkommandeur, wechselt die Seiten und lockt drei Legionen in einen Hinterhalt. Der Vormarsch Roms nach Germanien ist gestoppt.

14

Octavian / Augustus stirbt mit 76 Jahren in der Nähe von Neapel. Kaiser wird sein Adoptivsohn Tiberius, ein erfolgreicher Feldherr.

18 – 36

Joseph Kaiphas wurde jüdischer Hohepriester.

19

Die neu erbaute Stadt Tiberias, am Westufer des Sees Genezareth, wird neue Hauptstadt von Galiläa. Herodes Antipas errichtet sie zu Ehren Kaiser Tiberius.

26 – 36

Der römische Adelige Pontius Pilatus wird Präfect in Judäa.

28 n.u.Z.

Jesus tritt erst um das Jahr 28 aus dem Nichts auf, denn bis zu diesem Zeitpunkt hatte offenbar niemand etwas von ihm gehört.

30

Kaiphas und Pilatus machen Jesus den Prozess. Am 7. April 30 stirbt Jesus, der angebliche Staatsfeind, um 15:00 an einem T-förmigen Gerüst auf dem Hügel Golgatha in Jerusalem. Nach neusten Erkenntnissen wurden die Füße wahrscheinlich seitlich ans Kreuz angenagelt. Sein Tod und speziell seine Auferstehung verändert kurz darauf die Welt. Petrus führt die Anhänger, später übernimmt Jakobus, der Bruder von Jesus, die Führung der Christen.

33

Paulus, der überzeugte Pharisäer und römischer Bürger, stürzt bei einer Reise nach Damaskus vom Pferd, sieht ein gleißendes Licht und hört eine Stimme: „Schaul, Schaul, warum verfolgst du mich“?
Er wandelt sich vom scharfen Christenfeind zum glühendsten Verteidiger Jesu. Er hat Jesus selbst nie getroffen.

49

Kaiser Claudius weist Juden und Judenchristen aus Rom aus.

Um 50

Paulus schreibt den 1. Thesalonicherbrief, die älteste schriftliche Quelle zum Christentum, die überliefert ist.

54 – 67

Die Regierungszeit des Kaiser Nero.

64

Rom brennt. Nach neuesten Erkenntnissen wurde Rom nicht von Kaiser Nero angezündet. Nero gibt den Christen die Schuld und lässt viele von ihnen ermorden, erste Christenverfolgung.

64 bzw. 67

Paulus wird zusammen mit Petrus Opfer der Christenverfolgung.

66 – 70

Die Juden erheben sich gegen die römischen Besatzer. Die Römer machen Jerusalem dem Erdboden gleich, der Tempel ist nur noch ein rauchender Trümmerhaufen.

69 – um 130

Die Römer errichten den Limes als Reichsgrenze.

Um 70 – 100

Die vier Evangelien, die heiligen Schriften des Christentums, entstehen.

Um 70

Das Markus-Evangelium entsteht. Markus sammelt die mündlichen Überlieferungen, ordnet sie, die erste Jesus-Bibliografie entsteht.

75

Der jüdisch-römische Historiker Josephus Flavius beginnt mit der Niederschrift seiner Werke.

79

Der Vesuv bricht aus und zerstört Pompeji.

Um 80

Matthäus übernimmt den größten Teil des Markus-Evangeliums, schreibt es jedoch um.

Um 80

Das 50.000 Zuschauer fassende Kolosseum wird nach achtjähriger Bauzeit in Rom eröffnet.

Um 90

Das Lukas-Evangelium entsteht.

Um 90

Gründung der römischen Provinz Obergermanien.

98 – 117

Unter Kaiser Trajan erreicht das Imperium Rom seine größte Ausdehnung.

Um 100

Das Johannes-Evangelium entsteht.

Um 125

Das älteste erhaltene Dokument des Neuen Testaments, eine Passage des Johannesevangeliums, wird auf ägyptischem Papyrus angefertigt.

Um 130

Um 130 existiert eine durchgehende Limespalisade.

132 – 135

Unter Führung von Simon bar Kochba erheben sich die Juden abermals gegen Rom. Die siegreichen Römer errichten auf den Ruinen Jerusalems die Garnisonsstadt Aelia Capitolina, zu der Juden keinen Zutritt haben.

Um 150

Ein Volk, bestehend aus Hermunduren und Markomannen, besiedelt das Maingebiet.

Um 150

Ptolemäus (* um 100; † um 175) verfeinerte das vom Griechen Anaximander um 550 v.u.Z. und von Hipparchos von Nicäa um 140 v.u.Z. vorgeschlagene geozentrische Weltbild, das dann später das Ptolemäische Weltbild genannt wurde. Er verwarf das von Aristarchos von Samos (*um 310 v.u.Z., +um 230 v.u.Z.) und Seleukos von Seleukia (*um 190 v.u.Z., +?) vertretene heliozentrische Weltbild. Erst 1.300 Jahre später wurde das heliozentrische Weltbild wieder von Nikolaus Kopernikus 1543 (*1473, +1543), von Johannes Kepler um 1620  (*1571, +1630) und von Galileo Galilei 1632 (*1564, +1642) propagiert.

Um 150

Ersterwähnung der Sachsen = Saxones durch Ptolemaeus.

Um 155

Der Limes südlich des Main wird nach Osten bzw. Norden vorverlegt auf die Linie Miltenberg – Lorch – Aalen.

Um 175

In der römischen Grenzstadt Moguntiacum (Mainz) am Rhein gab es seit dem späten 2. Jahrhundert eine christliche Gemeinde.

Um 180

Die Semnonen (ein elbgermanischer Stamm) besiedeln den oberen Main und bilden dort den Hauptteil der Alamannen/Alemannen.

Um 180

Irenäus, ein Bischof aus Lyon, gestorben 202, spricht von Christen im Mosel- und Rheingebiet.

213

Die Alemannen, aus den germanischen Semnonen und germanischen Juthungen (ein Reitervolk) bestehend, sind aus dem heutigen Thüringen kommend bis zur römischen Maingrenze vorgestoßen. Sie haben gegen den röm. Kaiser Caracalla(s) eine Niederlage erlitten.

Um 235

Schlacht der Römer gegen die Chatten auf dem Harzhorn unter dem Soldaten-Kaiser Maximinius Thrax, östlich des Limes bei Kalefeld im heutigen Südniedersachsen am westlichen Harzrand. Auf dem 1.500 Meter langen und 300 Meter breiten Schlachtfeld wurden über 600 Objekte gefunden.
Dreiflügelige Pfeilspitzen legen den Verdacht nahe, dass syrische Bogenschützen beteiligt waren, dazu armenische Einheiten und maurische Speer-Schleuderer, also Kämpfer aus dem heutigen Marokko. Zu jener Zeit setzten die Römer gerne auf fremde Legionäre, um die Germanen zu erschrecken.

250 – 260

Die Alemannen zerstörten den gesamten obergermanischen Limes und besetzen das von den Römern geräumte Süddeutschland.

259

Fränkische Truppen (erstmals als Franki in römischen Quellen erwähnt) nahmen das römische Kastell Gellep (Nähe Krefeld) ein.

268 – 383

Ständige Überfälle und Verwüstungen des römisch besetzten Galliens durch die Franken, Alemannen bzw. Juthungen.

Um 290

Die Burgunder (ein weichselgermanischer Volksstamm) verdrängen die Alemannen aus dem Raum zwischen Taunus und Neckar und damit aus dem Maingebiet.

Nach 300

Etwa seit dem 4. Jahrhundert ist Mainz Bischofssitz.

Nach 300

Nahezu alle germanischen Stämme, die südwärts gezogen waren, hatten die weit verbreitete Lehre von Arius angenommen (Arianische Lehre). Diese verneinte die Wesensgleichheit Christi mit seinem Vater.

306

Auf der Synode von Elvira wird das Zinsgeschäft für die Christen verboten.

312

Konstantin der Große ordnet nach dem Sieg in Rom an der Milvischen Brücke gegen seinen Rivalen Maxentius das Römische Reich neu. Konstantin hatte mit Hilfe vieler christlicher Soldaten in seinem Heer gegen den mächtigen Kaiser Maxentius gesiegt. Die Christen spielen bei der Neuordnung eine entscheidende Rolle. Er schenkt dem römischen Bischof den Lateran-Palast, befreit den Klerus von Steuern und stellt die geistliche Rechtsprechung der stattlichen gleich.

313

Kaiser Konstantin verkündet, die Christen dürfen nicht mehr wegen ihres Glaubens bestraft werden. Er fördert das Christentum und lässt sich 337 auf dem Sterbebett taufen.

325

Innerchristlicher Streit, ob Jesus Mensch oder Gott gewesen ist.
Konstantin ruft in seiner Sommerresidenz Nicäa die Bischöfe zusammen (1tes ökumenisches Konzil) und teilt Ihnen seine Entscheidung mit: Jesus ist Gott!
Insgesamt 300 Bischöfe nehmen teil, nur 7 von ihnen aus der westlichen Kirche. Er zwingt sie, ein Glaubensbekenntnis zu formulieren, das – mit einem späteren Zusatz über den heiligen Geist – noch heute Gültigkeit hat.

330

Bischof Wulfila bringt den Goten den christlich arianischen Glauben.

333

Der Dom St. Peter in Trier, der älteste Kirchenbau in Deutschland, wird gebaut. Der noch erhaltene Kernbereich war 383 n. Chr. Vollendet.

335, Dez. 31.

Papst Silvester I. stirbt in Rom. Deswegen heißt der 31. Dezember Silvester. Silvester baute auch die erste Petruskirche über dem Petrus-Grab.

336

Arius stirbt in Alexandrien.

346

Ab 346 werden Mainzer Bischöfe erwähnt.

350

Papst Julius I. (Papst von 337 bis 354) erklärte im Jahr 350 den 25. Dezember zum Geburtstag Jesu Christi.

Um 360

St. Martin gründet das erste gallische Mönchskloster nahe Tours.

360-400

Die 1996 in Obernburg in der Römerstraße 31 gefundenen Fragmente einer in Rom hergestellten Schliffglasschale mit den Darstellungen von Christus Salvator, flankiert von den Apostelfürsten Petrus und Paulus, wird in die Zeit um 360-400 n. Chr. datiert.

368

Die Alamannen mit ihrem Führer Rondo drangen in Mainz ein und entführten Männer und Frauen als Sklaven.

375-568

Als Völkerwanderungszeit im engeren Sinne wird der Zeitraum von 375 (Einbruch der Hunnen nach Ostmitteleuropa) bis 568 (Einfall der Langobarden in Norditalien) bezeichnet.

380

28.02. - Der römische Kaiser Theodosius in Konstantinopel erklärt das Christentum zur Staatsreligion.
Erstmals werden die Thüringer als „Thoringi“ erwähnt.

380

Die Alamannen unter Fürst Makrian unterlagen den Germanen an der Lahr und Wetterau.

382

Synode in Rom. Aus einem Wirrwarr von zahllosen Evangelien entsteht der Kanon (=Richtschnur), das neue Testament mit seinen 27 Schriften (wie wir es heute kennen), für die Christen.

393

Die Olympischen Spiele des Altertums finden zum letzten Mal statt.

395

Nach dem Tod des Kaisers Theodosius I., Teilung des Römischen Reiches in ein Ost- und Weströmisches Reich.

Um 400

Die Silingen, ein Teilstamm der Vandalen, besiedeln das Maingebiet.

406

Nördlich von Mainz, Kämpfe zwischen Germanen und Vandalen. 20.000 Vandalen sollen gefallen sein.

406/407

Die Vandalen unter Gunderich fielen über die römische Rheinbrücke in Mainz ein.
31. Dezember, die Römer räumen die Rheingrenze. Die fränkischen Salier besetzen Flandern bis zur Nordsee und westliche Gebiete Galliens.

410

Die Westgoten unter Alerich erobern Rom.
Die Römer ziehen sich aus Britannien zurück.

411

Die Burgunder gründeten ein Reich am Mittelrhein (Hauptstadt Worms) unter König Gundikar (Im Nibelungenlied Gunter).

Um 425 – 751

Das fränkische Merowingerreich existierte ca. 350 Jahre. Die Merowinger sind das Geschlecht der ältesten fränkischen Könige. Der Name ist abgeleitet von Merowech.

436

Im Auftrag des weströmischen Feldherren Aëtius zerschlugen die Hunnen das Reich der Burgunder. Gundahar (Gunter in der Nibelungensage), der König der Burgunden, fällt im Kampf.

440

Der Titel Papst ist in Rom seit 440 (Papst Leo I., der Große) bezeugt und ist dem Bischof von Rom vorbehalten.

444

St. Patrick beginnt mit der Christianisierung in Irland.

451

Schlacht auf den Katalaunischen Feldern, westlich von Troyes im Nordosten Frankreichs. Die Hunnen unter Attila und ihre ostgotischen und gepidischen Vasallen kämpften gegen den weströmischen Feldherren Flavius Aëtius unterstützt von Childebert (Rheinfranken) und Merowech (Salfranken). Die Schlacht endete ohne Sieger, die Hunnen mit Attila traten den Rückzug an.
Die Hunnen plünderten vorher: Straßburg, Worms, Mainz, Köln, Trier, Metz, Reims, Tournai, Cambrai, Amiens und Beauvais.

453

Attila starb in der Hochzeitsnacht mit der Gotin Hildico. Der Verfall des Schwarz-Hunnen-Reiches begann.

454

Auf die Ermordung Aetius Flavius in Rom folgte der langsame, aber nun endgültige Verlust der römischen Kontrolle über Gallien. Bis in die 70er Jahre des 5. Jahrhunderts konnte noch die Provence und Auvergne gehalten werden. Das gallorömische Sonderreich in Nordgallien des rex Romanorum Syagrius konnte sich noch bis 486 halten.

455

Plünderung von Rom durch die Vandalen. 406 überschritten sie den Rhein.

455/56

Die fränkischen Ripuarier sitzen im Raum Köln, im Moselgebiet und bis zu den Ardennen. Mainz ist in fränkischer Hand.

476

23. August, Ende des Weströmischen Reichs. Der letzte Kaiser des Westreichs, Romulus Augustulus, wurde vom germanischen Söldnerführer Odoaker gestürzt.

481 – 511

Unter dem Merowinger Chlodwig I. umfangreiche Gebiets-Eroberungen der Franken.

484

Der mächtige Westgotenkönig Eurich ist gestorben und hinterließ ein Machtvakuum im Süden. Diese Situation lenkte die Aufmerksamkeit von Chlodwig auf das Reich des Syagrius, das sich vom Oberlauf der Loire bis auf die Höhe von Cambrai erstreckte und vermutlich Gebiete der Belgica Secunda einschloss.

486

Chlodwig I. besiegt die Römer unter Syagrius bei Soissons. Der römische Landbesitz fällt in die Hände des fränkischen Könighauses.

493

Die Ostgoten unter Theoderich den Großen besiegen Odoaker bei Ravenna, Odaker wird ermordet.

Ende 5. Jhd.

Die Alemannen besiedeln das Maingebiet.

496/497

Sieg der Franken, unter dem Merowinger Chlodwig I., über die Alemannen bei Zülpich.
Fast das gesamte Gebiet zwischen Rhein-, Main- Altmühl- und Neckar geht nach dem Sieg in fränkisch-merowingischen Fiskalbesitz über.

498

Weihnachten 498 ließ sich Chlodwig I. zusammen mit 3.000 Franken von Bischof Remigius in Reims taufen. Bei der Taufe spricht Bischof Remigius zu Chlodwig: „Beuge nun, stolzer Sicamber dein Haupt und unterwirf es dem sanften Joche Christi! Bete an, was du bisher verbrannt hast, und verbrenne, was du bisher angebetet hast!“.

Um 500

Der Stamm der Hermanduren (Thüringerreich) bevölkert das Gebiet zwischen Oker und Ohre im Norden, Main im Süden, Mulde und Elbe im Osten und den Chatten (Hessen) im Westen.

506

Niederschlagung eines alemannischen Aufstands gegen die fränkische Vorherrschaft.

507

Chlodwig I. erobert mit burgundischer Hilfe das Westgotenreich bis zu den Pyrenäen. Die Westgoten gründeten in Toledo ihren Königssitz. In der Schlacht von Vouillé im im Jahr 507 besiegte Chlodwig I. Eurichs Nachfolger Alarich II., womit das Tolosanische Reich der Westgoten endete, die künftig auf Spanien beschränkt wurden und nur einen schmalen Landstreifen am Mittelmeer, Septimanien, behielten.

507

Die römische Kirchenorganisation mit 77 Diözesen bleibt in Gallien erhalten.

507

Seidenwürmer werden nach Konstantinopel geschmuggelt, wodurch das jahrhunderte lange Seidenmonopol Asiens gebrochen wird.

511, Juli 10

1. Reichssynode von Orleans. Einberufen von Chlodwig I. Beginn der fränkischen Reichskirche.

511

Der Merowinger Chlodwig I. stirbt, Aufteilung der Herrschaft unter seinen vier Söhnen, die die neuen Königreiche von Reims, Orléans, Paris und Soissons gründen.

517 – 1066

Die Wikinger plündern in Europa.

523

Benedikt von Nursia stellt die Regeln für den Benediktiner-Orden in Monte Casino auf.

525

Mönch Dionysius Exiguus hat unsere Zeitrechnung eingeführt. Beim Rückrechnen auf das Jahr Null, hat er sich jedoch um 7 Jahre verrechnet. Jesu Christi wurde 7 Jahre vor unserer Zeitrechnung geboren.

526

Tod des arianischen Ostgotenkönigs Theoderich d. Großen in Ravenna, gleichgesetzt mit Dietrich von Bern in der Nibelungensage. Theoderich der Große war der Beschützer der Thüringer, die auch den arianischen Glauben praktizierten.

529

Benedikt von Nursia gründet das Benediktiner-Kloster Montecassino und definiert die Benediktinerregeln >Regula Benedicti<.

Nach 530

Im Frühjahr 1983 wurde in Zeuzleuben bei Schweinfurt, als Fridolin Beßler den Bau einer Maschinenhalle auf seinem Anwesen „Sonnenhof" in Angriff nahm, ein thüringisch-fränkisches Adels- und Gefolgschafts-Grablege mit 75 Grabanlagen von ihm gefunden. Siehe: http://www.historischerverein.de/

531

Sieg der Franken / Merowinger unter Theuderich I. zusammen mit den Sachsen, über das Thüringerreich unter König Herminfried in der Schlacht an der Unstrut.

533

Beseitigung des thüringischen Königshauses, Herminfried wird 533 ermordet. Die Franken sind nun alleinige Herrscher im Maingebiet und Thüringen. Christianisierung im Maingebiet und Thüringen.

532 – 534

Die Franken unterwerfen das Burgunderreich.

535 – 537

Alemannien wird endgültig Teil des Frankenreiches.

539

Sieg der Merowinger über die Ostgoten.

552

Untergang des Ostgotenreiches in Italien, Byzanz übernahm wieder die Macht.

555/56

Aufstand der einheimischen Großen in Mainfranken.

561

Nach dem Tod Chlothars I. entsteht Austrien (Östliches Reich mit der Hauptstadt Metz), Neustrien und Burgund.

566/67

Bischof Sidonius ist als Bischof in Mainz bezeugt, er starb 580. Mainz hatte ein Martinspratrozinium.

568 – 774

Die Langobarden fallen in Norditalien ein und gründen 568 das Langobardenreich.

570

Mohammed wird in Mekka geboren. Er stirbt am 8. Juni 632 in Medina. Eine weitere Religion, der Islam, verändert kurz darauf die Welt.

575

Indische Mathematiker entwickeln das Dezimalsystem.

575 – 613

Der Kampf der beiden merowingischen Königinnen Brunhilde (Austrien) und Fredegunde (Neustrien) kostet zehn Merowinger-Königen das Leben und beschleunigte den Untergang des ersten fränkischen Königsgeschlecht.

589

Das Westgotenreich in Spanien wird Katholisch, der König untersagt den Arianismus.

591

Friedensschluß zwischen Langobarden, Franken und Bajuwaren. Krönung Agilulfs zum König der Langobarden. Er heiratet Theodelinde, die Witwe des ermordeten Authari.

595

Aufstand der einheimischen Großen in Mainfranken bzw. Thüringen.

600

Der langobardische König Agiluf ist dux Thuringus.

Um 600

Missionsanweisung Papst Gregor I.: Errichtet christliche Stätten an den Stätten der Volksgewohnheit.

613

Brunhilde, Frankenkönigin und Tochter des Westgotenkönigs Athanagild, wird gefangen genommen und auf Anweisung ihres Neffen Chlothar II. von Pferden gevierteilt. Pippin I. und Arnulf von Metz hatten die Hände im Spiel.

614

Pariser Edikt von Chlothar II.: Die größten Länder des Reiches der Franken wie Austrien, Neustrien und Burgund erhielten Verwaltungsautonomie. An die Spitze der königlichen Hofverwaltung traten Adelige, sog. Hausmeier (major domus oder auch Senneschall). Durch Machtansprüche der Hausmeier und daraus folgende innere Wirren begann der Zerfall des merowingischen Staatswesens und begünstigte den Aufstieg der Karolinger.

616

Die Westgoten vertreiben die Byzantiner aus Südspanien.

617

Die ältesten bekannten Windmühlen sind in Persien.

Um 617

Kloster Weltenburg, das erste Kloster in Bayern, wird durch die iroschottischen Mönche Eustachius und Agilus aus Luxeuil nach den Regeln des Hl. Kolumban gegründet.

622

20. September, Auswanderung Mohammeds von Mekka nach Medina. Dieses Datum markiert den Beginn der islamischen Zeitrechnung.

624

Der Agilolfinger Chrodoald, der Vater von Fara, wird mit Wissen des König Dagobert I., von Berthar von Scarpona, angestiftet von Arnulf von Metz und Pippin I., in Thüringen ermordet. Berthar selbst, wurde dann 625 ermordet.

624 – 751

Arnulfinger, Pippiniden und später Karolinger übernehmen mit dem Hausmeieramt immer mehr Macht im Merowingerreich. 624 wird Pippin I. austrischer Hausmeier.

625

Dagobert I. gründet die Abtei St. Denis.

626

Der Alemannenherzog Berohartus erlässt mit dem „Pactus Alamannorum“ das erste alemannische Gesetzeswerk.

629 – 639

Dagobert I., letzter großer merowingischer König, förderte den Bau von Klöstern und Kirchen.
In der Zeit Dagoberts existieren 3 größere Amtssprengel in unserem Gebiet:
Das Markenherzogtum Thüringen mit Radulf.
Das um Würzburg zentrierte mainthüringische Herzogtum mit Hruodi.
Das Herrschaftsgebiet des Agilolfingers Fara um Aschaffenburg.

632

Sigibert III., Sohn Dagobert I. wird mit 3 Jahren König von Austrien.

632 – nach 641

Ein neustro-burgundisches Heer schlägt die Wenden und Sorben unter Herzog Radulf in Thüringen. Radulf, am neustrischen Königshof in Paris aufgewachsen, residiert sehr selbstständig in Thüringen und ist im Auftrag von Dagobert I. für die Grenzsicherung gegen die Slaven zuständig.

631 – 719

In Würzburg regiert das mainfränkische Herzogshaus der Heden.

633 - 639

Pippin I. wurde von Dagobert I. als austr. Hausmeier abgesetzt, Adalgisel und Bischof Kunibert von Köln waren Hausmeier von Austrien.
War Pippin I. in dieser Zeit in Neustadt auf dem Michaelsberg, bzw. in Karlburg?

Um 638

Gertrud von Nivelles, die Tochter von Pippin I., (626-659) soll der Legende nach öfters von Karlburg über den Gertraudenpfad zum karolingischen Jagdschloss nach Rorinlacha (späteres Neustadt am Main) gegangen sein. Quelle: Passio sancti Kiliani maior aus dem 9. Jahrhundert.

639

König Dagobert I. stirbt am 19. Jan. und wird im Hauskloster St. Denis begraben.
Das Reich wird zwischen Sigibert III. (Austrien) und Chlodwig II. (Neustrien) aufgeteilt.
Pippin wurde wieder Hausmeier.

640

Hausmeier Pippin I., Vater von Begga, Grimoald und Gertrud, stirbt.
Begga ist mit dem Arnulfinger Ansegisel, dem Sohn von Arnulf von Metz, verheiratet.

Um 640

Ausbreitung des Islam in Nordafrika und Persien.

641

Sigibert III. verliert zusammen mit Grimoald und Adalgisel die Schlacht an der Unstrut gegen Radulf, Dux von Thüringen und dessen Freund den Hausmeier Fredulf, der stirbt. Die Mainzer hatten sich in diesem Kampf treulos gegenüber Sigibert erwiesen. Radulfs Freund, der Agilolfinger Fara, stirbt in der vorherigen Schlacht am Untermain. Rückgang der fränk. Zentralgewalt in Thüringen.

645

Byzanz verliert die Seeherrschaft im Mittelmeer an die arabischen Muslime.

Um 650

Muslimische Heere fegen über Persien und Nordafrika. Die Kaiser in Konstantinopel haben alle Hände voll zu tun um sich zu wehren, sie sind geschwächt.
Das ist die Stunde der römischen Bischöfe, sie fordern Gehorsam.
Der Aufstieg der römischen Bischöfe beginnt – jetzt nennen sie sich selbst >pontifex maximus<.

656

Sigibert III. stirbt, Childebert adoptivus, wird König von Austrien. Alle Quellen aus merowingischer Zeit deuten laut Matthias Becher darauf hin, dass Childebert adoptivus nicht wie bisher angenommen, ein Sohn von Grimoald, sondern ein Sohn von Sigibert ist und von Grimoald adoptiert wurde. Das bedeutet, es hat keinen karolingischen Staatsstreich des Grimoald gegeben.

657

Grimoald lässt Dagobert II., den zweiten Sohn Sigibert III., kurzscheren (Merowingerkönige trugen lange Haare) und von Dido von Poitiers nach Irland bringen.

658

Der angelsächsische Missionar Willbrord wurde 658 im südlichen Nordhumbrien (Deira) geboren.

659

Gertrud von Nivelles stirbt am 17. März 659. Wulfetrude, Ihre Nichte und die Tochter Grimoalds, ist bereits seit Dezember 658 die Leiterin von Kloster Nivelles.

662

Childebert adoptivus stirbt, Grimoald wird von neustrischen Adeligen gefangen genommen und hingerichtet.

Ab 670

Die Merowinger und Langobarden werden Freunde.

672-675

Bonifatius wurde als Wynfrith (Winfrid) zwischen 672 und 675 in Wessex (England) geboren.

679

Am 23. Dezember 679 wurde der letzte austrasische Merowinger Dagobert II (Sohn von Sigibert III.) bei Stenay-sur-Meuse (Ardennen) ermordet, wahrscheinlich von Pippin II. und Ebroin angezettelt.

680/81

Nach dem Tod des fränkischen Hausmeier Waratto, kam es zu einer Herrschaftsteilung. Pippin wurde in Austrien und Berchar, der Schwiegersohn von Waratto, wurde in Neustrien Hausmeier.

683-85

Burkard wird in England geboren.

687

Der austrische Hausmeier Pippin II. (Regierungszeit 679 – 714) errang einen militärischen Sieg bei Tertry (an der Somme) gegen den Merowingerkönig Theuderich III. über Neustrien und Burgund mit dem Hausmeier Berchar. „Der blutige Tag von Tertry“. Die Voraussetzung für den Aufstieg der Karolinger zu Königen.

688

Ermordung von Berchar. Pippin II. wurde Hausmeier des Gesamtreiches, „Princeps francorum“ bzw. „Principale regimine majorum domus“.

689

Pippin II. besiegte den Friesen-Herzog Radbod in der Schlacht bei Wijk bij Durstedte (unweit Utrechts) und eroberte West-Friesland.

Um 689, Juli 08

Die Wandermönche Kilian, Kolonat und Totnan werden in Würzburg von Gailana, von der Frau von Herzog Gozbert, ermordet. Todestag 8. Juli im Martyrologium des Rabanus Maurus (um 845) und im Martyrologium von Beda (vor 850) Venerabilis belegt. Jahr fraglich.

689

Nach dem Sieg von 689 bekam der angelsächsische Missionar Willibrord (Apostel der Friesen) den Auftrag von Pippin in Friesland, zusammen mit elf Gefährten, zu missionieren.

695

Zweiter Friesenfeldzug Pippin II. mit Eroberung von Utrecht. Willibrord wird von Papst Sergius I. in Rom zum Erzbischof „in gentem Frisonem“ geweiht. Utrecht wird Bischofssitz und Willibrord missioniert ohne Probleme bis 714.

698

Irmina, Äbtissin in Oeren bei Trier, schenkte dem Benediktinermönch Willibrord ihren Besitzanteil an der Villa Echternach (vielleicht auch die Überbleibsel der vorherigen Römervilla), die Basis für das Kloster Echternach. Damals gab es dort am Pfarrkirchhügel schon eine Kirche und ein Klösterchen für Wandermönche.




 

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