Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
21. Juni 2005
Schwester Maria de Lima an Ihrem 90. Geburtstag
   

3. März 1962
Sr. de Lima, Generaloberin (links vorne); Fr. Dr. Maria Probst, MdB (2te Reihe); Bischof Josef Stangl; Fürst Löwenstein; Landrat Balles
  Schwester Maria de Lima OP 

Am 21.06.2005 in der Mainpost erschienen.

Farbbild und Text von Martina Schneider.
Erstellt am 24.06.2005

 

 

Getragen vom dominikanischen Geist

 

Neustädter Ordensfrau Schwester Maria de Lima feiert heute ihren 90. Geburtstag.

Schon im zarten Alter von acht Jahren habe sie für sich selbst entschieden, einmal Ordensfrau werden zu wollen. Mit 20 Jahren setzte sie diesen Entschluss in die Tat um und trat am Volkersberg (Rhön) in den Dominikanerorden ein. Heute feiert Schwester Maria de Lima ihren 90. Geburtstag im Missionshaus St. Josef in Neustadt.

 

Ihre Entscheidung von vor 82 Jahren hat sie bis heute nicht bereut. "Ich fühle meine 90 Jahre noch nicht, aber ich muss es glauben, dass ich schon so alt bin", schmunzelt sie. Ein erfülltes Leben liege hinter ihr, ein Leben, das sie dem weitherzigen dominikanischen Geist gewidmet habe. "Ich bin so dankbar, weil ich in einer Gemeinschaft lebe, in der ich mich zuhause fühle", so die Jubilarin.

Sr. de Lima wurde am 21. Juni 1915 in Walldürn (Odenwald) als Antonia Schneider geboren. Von ihren drei Brüdern und zwei Schwestern lebt heute nur noch ihre jüngste Schwester, die auch mit ihr zusammen im Kloster Geburtstag feiern wird. "Ich hatte eine herrliche Familie", erinnert sich Sr. de Lima, die ihre Jugend auf dem großen landwirtschaftlichen Anwesen ihrer Eltern verbrachte. Als sie sieben Jahre alt war, sei ihr Vater gestorben und ihre Mutter habe das Gut alleine geleitet.

 

Drei Jahre nach ihrem Eintritt in den Dominikanerorden reiste Sr. de Lima im Jahr 1938 in die Mission. Fünf Wochen sei sie zusammen mit vier anderen Schwestern per Schiff in Richtung Südafrika unterwegs gewesen und habe nicht immer gewusst, ob sie das Ziel ihrer Reise je erreichen werde, erinnert sich die Jubilarin heute. Deutsche Kriegswirren hatten das Schiff mehrere Tage ohne Ziel und mit immer knapper werdendem Treibstoff im Ozean treiben lassen. In Südafrika angekommen arbeitete Sr. de Lima 36 Jahre lang in der Mission auf dem schwarzen Kontinent. Sie büffelte selbst noch, legte ihr Abitur ab und studierte Lehramt. Danach unterrichtete sie in drei Schulen des Ordens bevor sie sie 1961 kurz nach Europa zurückkehrte. Damals hatte der Orden gerade angefangen, das Missionshaus St. Josef in Neustadt aufzubauen.

 

Von 1961 bis 1973 stand sie als Generaloberin in Oakford dem Orden vor. Danach ging sie zurück nach Europa, nach Rom. Dort baute sie ein Studienhaus auf für ihre Mitschwestern und leitete dieses sechs Jahre lang. Ende 1979 kehrte Schwester de Lima nach Neustadt zurück. Sechs Jahre lang stand sie dort dem Missionshaus St. Josef als Oberin vor. Im Alter von 71 Jahren wechselte sie in das Kloster der Dominikanerinnen in Diessen am Ammersee. An der dortigen Realschule unterrichtete sie Englisch. Als sie 75 Jahre alt wurde, entschied sie, mit dem Unterricht aufzuhören. Ihren Lebensabend verbringt die Jubilarin im Missionshaus St. Josef in Neustadt.

 

 

 

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