Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
eine gebürtige Engländerin
Die erste Priorin Sr. Gabriel Foley
   

Gebietsaufteilung zwischen Briten, Deutschen und Portugiesen
Die Karte von Südafrika im Jahre 1885
   

Fortbewegungsmittel um 1890
Pater Mathieu OMI
  Ordensgründung in Südafrika 

Erstellt am 23.05.2005
Korrigiert am 29.10.2005: Max Fraundorfer

 

 

King William`s Town. Ab 1875

 

Um 1875/76 besuchte Max Fraundorfer, ein in Südafrika ansässiger Kaufmann, seine Geburtsstadt Augsburg und die ihm bekannten Dominikanerinnen vom Kloster St. Ursula.

Geschichtliche Daten des Kloster St. Ursula:

1334     Beginn der Beginenbewegung in Augsburg

1394     Die Augsburger Beginen werden Dominikanerinnen vom 3. Orden

1537     Die 10 Schwestern werden aus dem Kloster vertrieben

1548     Die Schwestern kehren zurück, 6 Kandidatinnen erwarten sie schon.

1635     Die Schwestern widmen sich der Mädchenerziehung

1802     Säkularisation, das Kloster mit 23 Schwestern wird aufgelöst

1828     Eine Gemeinschaft von 4 Schwestern fängt mit 7 Kandidatinnen neu an

1829     Die Schwestern helfen bei 2 Neuanfängen und 2 Neugründungen

 

Max Fraundorfer überbrachte den Schwestern die Anfrage und Bitte von Bischof Richards, Apostl. Vikar des Ostdistrikts der Kapprovinz, um Gründung eines Klosters in King William`s Town. Für einen Klosterbau hatte er bereits Geld gesammelt, es fehlten ihm nur noch die Schwestern. Diese sollten die Weitverstreuten Katholiken, vornehmlich Europäer, religiös betreuen und deren Kinder unterrichten.

Der damalige Augsburger Bischof, Pankratius von Dinkel, Dominikaner, ermutigte die Priorin des Klosters St. Ursula, Mutter Hyacinth Schippert, zur Neugründung und Missionseinsatz ihrer Schwestern. Sieben Schwestern wurden als Pionier-Missionarien ausgesandt, unter ihnen Sr. M. Mauritia Tiefenböck als Priorin, sowie Sr. Gertrud Walter (Laienschwester und Köchin), die später eine Pionierschwester von Oakford wurde.

 

Am 22. Oktober 1877 kamen die Schwestern in King William`s Town, Südafrika an, bereits am 23. Januar 1878 eröffneten sie die erste Schule. Zwischenzeitlich hatten sie intensiv Englisch als Unterrichtssprache erlernen müssen. Es war in vieler Hinsicht eine sehr herausfordernde und unruhige Zeit. Gerade in diesem Gebiet tobte der Gaika-Galeka Krieg und viele Eingeborenenfamilien wurden vertrieben und baten um Essen aus der Klosterküche. Eine Armenspeisung wurde eingerichtet. Trotz einer Typhusepidemie konnte sich eine kleine Gruppe Schwestern, verstärkt dank Nachwuchs aus Südafrika, Irland und dem Mutterkloster aus Augsburg halten.

 

1878 wurde die Schwesterngemeinschaft in King William`s Town durch ein Abkommen zwischen den Bischöfen von Dinkel und Ricards selbstständig. Noch weitere 27 Jahre schickte das Mutterhaus in Augsburg Postulantinnen als Nachwuchs nach Südafrika.

 

1881. Das Schiff, mit dem Pater Mathieu OMI, ein junger französischer Oblate, 1881 zu seinem ersten missionarischen Einsatz ausgereist war, hatte auf der Fahrt nach Südafrika vor Sansibar einige hundert Sklaven an Bord genommen, sie waren durch die Besatzung einer britischen Fregatte aus der Hand von Sklavenhändlern freigekämpft worden. Pater Methieu ging mit den freigelassenen Sklaven in Durban an Land, fühlte sich fortan für sie verantwortlich und ließ sie als Stamm der Amakholwa (die Gläubigen) bei der Regierung registrieren, um ihnen ein Bleiberecht in Südafrika zu erwirken. Sein Engagement wurde vom Bischof mitgetragen, der Pater Mathieu auch offiziell zu ihrem Betreuer bestimmte.

 

1884. Pater Mathieu OMI war schon 1884 auf Oakford als möglichen Standort für eine neue Missionsstation aufmerksam geworden. Bischof Charles Jolivet, Apostolischer Vikar von Natal, beauftragte ihn damals einen geeigneten Platz für eine Mission nördlich von Durban zu suchen, da es noch keine Missionsstation in dieser Gegend gab. Auf seinem Erkundigungsritt sah Pater Mathieu vom Berg Edgecomb aus auf den Umhloti-Fluß und eine verlassene Farm mit ihren heruntergekommenen Gebäuden. Die Farm hieß Oakford und gehörte zum Farmbereich Roode Kranz. Er erfuhr, dass die Oakford Farm käuflich zu erwerben war und erstattete darüber seinem Bischof Bericht.

Gelegen war sie etwa 20 Meilen nördlich von Durban, weitab der Hauptstraße und 5 Meilen von der nächsten Eisenbahnstation, am Umhloti-Fluß. Auch gab es dort einen sicheren Übergang über den Fluß, den seine bisherigen Besitzer, die Familie Oakes angelegt hatten.

 

 

Anfänge in Oakford. Ab 1888

 

Ende 1888 bat Bischof Jolivet, Apostolischer Vikar von Natal, Mutter Mauritia Tiefenböck um Schwestern für eine neue Missionsstation in der Nähe der Hafenstadt Durban, ca. 1500 km vom Kap entfernt. Mutter Mauritias Antwortbrief klang ermutigend. Sie schrieb, ein solches Apostolat sei gerade das, was sie wünsche. Ein Besuch vor Ort, zusammen mit dem Bischof im Januar 1889 ergab, dass zur Gründung der neuen Missionsstation Land erworben werden sollte. Ins Auge gefasst wurde die religiöse Unterweisung der schwarzen Bevölkerung, aber auch der Bau einer Internatschule für weiße Schülerinnen, letztere im Hinblick auf die finanzielle Sicherung des Lebensunterhalts. Gleichberechtigt sollten aber auch schwarze Kinder eine schulische Ausbildung erhalten.

Als Mutter Mauritia Anfang Februar 1889 nach King William`s Town zurückkehrte und von den Plänen erzählte, fand sie zwar Zustimmung zum Plan, aber auch ängstliche Verhaltenheit. Wer wohl in diese Mission geschickt würde, so nahe an Zululand und seinen „Kriegern“ lautete die bange Frage.

 

Die Farm bot jedoch genug Platz für den Aufbau einer Station mit allen wichtigen Gebäuden und dem nötigen Umland. Neben der Missionierung der Zulubevölkerung, sollte der neuen Missionsstation eine weitere wichtige Funktion zufallen, nämlich der Entstehung eines neuen Lebens- und Siedlungsraumes für ehemalige Sklaven.

Pater Mathieu war bereits offiziell als Missionar für Oakford zuständig und sollte das Experiment einer klösterlichen Niederlassung und dem Aufbau einer Missionsstation mit einer angegliederten Schule begleiten und die Schwestern dabei unterstützen.

 

Das Amt der Priorin wurde der 30jährigen Sr. M. Gabriel Foley übertragen, einer gebürtigen Engländerin (geboren 28.12.1858, gestorben 15.06.1900). Sie war als erste südafrikanische Postulantin 1878 in King William’s Town eingetreten.

Sr. M. Josef Ryan, eine gebürtige Südafrikanerin englischer Abstammung, ausgebildet als Lehrerin und gerade 23 Jahre alt,sowie Sr. M. Columba O’Sullivan, Irländerin, ebenfalls Lehrerin und 23 Jahre, wurde als Lehrerinnen für die neue Mission bestimmt, ebenso Sr. M. Hyacinth Hilkinger aus Deutschland, Handarbeitslehrerin, 30 Jahre alt. Diese war 12 Jahre zuvor von Augsburg nach Südafrika ausgereist.

Zu diesen vier Chorschwestern gesellten sich vier unentbehrliche Laienschwestern: Sr. M. Gertrud Walter (44 Jahre, eine der Pionierinnen aus Augsburg), Sr. M. Beatrice Holderried (24 Jahre, gebürtig aus Lengenwang, Allgäu), Sr. M. Raphael Walters (34 Jahre, gebürtig aus Schlatt/Hechingen in Württemberg) und Sr. M. Alphonsa Scherer (23 Jahre, gebürtig aus der Nähe von Augsburg).

 

Hier sei besonders auf das jugendliche Alter dieser Frauen, die auf Nimmerwiedersehen ihre Heimat und Familie verlassen hatten, um als Missionarinnen zu wirken. Aber auch die internationale Zusammensetzung der Gruppe verdient besondere Beachtung.

Die acht Oakford-Pionierinnen waren die ersten Dominikanerinnen, die die Missionsarbeit unter den Eingeborenen in Südafrika aufnahmen, war es doch der besondere Gründungszweck der Mission Oakford, die schulische und religiöse Unterweisung der schwarzen Bevölkerung zu übernehmen.

 

1889. Die acht Pionierschwestern fuhren zusammen mit Dr. Allen, dem Hausgeistlichen von King William`s Town, an Bord der „Roslin Castle“ von Port Elizabeth nach Durban und wurden dort am Morgen des 30. März 1889 durch den Missionar P. Murray OMI, Durban und P. Mathieu OMI, Oakford, willkommen geheißen.

 

Weitere Informationen folgen später.

 

 

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