Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
Kaiser Karl förderte das Kloster Neustadt
Das Monogramm von Kaiser Karl dem Großen
  Zeitliche Fakten von 700 bis zum Jahr 799 

Erstellt am 03.06.2006. Letzte Korrekturen und Ergänzungen am 30.03.2013 

 

Geschichtsdaten Teil 3: Von 700 bis 799

 

Die Daten von Neustadt und Erlach in roter Schrift.

Daten die in Verbindung mit Neustadt stehen in blauer Schrift.

Allgemeine geschichtliche Daten in schwarzer Schrift.

 

Die 6 unterschiedlichen Seiten mit „Geschichts-Jahresdaten“ im Überblick.

Bis 999 v.u.Z.:          http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=204

1000 v.u.Z. bis 699:   http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=280

700 bis 799:              http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=205

800 bis 1299:            http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=206

1300 bis 1800:          http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=207

1800 bis Heute:        http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=208


 

Um 700

Irmina von Oeren gründete nach dem Tode ihres Gatten die Abtei Echternach im heutigen Luxemburg. Fünf Urkunden aus den Jahren 697/98 bis 704 zeigen sie als Gründerin und Wohltäterin des Klosters Echternach, das sie bei der Gründung an den iroschottischen Missionar Willibrord übertrug. Irmina hatte 5 Töchter: Adela von Pfalzel, Plektrud die 1.Frau von Pippin den Mittleren, Bertrad die Ältere (Ihre Enkelin Bertrada die Jüngere war die 2. Frau von Pippin den Jüngeren), Chrodelind und Regentrud.

Nach 700

Erfolgreiche Missionierung Willibrords in Thüringen und Mainfranken dank der Hilfe Heden II. (der Jüngere) und seiner Gemahlin Theodrada.

704

Früheste authentische Nennung Würzburgs. Herzog Heden II. (als ,,vir illuster" bezeichnet) schenkte im Jahre 704 in Würzburg >in castello Virteburh<, gemeinsam mit seiner Gemahlin Theodrada und mit Zustimmung seines Sohnes Thuring, begleitet von den mainfränkischen Großen Rocco (Der Namensgeber für Rorinlacha ?, dem späteren Neustadt am Main) und Doda, dem Friesenmissionar Willibrord große Besitzungen in Thüringen in Arnstadt / Ilmkreis, in Mühlberg bei Gotha und in Monra (Kreis Sömmerda) verdankte.

707

Karlmann, erster Sohn von Karl Martell mit Rotrude, wurde geboren.

708

Drogo, der 1te Sohn von Pippin und Plektrud, stirbt im Frühjahr. Karl Martell wird von der innerfamiliären Machtverteilung ausgeschlossen.

709/10

Pippin der Mittlere siegt auf einem Feldzug gegen die Alemannen.

711

Grimoald, der Sohn Pippins, heiratet Theudesinda, die Tochter des Friesenkönig Radbod.

711/12

Sarazeneneinfall in Spanien. Unter dem Feldherr Tarik setzen Araber bei Gibraltar über und dringen in das Westgotische Reich ein.

712 – 744

Liutprand ist König der Langobarden. Er war mit Karl Martell verbündet. Beide hatten eine Agilolfingerin als Frau, Karl ab 725 Swanahild und Liutprand war mit Guntrud verheiratet, wahrscheinlich um 715. Die Frauen waren Cousinen. Liutprand und Guntrud hatten nur 1 Tochter, sie lernten sich in Bayern kennen, als Liutprand von 703 bis 712 dort im Exil lebte (Hostoria Langobardorum Buch VI, Kap. 43).

714 April

Grimoald wird ermordet, er war auf dem Weg zum, in der Pfalz Jupille bei Lüttich, schwer erkrankten Vater und wurde in der Lütticher Lambert-Basilika vom Friesen Rantgar erschlagen. Er heiratete um 711/12 Theutsind, Tochter des dux der Friesen, Radbod. Die Ehe war kinderlos.

714

Karl Martells (*688) zweiter Sohn Pippin wurde geboren, die Mutter ist Rotrude / Chrotrud, väterlich eine Widonin und mütterlicherseits eine Robertinerin.

Ab 714 Ende

Im März erkrankt Pippin sehr. Nach dem Tod Pippin II. am 16. Dez. 714, sind innerfränkische Wirren. Karl Martell (Sohn Pippins aus der Ehe mit Chalpaida) wurde von Pippins Frau Plektrud in den Kerker verbannt. Friesenherzog Radbod eroberte große Gebiete in Friesland zurück.

715-731

Papst Gregor II. hat gute Beziehungen zu den Langobarden unter König Liutprand und Streit mit Byzanz.

715

Theodo II., Herzog von Bayern, unternimmt 715 eine Pilgerreise nach Rom, wo mit dem Papst die Errichtung einer bayerischen Kirchenprovinz verabredet wird, mit Bischöfen in den vier Teilherzogtümern Regensburg, Passau, Freising und Salzburg, in die er sein Reich unter seinen Söhnen aufteilt.

715 Sept

Es bildete sich eine neustrische Opposition gegen Hausmeier Theodoald.

715 Sept 26 {Willibrord Kalender}

Compiegne, der neustrische Adel gewinnt gegen Plektrud und Enkel Theodoald. Theodoald flüchtet. Hohe Verluste auf beiden Seiten {Fredegar}, König Dagobert III. fällt in die Hände der Neustrier. Raganfried wird unter König Dagobert III. neuer Hausmeier Neustriens {Ann. Mett.}.

715 Ende

Die Neustrier unter Hausmeier Raganfried ziehen gegen Osten und verheerten die Gegend bis zur Maas, die Friesen unter Radbod sind Verbündete der Neustrier.

Während der Unruhen konnte Karl Martell aus der Haft Plektruds entfliehen {His. Franc., Ann. Mett., Fredegar}. Die Benediktiner-Mönche von Echternach (Willibrord) sollen Karl Martell beherbergt haben?

Um 716 Jan

König Dagobert III. stirbt, der Kleriker Daniel wird als Chilperich II. auf den Thron gehoben.

716 Anfang

Karl Martell unterliegt den Neustriern mit dem Friesenherzog Radbod in der Nähe von Köln.

716 Anfang

Der neustrische Hausmeier Raganfrid, Friesenherzog Radbod und Chilperich II. erzwangen bei Plektrud in Köln die Herausgabe eines Teils des fränkischen Reichsschatzes.

716 Anfang

Karl Martell schlägt die Neustrier und Friesen in den Ardennen bei Ableve (Amel in Belgien) und nimmt Ihnen den Schatz von Plektrud wieder ab {Hist. Franc, Fredegar, Ann. Mett.}.

716 Anfang bis Herbst

Bonifatius brach die erste Friesland-Missionierung nach nicht mal einem Jahr ab, ging zurück nach England und wurde dort Abt im Kloster Nursling.

717, vor Ostern {28. März Willibrord Kalender}

In der Schlacht von Vincy im Gau Cambrai gewinnt Karl Martell gegen König Chilperich II. und dessen neustr. Hausmeier Raganfried.

Thuring, der Sohn von Heden II., fällt wahrscheinlich in der Schlacht. Auf welcher Seite er gekämpft hat ist unklar. Wahrscheinlich war er auf der Seite der Merowinger Könige.

717, nach Ostern

Karl Martell ist Hausmeier von Austrien und ernennt in Austrien den Gegenkönig Chlothar IV. {Hist. Franc.}, der völlig abhängig von Karl Martell ist und ließ sich von Plektrud alle Schätze seines Vaters ausliefern {Fredegar}.

Die Neustrier verbünden sich mit dem aquitanischen Dux Eudo.

717, nach Ostern

Erzbischof Rigobert von Reims, Karls Pate, der Karl das Kirchengut nicht herausgeben wollte, wurde durch Liutwin ersetzt. Die 3 Bistümer Trier, Reims und Laon wurden Bischof Liutwin unterstellt. Liutwins Tochter Rotrude / Chrotrud war die 1. Frau von Karl Martell.

Karl beschlagnahmte nun kirchliches Eigentum.

717 Aug. 15 – 718 Aug 15

Belagerung von Konstantinopel durch 200.000 Araber mit 1.800 Schiffen. Byzantinischer Sieg unter Kaiser Leo III. mit 80.000 Mann. Ungefähr 170.000 Araber tot und fast alle 1.800 Schiffe zerstört.

717 Ende

Bischof Liutwin stirbt, die Bistümer Trier und Reims werden seinem Sohn Milo unterstellt.

718 Frühjahr

Erfolgreicher Feldzug von Karl Martell nach Aquitanien (Loire) gegen Eudo.

718

Liutprand gründet das Kloster Berceto. Erster Abt war Moderanus.

718 Herbst

Erfolgreicher Feldzug von Karl Martell zu den Sachsen.

719, Anfang

Die Sachsen überfallen wahrscheinlich das fränkische Heer am Drasenberg bei Sculturbura dem heutigen Schlüchtern. {Quelle: Ernst E. Metzner, Sluohderin - Schlüchtern, 1993}

719, Mai 15

Urkunde zum ersten Rombesuch von Bonifatius mit dem Auftrag von Papst Gregor II. den Heiden in Germanien das Evangelium zu verkünden.

719 nach Mai 15

Auf der Rückreise besucht Bonifatius den Langobarden-König Liutprand in Pavia, anschließend kurze Aufenthalte in Baiern bei den Agilolfingern und in Thüringen. {Quelle: Vita Bonifatius Willibald). War Bonifatius auch in Mainfranken?

719, Oktober 14

Karl Martell besiegt König Chilperich II., dessen neustr. Hausmeier Raganfried (+731) und den verbündeten Herzog Eudo von Aquitanien bei Soissons bzw. Nery. Chilperich II. musste an Karl ausgeliefert werden und wurde dann von Karl als König von Neustrien anerkannt. Karl beherrschte jetzt Austrien und Neustrien, er ist ab 720 auch als neustr. Hausmeier bezeugt.

Herzog Hetan II. fällt wahrscheinlich auf dem Feldzug. Er kämpfte wahrscheinlich auf der Seite der Merowinger. Seine Witwe Bilihild ist schwanger mit Rigibert. Das Ende des Herzoghauses der Hedenen ist vorbestimmt. {Quelle: Heinrich Wagner, Die heilige Bilhilde, 2008}

718 oder 719

Karls Schattenkönig Chlothar IV. stirbt.

719, Ende

Nach dem Tod von König Radbod von Friesland, nahm Willibrord die Friesen-Missionierung mit seinen Helfern (darunter Bonifatius) wieder auf.

720

Karl nimmt Rache für die Niederlage des Vorjahres und siegt gegen die Sachsen.

721-737

Nach dem Tod Chilperichs II. 721, setzte der Hausmeier Karl Martell Theuderich IV., den noch nicht mündigen im Kloster Chelles erzogenen Sohn Dagoberts III., als König ein. Von diesem „Schattenkönig“ wissen die Quellen keinerlei Aktivitäten zu berichten: der faktische Herrscher war Karl Martell, der den Thron, nach Theuderichs IV. Tod 737, unbesetzt ließ.

721, Juni 23

Stiftung der Abtei Prüm (heutige Westeifel) durch Bertrada der Älteren, eine Verwandte von Irmina von Oeren, und ihrem Sohn Charibert (Heribert) unter König Theuderich IV. mit Benediktiner-Mönchen aus dem Kloster Echternach.

721

Zerwürfnis zwischen Willibrord und Bonifatius, Bonifatius verlässt Friesland.
Nachfolgend die Stationen von Bonifatius: Von Friesland nach Trier, Mainz, Amöneburg, Ederthale. Bei den Chatten in Hessen, im Gebiet um Fritzlar, wo noch keine anderen Missionare tätig waren, begann er seinen Missionsauftrag.

722

Karl Martell unternimmt einen von vielen Kriegszügen (718, 720, 722, 724, 733, 734 und 738) gegen die Sachsen.

722

Karl Martell unternimmt einen Feldzug gegen die Agilolfinger Herzöge in Bajuwaren und Alamannien.

722

Karlmann urkundlich erwähnt, Regest 43b.

722, Nov./Dez.

Zweite Romreise Bonifatius. Papst Gregor II. weiht Bonifatius am 30. November 722 zum Missionsbischof ohne festen Bischofssitz.

Am 1. Dez. schreibt Papst Gregor II. an Bonifatius: Aus den Einkünften der Kirche [dem Zehnten] und den Opfergaben der Gläubigen soll er [Bonifatius] vier Teile machen: „Einen davon soll er für sich behalten, den zweiten unter den Geistlichen verteilen, entsprechend ihrem Eifer in der Erfüllung ihrer Pflichten, den dritten Teil soll er an die Armen und Fremden geben, den vierten soll er aber für den Kirchenbau zurücklegen.“

723, Frühjahr

Karl Martell stellt auf Bitte von Papst Gregor II. Bonifatius, Pirmin und Willibrord je einen Schutzbrief aus.

723

Der Kalif Jezid II. verbietet die Bilderverehrung, sie ist Gotteslästerung.

723

Bonifatius fällt ohne Risiko die Donareiche (Donar = germanischer Donnergott), bzw. laut der Vita Bonifati die Jupitereiche, in Geismar (bei Fritzlar) mit einem Schutzbrief von Karl Martell und unter Schutz einer fränkischen Garnison auf dem benachbarten Büraberg.

Aus dem Holz der Eiche soll die Petruskirche in Fritzlar erbaut worden sein.

724

Wigbert gründet mit Bonifatius in Ohrdruff (Orthorpf) / Thüringen (1ter Abt Wigbert), eben dort wo Echternachter Besitzungen lagen (ehemalige herzogliche Besitztümer der Hedenen, Heden II. starb 719 auf einem Feldzug von Karl Martell) ein Kloster.

Bonifatius hat Streit mit dem anliegenden Bischof von Mainz, Gerold, um die Rechtsprechung in den neu missionierten Gebieten.

724

Pirmin gründet das Kloster Mittenzell auf der Bodenseeinsel Reichenau mit Unterstützung des agilolfingischen Alemannenherzog Lantfried.
Pirmin wurde um 670 geboren und ist 753 gestorben. Er hatte sehr gute Beziehungen zu Karl Martell und später zu Pippin III.

724

Der Langobardenkönig Liutprand unterstützt den Papst militärisch gegen Byzanz.

725

Der byzantinische Kaiser Leon III. verbietet die Bilderverehrung, sie ist Gotteslästerung.

725

Karl Martell mit den Langobarden unter Liutprand stürzen den agilolfingischen Bayernherzog Grimoald und setzten dessen Neffen Hugbert, Theudeberts Sohn, ein. Karl nahm Pilitrud, die Frau Grimoalds, und deren 15-jährige Nichte Suanahild, die Tochter Tassilo II., mit zu sich nach Hause. Karl heiratete Swanahild noch 725.

726

Bilderstreit zwischen Rom, Papst Gregor II. (715-731) und Byzanz, Kaiser Leo III.

727

Pirmin setzt Heddo (Etto), aus alemannischem Adel stammend, als Abt im Kloster Reichenau-Mittenzell ein. Heddo war ab 734 Bischof von Straßburg. Die Vertreibung von Pirmin aus der Reichenau wird von mir stark angezweifelt, in welcher Quelle wird das erwähnt? Pirmin ist als episcopus vagans (Wanderbischof) im karolingischen Herrschaftsgebiet tätig.

ca. 727

Entstehung des 'Liber Historiae Francorum' des Pseudo-Fredegar, in welchem die fränkischen Merowinger-Könige auf die Trojaner zurückgeführt werden. Dem anonymen Autor wird erst im 16. Jh. der Name Fredegar zugeschrieben.

728

Liutprand, König der Langobarden, gab die eroberte Stadt Sutri gegen Geld an den Papst.

730

Feldzug Karls gegen die Alemannen unter dem agilolfingischen Herzog Lantfrid, dieser stirbt noch im selben Jahr. Nachfolger wird dessen Bruder Theutbald.

730

Feldzug gegen die Bayern { Annales Tiliani}.

Um 730

Pirmin gründet in Murrhardt auf dem Friedhofshügel eine Kirche St. Maria (ergraben) und eventuell ein Kloster. Waren die Mattonen die Mitgründer? Römische Legionäre hatten dort um 150 n.u.Z., durch Ausgrabungen nachgewiesen, einen Mithras-Tempel zu Ehren des Sonnengottes errichtet.

732, Okt.

Schlacht bei Tour und Poitiers. Karl Martell wehrt, zusammen mit den Langobarden (sie werden immer vergessen!), die Sarazenen unter Abderrahman, mit Steigbügeln ausgerüsteten Panzerreitern ab.

Fränkische Panzerreiter waren durch die Erfindung des Steigbügels zu einem neuen Kriegertyp, der mit der Kraft des Pferdes dem Stoß mit einer Lanze eine viel größere Wucht verpassen konnte. Die Waffen waren damals schon teuer. Der Preis für ein Schwert mit Scheide betrug 7 Solidi, eine Helm 6 Solidi, eine Brünne 12 Solidi, eine Lanze und ein Schild 6 Solidi. Eine Milchkuh kostete 1-3 Solidi. Die vollständige Ausstattung eines Kriegers kostete soviel wie eine Rinderherde von zwei Dutzend Tieren. Die Waffenherstellung wurde vom lokalen Handwerk besorgt. Eine weitere Voraussetzung war ein "Helfer" Knappe, der den Ritter bei der "Anlegen der Blechteile" behilflich war, und die Übung mit Pferd und Waffen kostete viel Zeit, die sich nur der leisten konnte wer ausreichend Grundbesitz hatte.

732

Gründung von Kloster Fritzlar unter Abt Wigbert, Abt von 732 bis 738.

732

Papst Gregor III. (731 bis 741) übersendet Bonifatius das Pallium, Missions-Erzbischof ohne festen Sitz {Bonifatius-Brief 28}.

Widerstand von Karl Martell und dem fränkischen Adel.

733 – 736

Sturmius (* 715, + 779), später Gründer und Bischof von Kloster Fulda, ist unter Abt Wigbert Mönch in Kloster Fritzlar.

734

Feldzug gegen die Friesen {Fredegar}.

734

Das Kloster Amorbach soll gründet worden sein. Der ursprüngliche Ortsname >amarabaca<, amara = Sumpf oder Moor. Der Gründer war wahrscheinlich Pirmin und ein Mattone. Es war nicht der Benediktiner-Missionar Amor, er lebte erst im 9. Jahrhundert bei Maastricht.

734

„Adoption“ von Pippin III. durch den Langobardenkönig Liutprand in der Lombardei {Paulus Diaconus, Historia Langobardorum VI, 53}, Pippin war im Jahr 734 20 Jahre alt. Pippin III. war nun königliches Geschlecht.

Die Adoption hängt wahrscheinlich mit Pippins erster Frau zusammen. Pippin hatte mit höchster Wahrscheinlichkeit vor Bertrada schon eine Frau. Sie könnte die langobardische Königstochter von Liutprand gewesen sein. Hatten sie auch Kinder? Vor seiner 2ten Hochzeit mit Bertrada der Jüngeren, wurden sie wahrscheinlich  ins Kloster abgeschoben. Karl der Große, der Sohn von Pippin und seiner zweiten Frau Bertrada, wurde am 2. April 748 geboren.

Vor 737

Burkard hielt sich wahrscheinlich seit 718 im Kloster Berceto in der Lombardei auf. Folgende Hinweise sprechen dafür: 1. Verehrung Burkards in Berceto, in der Diözese Parma. 2. Der Priscillianus-Codex in Würzburg stammt aus Norditalien. 3. Hinweis „is est Lombardie“ in der jüngeren Vita Burkardi. 4. Reliquien von Burkard befinden sich in Berceto.

Im Kloster Neustadt am Main fand man auch einen langobardischen Flechtstein, er befindet sich dort im Lapidarium.

737

Merowingerkönig Theuderich IV. stirbt innerhalb der ersten 10 Wochen, Karl Martell regiert jetzt ohne König.

737-743

Von 737 bis 743 keine Merowingerkönige.

737

Feldzug gegen die Sachsen. Auf Bitten der Thüringer, die sich den Franken unterstellten. Bischof Gerold von Mainz fand in einem Geschosshagel den Tod {Levison, Vitae 91}. Karl schickte seinen Stiefbruder Childebrand mit einem Heer voraus in die Provence {Fredegar}. Karl schließt einen Waffenstillstand mit den Sachsen und zieht dann auch in die Provence.

737

Feldzug gegen die Sarazenen in der Provence. Die Sarazenen haben Avignon besetzt. Karl und seinen Stiefbruder Childebrand vertreiben zusammen mit den Langobarden unter Liutprand die Sarazenen. Burgund und die Provence werden Teil der fränkischen Grafschaftsverfassung, nur Septimanien bleibt noch arabisch.

737 Sommer

3. Romreise von Bonifatius mit Priester Gregor. Ernennung zum päpstlichen Missionslegaten für Germanien durch Papst Gregor III.

1te Romreise von Burkard. Bonifatius trifft wahrscheinlich in der Lombardei auf Burkard und mit Burkard in Rom auf Lullus, Willibald und Wynnbald. Quellen für diese Romreise von Burkard sind die Vita Burkardi 1 und 2.

Burkard wird wahrscheinlich in Rom vom Papst zum Bischof ernannt.

738

Wigbert der 1te Abt von Kloster Fritzlar stirbt. Quelle: Brief 40 des Bonifatius.
Sein Namensvetter Wigbert ist Priester im Kloster, er wird später der 3te Abt von Fritzlar.

738

Megingaud (* um 710, + 783) ist Mönch und Diakon im hessischen Kloster Frideslar (Fritzlar). Quelle: Brief 40 des Bonifatius.

738 Sommer

Auf dem Rückweg ins Frankenreich machten Bonifatius und seine Begleiter Burkard, Lullus und Wynnbald halt bei Liutprand in Pavia {Willibald, Vita Bonifatii c.7, ed. Levison, S.37}.

738

Erfolgreicher Sachsenfeldzug von Karl Martell Lippe aufwärts bis an die Weser {Fredegar}.

Um 738

Pippin III., schenkt Bonifatius in Rorinlacha, das spätere Neustadt am Main, ein Jagdschloss der Karolinger (Eigentlich war Karlmann bis Ende 747 der Hausmeier von Austrien). Burkhard gründet das 1te Kloster in Rorinlacha auf dem Michaelsberg. Quelle Fries Chronik.

738 – 741

Lullus (* 705, + 786), später Bischof von Mainz, ist Mönch in Kloster Fritzlar und Kloster Ohrdruf, erstes Kloster in Thüringen.

739

Die angebliche Neuorganisation der Bistümer Regensburg, Passau und Freising unter dem agilolfingischen Bayernherzog Odilo mit Hilfe von Bonifatius, ist in keiner bayerischen Quelle erwähnt.

739 Sommer

Feldzug von Karl in die Provence

739 Herbst

Am Königshof Verberie an der Oise bricht bei Karl die letztendlich todbringende Krankheit aus.

739

Karl lehnte das Hilfegesuch des Papstes Gregor III., gehen die Langobarden einzugreifen, ab.

740

Kein Feldzug von Karl Martell laut den Annalen.

741

Das Kloster Niederaltaich wurde 741 (oder 731) von Bayernherzog Odilo gegründet. Der heilige Pirmin besiedelte es mit Mönchen aus der Inselabtei Reichenau im Bodensee. Der erste Abt Eberswind gilt als der Redaktor des ersten bayerischen Stammesrechts, der Lex Bajuvariorum (741/43).

Niederaltaich und Neustadt hatten später enge Kontakte. Gozbald war laut Fries mit Megingaud verwandt. Er war Abt zu Neustadt und auch Niederaltaich und Erzkanzler von König Ludwig des Deutschen. 842-855 Bischof von Würzburg auf Veranlassung König Ludwig II.

741, Okt 22

Karl Martell stirbt laut der Fredegar-Chronik am 22. Okt. 741 und wird in St. Denis (Merowinger Hauskloster) begraben. Vor seinem Tode teilte Karl Martell das Reich unter seinen drei Söhnen auf. Vier Geschichtswerke, den Karolingern nahe stehend, berichten unterschiedlich darüber. Die wahrscheinlichste Variante:

Grifo (*um 726, +753 Pippin war beteiligt) stammte von Suanahild (Agilolfingerin) und bekam Alles.

Nach 22. Okt 741

Hiltrud flieht nach dem Tod Ihres Vater Karl Martell zu Odillo von Bayern. Sie heiratete ihn wahrscheinlich schon vorher. Sie hatte mit Ihm zusammen ein Kind, Tassilo III.

741

Sturmius gründet in Hersfeld eine Einsiedlerzelle.

741/742

Grifo wurde von Karlmann bei Laon gefangengenommen und in Chevremont in Klosterhaft genommen.

Anfang 742

Nachdem Karl Martell 741 gestorben war, gründet Bonifatius, mit Zustimmung von Karlmann und Papst Zacharias, für die 3 Stämme des ehemaligen Thüringerreiches 3 Bischofssitze: Würzburg, Büraburg und Erfurt.
Würzburg wird von Karlmann durch großzügige Schenkungen unterstützt. Er schenkte unter anderem 25 Kirchen und die Marienkirche und das Kloster zu Karlburg. Das Kloster in der „Villa“ Karlburg gehörte damit zu diesem Zeitpunkt den karolingischen Hausmeiern. Wurde es von St. Gertrud, der Tochter Pippin I. gegründet?

Anfang 742

Burkhard wird der erste Bischof Würzburgs (Zwischen 741 Ende/742 Feb. bis 754 Feb.), von Karlmann und Bonifatius bestimmt. {Quelle 1}
Laut der Fries Chronik von 1546 war Burkhard die erste Zeit als Bischof in Rorinlacha.

742 Ab

Megingaud ist Abt in der Klosterzelle Rorinlacha / Neustadt.

Bau des ersten Klosters mit Saalkirche im Tal, heute unter dem Pfarrhaus und Pfarrheim liegend. Pirmin war wahrscheinlich beteiligt. Kirche und Konvent wurden 1981/82 vom BlfD ergraben.

742

Die Königspfalz Salz (bei Bad Kissingen) wird erstmals erwähnt.

742

Eroberung von Aquitanien.

742

Karlmann I. (Hausmeier von 741 bis 747) schenkte 25 Königskirchen, die Klosterkirche von Karlburg und das Kloster Karlburg an das Bistum Würzburg.

Neustadt, Homburg, Amorbach, Schlüchtern und Murrhardt wurden in der Schenkung nicht erwähnt.

742, 21.4.

Erste austrische Synode: Concilium Germanicum im Gebiet von Karlmann. Bonifatius und Bischof Burkhard nehmen teil.

Karlmann nennt sich „dux et princeps“ und sein Reich „regnum meum“.

743, Januar

Nach 6 Jahren ohne König wird der schwache Childerich III., offenbar wegen starker Widerstände der Herzöge von Aquitanien, Bayern und Alemannien, von Karlmann als Merowingerkönig eingesetzt. Quelle: MGH DD 1, S.87, Nr.97. Ein taktischer Schachzug von Karlmann.
Dieser letzte, genealogisch nicht näher einzuordnende merowingische "Schattenkönig" bleibt völlig im Dunkeln, es gibt auch Gerüchte, dass er wahrscheinlich der Schwager Pippins war.

743, 1. März

Austrische Synode in Les Estinnes für Karlmanns Herrschaftsgebiet. Bonifatius und Bischof Burkard nehmen teil.

743, Sommer

Der Agilofinger Odilo von Bayern, der Schwager von Pippin III. und Karlmann II., rebelliert. Karlmann und Pippin gewinnen die Schlacht am Lech.
Karlmann führte anschließend eine Strafexpedition gegen die Sachsen durch, die Odilo Waffenhilfe leisteten.

744, Januar

Luitprand, König der Langobarden, stirbt.

744, März 2

Neustrische Synode in Soissons für Pippins Herrschaftsgebiet. Die Inhalte von Les Estinnes werden in eine praktikablere Form gebracht.

744, März 12

Sturmius verlässt Hersfeld und gründet am 12. März 744 das Kloster Fulda.

745

Auf einer Synode unter Vorsitz der beiden Hausmeier Karlmann I. und Pippin III. wird im Beisein von Bonifatius der letzte alt-fränkische Bischof von Mainz, Geswilib, abgesetzt.

745

Erneuter Feldzug nach Aquitanien.

745-747

Verstärkte Opposition gegen Bonifatius. Pippin III. verhandelt direkt mit dem Papst, an Bonifatius vorbei.

746

Ratchis reguliert den Pilgerverkehr vom fränkischen Reich nach Rom. Grund: Annäherung Pippins an den Papst.

746

Einen letzten Aufstand der Alemannen kann Karlmann niederschlagen. Bei Cannstatt ordnet er eine Versammlung an, über welche die Karolingerfreundliche Metzer Annalen folgendermaßen berichten: „Dort wurde das Heer der Franken und Alemannen vereint. Es war dort ein großes Wunder, dass ein Heer das andere ergriff und fesselte ohne irgendeine Kriegsgefahr. Die aber, die die ersten waren mit Theudebald (Herzog der Alemannen, Agilolfinger) bei der Unterstützung des Odilo (Herzog der Bayern, Agilolfinger) gegen die unbesiegbaren Fürsten Pippin und Karlmann, nahm er fest und wies sie gnädig zurecht, wie es die einzelnen verdient hatten“. Das alte alemannische Herzogtum wurde beseitigt, die fränkische Grafschaftsverfassung wurde eingeführt.

Nicht erwähnt in den Einhard-Annale und in der Einhards-Karlvita. Im Cont. Fredegar wird das Reue-Motiv für den späteren „Rücktritt“ von Karlmann erwähnt.

746

Bonifatius wollte Erzbischof von Köln werden, Gegner vereitelten seinen Plan.
Er wurde 746 mit Mainz (unter Bonifatius kein Erzbistum!) abgefunden.

746 / 747

Durch einen Boten schickte Pippin III. einen Katalog von 27 Fragen zum Kirchenrecht direkt an den Papst, die Zacharias am 5. Januar 747 ausführlich beantwortete.

747, März

Gesamtfränkisches Konzil. Bonifatius und 13 Bischöfe, darunter Bischof Burkard von Würzburg und Bischof Agilolf von Köln, nahmen teil.

Quelle: Teilnehmer in Brief 82 des Bonifatius aufgelistet.

Karlmann und Pippin nahmen nicht teil.

747, Mai 1

Burkhard übergibt am 1. Mai 747 im Auftrag von Karlmann und Bonifatius die Oboedienzerklärung dem Papst Zacharias (741-752) in Rom. 2te Romreise von Burkard!

747 Mai 1

Papst Zacharias forderte austrische Große aus dem Rhein-Main-Gebiet auf, Eigenkirchen und Eigenklöster zu gründen und das römische Kirchenrecht zu befolgen [Bonifatiusbrief 83]. Einer der Großen war Rocgo/Rocco, ein Mattone, ein Verwandter von Megingaud. Ein anderer Runzolf, der an das Kloster Neustadt am Main schenkte [spur. DKar I 283].

747 Herbst

Laut den fränkischen Annalen dankt Karlmann I. ab. Von Pippin wurde Karlmann, laut der Annales regni Francorum, für seine Reise nach Rom mit reichen Gaben beschenkt.

Mit größter Wahrscheinlichkeit wird er von Pippin III. und seinen Anhängern abgesetzt. Karlmann ist am 15. August 747 letztmals im Amt bezeugt. Er geht zusammen mit Adelsleuten in ein italienisches Kloster auf dem Berg Soracte, 50 km nördlich von Rom und zu Rom gehörend.

Nach 747 Herbst

Pippin III. heiratet Bertrada die Jüngere, seine 2te Frau.

Pippin III. (734 bei Liutprand) hatte mit der 1ten Frau Leutberga / Leutburgie
5 Kinder. (Langobardin, Tochter Liutprands?, Liutprand Kö 712 bis +Jan 744).

747

Aufhebung des Bistum Büraburg und Integration in das Bistum Mainz.

748

Am 2. April wird Karl der Große geboren. Sein Vater Pippin war 34 Jahre alt.

748

Pippin III. beruft selbst ein Konzil ein. Die Ergebnisse wurden direkt mit dem Papst abgestimmt, Bonifatius wurde nicht eingeladen und beiseite geschoben.

Auch Drogo, Sohn von Karlmann, hielt ein Konzil ab.

748

Karlmanns Sohn Drogo war 748 als Hausmeier in Austrien bezeugt. Pippin III. der Jüngere (Vater von Karl den Großen) wird dann Hausmeier in Neustrien und Austrien. Er ignorierte den Anspruch von Karlmanns Sohn Drogo.

749

Der Papst fordert Karlmann auf, das Kloster auf dem Berg Soracte in der Provinz Roms, zu verlassen. Er geht notgezwungen ins Kloster Monte Cassino, 140 km süd-östlich von Rom.

749

Der Langobarden-König Ratchis wird gestürzt, er geht auch ins Kloster Monte Cassino.

Ab 756 bis 757 wieder König, er wird von Desiderius abgelöst und wieder in Kloster Monte Cassino und stirbt dort.

749

Paulus Diakonus geht ins Kloster Monte Cassino. Später am Hof Karl des Großen. Ab 787 wieder im Kloster Monte Cassino.

749

Nach Odilos Tod, erneuter Feldzug nach Bayern.

Um 750

Die Konstantinsche Schenkung ist gefälscht!

Dass Konstantin der Große, Rom den Vorrang über alle Kirchen gegeben haben soll und dem Papst die Herrschaft über Rom, ist nicht wahr.

1433 hat Nikolaus von Kues und 1440 Lorenzo Valla die Fälschung entlarvt. Der Vatikan hat erst Mitte des 19. Jahrhunderts die Fälschung anerkannt.

Um 750

Naymlap kam mit seinem Gefolge übers Meer nach Peru. Er baute bis zu 700 Meter lange Pyramiden. Dreimal länger als die Cheops Pyramide. Er hinterließ viele Söhne, die weitere Städte errichteten und die Lambayeque zum reichsten Volk der Neuen Welt machten. Bis die Inka kamen.

Um 750

Bischof Burkhard gründet in Würzburg das Andreas-Kloster unterhalb des Marienberges.

750/51

Abt Fulrad vom Kloster St. Denis, ein Westfranke und kognatisch mit Pippin verwandt und Bischof Burkhard, ein Ostfranke, gehen, laut der Annales regni Francorum von ca. 791, mit Zustimmung der Reichsversammlung nach Rom und holen die Zustimmung vom Papst Zacharias den Merowingerkönig Childerich III. als König abzusetzen. Die Frage an den Papst: Wer solle König sein, der der die Macht hat oder der mit dem Namen? Die Antwort des Papstes war situationsbedingt eindeutig: Derjenige solle König sein, der die Gewalt habe, die Originalantwort existiert jedoch nicht. Hintergrund der päpstlichen Zustimmung: Zacharias brauchte Hilfe gegen die Langobarden und er wollte sich von Byzanz unabhängig machen. Die 3te Romreise von Burkard!

751 Nov 04

Bonifatius erwirkte von Papst Zacharias das Zachariasprivileg für das Kloster Fulda. Es diente zum Schutz des Klosters vor unerbetenen Eingriffen kirchlicher Amtsträger. Vorher, seit 744, war Fulda dem Bistum Mainz unterstellt.

751 November

Pippin der Jüngere soll von der Reichsversammlung in Soissons zum König der Franken gewählt worden sein. Josef Semmler bezweifelt die Salbung durch einen fränkischen Bischof (Chrodegang von Metz?), es war sicher nicht Bonifatius.
Die Merowinger werden als fränkische Könige abgesetzt. Der König Childerich III. wurde geschoren und musste in das Kloster Sithiu (in Saint Omer, Frankreich, süd-östlich Calais). Er starb dort 752 oder 753. Von seinem Sohn Theoderich hörte man nichts mehr.

751

Die letzten Merowingerkönige wurden, sicher bewusst von den Karolingern gesteuert, nicht mehr in bedeutenden Kirchen begraben.

Childerich III.: Gestorben um 752/53 im Kloster Sithiu, Grab unbekannt.

Theuderich IV.: Gestorben 737, Grab unbekannt.

Chilperich II.: Gestorben 721 in Noyon, dort begraben.

Chlothar IV.: Gestorben 719, Grab unbekannt.

Dagobert III.: Gestorben 715/16, Grab unbekannt.

Childebert III.: Gestorben 711 in Choisy-au-Bac, dort begraben.

Chlodwig III.: Gestorben 694, Grab unbekannt.

Theuderich III.: Gestorben 690, Grab unbekannt.

751/52

Pippin III. stattet das Bistum Würzburg mit dem Zehnten aus 17 ostfränkischen Gauen und mit dem Zehnten von 26 Königskirchen aus. Zusätzlich verlieh Pippin III. dem Bistum Würzburg die Immunität.

Burkard erhielt, laut der Vita Burkardi II., die Burg und den Königshof in Karlburg mit allen zugehörigen Einkünften. Immina, die Tochter von Herzog Heden und Äbtissin von Würzburg und am Ende von Karlburg, starb vorher.

752 Frühjahr

Sachseneinfall nach Hessen und Thüringen.

752

8. Juli, Burkhard ließ die Gebeine von St. Kilian und seinen Gefährten aus einem Pferdestall erheben und in die Kirche auf den Marienberg bringen.

Kilian war zu dieser Zeit auf jeden Fall schon länger als 60 Jahre tot!

753, Mitte

Feldzug gegen die Sachsen, Bischof Hildegar von Köln stirbt.

753

Grifo, der 3te Sohn von Karl Martell, wird auf der Flucht zu den Langobarden, von Pippins fränkischen Grenzgrafen getötet.

753

Bonifatius dankt als Bischof in Mainz ab. Lullus wird Bischof von Mainz.

753, Herbst

Papst Stephan II. schickte mit Pilgern eine geheime Botschaft zu Pippin. Daraufhin reisen Bischof Chrodegang und dux Autcharius nach Rom. Am 14. Oktober treffen sie in Rom ein.

753 Nov. 3.

Pirmin stirbt im Kloster Hornbach im Bliesgau (Pfalz)

753, Nov. 15

Papst Stephan II,, Chrodegang und dux Autcharius gehen zu Aistulf nach Pavia und anschließend zusammen ins Frankenreich. Wahrscheinlich durch das Aosta-Tal und über den Großen St. Bernhard Pass und mit Zwischenhalt im Kloster St. Maurice in Agaune.

754, 6. Januar

Pippin III. empfängt Papst Stephan II. am Epiphanias-Tag in der Pfalz in Ponthion (80 km südöstlich von Reims, östlich von Paris). Pippins Sohn Karl reiste dem Papst entgegen und geleitete ihm bis Ponthion {Fredegar}. Papst Stephan bleibt bis zum Feldzug Pippins gegen die Langobarden im Frankenreich.

754 Februar

Anfang 754, Bischof Burkhard dankt ab und geht mit 6 von seinen Mönchen nach Homburg und will in Michilstat ein Kloster bauen. Michilstat wäre in Homburg zu finden, auf keinen Fall in Michelstadt im Odenwald. War der Grund des Rücktritts, der Besuch des Papst Stephan II. im Frankenreich und die Verfeindung Pippins mit den Langobarden?

754 Feb. oder März

Megingaud, ein Mattone und laut Fries ein geborener Graf zu Rothenburg, wird von Pippin III. zum Bischof von Würzburg benannt (754 – 769) und von Bonifatius geweiht. Gleichzeitig war Megingaud noch Abt der Klosterzelle Rorinlacha.

754 März 1.

Nach dem Fehlschlag der Gesandtschaft zu Aistulf, findet auf dem Hofgut in Bernacum ein Hoftag statt (Fred. Chron. Cont. Nr. 37).

754 April 14

Hoftag in der Pfalz von Pippin in Quierzy (98 km nordöstlich von Paris). Im Vertrag von Quierzy wird das Exarchat von Ravenna und der zukünftige Kirchenstaat dem Papst versprochen (die Pippinsche Schenkung). Gegen großen Widerstand des fränkischen Adels wird ein Feldzug gegen die Langobarden festgelegt. Als Gegenzug wird der Papst Pippin später zum König salben.

754 Frühjahr

Bonifatius geht nach Friesland. {Quelle 1}

754, Juli 28

Pippin wird von Papst Stephan II. in St. Denis, im alten Hauskloster der Merowinger, als König bestätigt. Er und seine beiden Söhne, Karl und Karlmann II. wurden vom Papst mit heiligem Öl gesalbt und erkannten damit die geistige Herrschaft des Papstes an.

754 Juni / Juli

Karlmann geht zu Pippin und pocht auf die Ansprüche seines Sohnes Drogo. Pippin schenkt ihm kein Gehör.

754, August 17

Hausmeier Karlmann I. stirbt (Zufall, oder halfen Pippin und Bertrada nach?) im Kloster Vienne (südlich von Lyon) in den Armen von Bertrada. Drogo und 5 weitere Söhne von Karlmann werden von Pippin ins Kloster verbannt.

754 Sommer

Bonifatius wird Bischof von Utrecht. {Quelle 1}

754 Herbst

Bonifatius kehrt aus Friesland zurück. {Quelle 1}

754

Nach dem Tod von Hiltrud, Tassilos Mutter und Schwester von Pippin, übernimm Pippin die Vormundschaft von Tassilo.

755 2. Feb.

Burkhard stirbt im 40. Jahr als Priester {Vita Burkardi} in Hohenburg, heutiges Homburg. Megingaud lässt den Leichnam nach Würzburg bringen. {Quelle 1}

755, Mai

Das fränkische Heer wird erstmals nicht mehr auf einem Märzfeld, sondern auf einem Maifeld gemustert. Dies deswegen, weil nun viele Krieger beritten sind und die Pferde erst im Mai ausreichend Futter für den Marsch zum Sammelplatz finden.

755 Frühjahr

Erfolgreicher Feldzug von Pippin III. gegen die Langobarden. Pippin erbeutet in den eroberten Festungen der Langobarden, nahe Pavia, große Schätze und zwang König Aistulf zum Frieden {Quelle: Fredegar und Annales Regni Francorum}.

755

Mit dem Edikt von Verona beginnt die Münzreform von Pippin III.

Er brachte anschließend das Geldwesen unter königliche Kontrolle, reduzierte die Anzahl der Prägestätten von 800 auf 40 und stellte die Münzmeister unter königliche Kontrolle. Der Solidus (Schilling) und Talent (Pfund) wurden zu reinen Rechnungseinheiten, der Denar bzw. Pfennig wurde zur Hauptmünze. 12 Pfennig bzw. Denar = 1 Schilling. 20 Schilling = 1 Pfund.

755, Juni 5

Bonifatius wird am 5. Juni 755 (nicht 754) im Alter von fast 82 Jahren in Friesland bei Dokkum ermordet. {Quelle 1}
In seinem Testament hat er ausdrücklich verfügt, er wolle nicht in Mainz oder Utrecht, sondern in seinem Lieblingskloster Fulda beerdigt werden.
Bonifatius Schwerpunkt war die Organisation, nicht die Mission.

755

Einweihung der Krypta des Neumünsters in Würzburg durch Bischof Megingaud.

Nach 755

Nach dem Tod von Bonifatius kam es zwischen Lul und Sturmi zu einem erbitterten Streit um das Kloster Fulda.

756

Erfolgreicher 2. Feldzug von Pippin III. mit Tassilo von Bayern und Fulrad, auf Bitten Papst Stephan II. gegen die Langobarden. Aistulf musste 1/3 seines Königschatzes an Pippin abgeben. Mit Gebieten der Langobarden entstand der Kirchenstaat, er wurde erst 1870 aufgelöst.

757

Bischof Megingaud (erwähnt als Mangaudus) nimmt am Konzil in Comiègne (70 km nordöstlich von Paris) teil. Megingaud ist auch in einer Urkunde an das Kloster Gorze erwähnt.

760-768

Jährliche Feldzüge gegen Aquitanien.

Um 760

Im Auftrag von Lullus und Megingoz hat Willibald die erste Lebensbeschreibung von Bonifatius um das Jahr 760 geschrieben.

762

Bischof Megingaud (erwähnt als Megingaudus) bei der Dotation des Kloster Prüm.

762

Bischof Megingaud (erwähnt als Megingozus) nimmt an der Synode zu Attigny teil.

763

Angebliche Fahnenflucht („harisliz“) Tassilos III. von Bayern aus dem fränkischen Aquitanienheer.

763

Pippin setzt Sturmi als Abt von Kloster Fulda nach Verleumdungen ab und verbannt ihn in die Abtei Jumieges. Lul bekommt das Kloster Fulda von Pippin geschenkt. Lul setzt seinen Gefolgsmann den Presbyter Markus als Abt von Kloster Fulda ein, der jedoch am passiven Widerstand der Mönche scheiterte. In einer späteren freien Abtwahl wurde der Konventuale Prezzold der Abt von Kloster Fulda.

765

König Pippin III. begnadigt Sturmi und setzt ihn wieder als Abt in Fulda ein. Das Kloster erhielt das Zachariasprivileg zurück und wurde jetzt unter Königsschutz gestellt, Fulda wurde zur Reichsabtei.

768

Nachdem Pippin der III. (+ 24.09.) im Juni schwer erkrankte, teilte er das Frankenreich unter seinen Söhnen Karl (West- und Nordteil) und Karlmann II. (Mitte- und Südteil), Aquitanien gehörte beiden. Nicht wie üblich in Austrien und Neustrien aufgeteilt.

768, 9. Okt.

Karl wurde am 9. Okt. in Noyon (94 km nordöstlich von Paris) gekrönt. Karlmann wurde in Soissons (92 km nordöstlich von Paris) gekrönt.

769, Januar

Megingaud, 2ter Bischof von Würzburg, verzichtete auf sein Bischofsamt, zieht sich 769 mit einigen Mönchen an seine vorherige Klosterzelle in Rorinlacha / Neustadt zurück. Der Besitz wurde ihm früher (wahrscheinlich schon um 741) von einem gewissen Hatto (auch ein Mattone, wie Megingaud) geschenkt {Vita Burkardi II).

769

Feldzug von Karl nach Aquitanien, Karlmann verweigert die Unterstützung.

769

Lul gründet in der ehemaligen Einsiedlerzelle von Sturmius das Kloster Hersfeld, das so genannte „Trutzfulda“.

769, Winter

Pippin der Bucklige (wegen eines Geburtsfehlers), Sohn von Karl und Himiltrud, wird geboren.

770

Pippin, Sohn von Karlmann und Gerberga, wird geboren.

770

770 traten ein Egi und seine Frau Sigihild mit ihren Besitztümern auch Weinberge an das Kloster Fulda ab. Als Karl der Große, im Jahre 777, Hammelburg dem Kloster Fulda übereignete, wird in der Pertinenzurkunde der dortige Weinberg genannt.

771

Entzweiung von Karlmann mit Karl, die in einen offenen Krieg auszubrechen droht. V. Karoli c. 3

771, 4.Dez.

Durch den plötzlichen Tod Karlmanns II. in der Königspfalz Samoussy bei Laon (wie sich doch alles so fügt), ernennt sich Karl zum Alleinherrscher (771 – 814) im Frankenreich. Die Rechte von Karlmanns Söhnen ignorierte er.
Karl verstößt seine 2te Frau Desiderata, eine Tochter des Langobardenkönigs Desiderius.
Gerberga, die Frau von Karlmann II., flieht mit dem Sohn Pippin (*770) und einem weiteren Sohn (*771) und mit einer unzufriedenen Minderheit vornehmer Franken, darunter Autchari, zum langobardischen Vater Desiderius. Desiderius forderte von dem neuen Papst Hadrian eine demonstrative Königssalbung der beiden Söhne von Karlmann.

772

Bischof Berowelf schickt Megingaud 50 Glaubensbrüder bzw. Anhänger nach Neustadt nach. Sicher half aber Karl der Große nach und schickte diese Mönche nach Neustadt.

772

Megingaud gründet ein neues Benediktinerkloster an der „neuen Statt“, dem heutigen Neustadt. Weihe des Klosters in 781. Zuerst Bau eines Übergangsklosters mit einer Kirche (58 qm) auf dem Michaelsberg.
Gründungsgrund: Neustadt wurde ein Ausbildungskloster von Karl dem Großen für die Sachsenmissionierung.

772 Mai

Urkunde Karl d. Großen an Kloster Neustadt, Abt Megingaud, mit dem Inhalt: Königsschutz und Immunität {nach Dr. Heinrich Wagner}.

772 – 804

Sachsenkriege bzw. Gebietseroberungen in Sachsen. 772, erster Feldzug Karl des Großen gegen die Sachsen mit Eroberung und Zerstörung der Ermesburg und Zerstörung der Irminsuhl (heiliger Holzstamm der Sachsen).

772

Feldzug Karls des Großen nach Pavia und Verona. Autchari und Gerberga mit Söhnen ergaben sich in Verona oder wurden ausgeliefert. Ihr weiteres Schicksal erfahren wir nicht. Sie begegnen uns seitdem nie wieder in den Quellen. Desiderius' Sohn Adelchis konnte nach Konstantinopel entkommen.

Pavia wurde bis 774 belagert.

774, 3.4.

Karl erobert Pavia und ließ Desiderius samt Familie scheren und ins Kloster bringen. Karl nennt sich Rex Francorin, König der Franken und Langobarden. Das langobardische Königreich ist erloschen.

774

Die Sachsen zerstören das Peters- / Petruskloster in Fritzlar.

774, September 1

1. September, Weihe der Nazariusbasilika in Lorsch durch den Mainzer Bischof Lul. Karl d. Große wohnte bei, machte Stopp auf seinem Weg von Rom nach Fritzlar.
Die geistliche Elite der Zeit assistierte: Weomad von Trier,
Megingoz von Würzburg (nicht der aktuelle Bischof Berowelf von Würzburg) und der Chef der Hofgeistlichkeit, Bischof Angilramn von Metz. Quelle: http://www.kloster-lorsch.de/kloster/ursprung.html

775

Vir magnificus Troand schenkt sein Eigenkloster Holzkirchen an Karl den Großen und der an das Kloster Fulda.

776, Frühjahr

Aufstand der Langobarden unter Adlechis, Sohn Desiderius, wird niedergeschlagen.

777

Auf dem Reichstag in Paderborn unterwarfen sich viele der sächsischen Großen dem König.
Unter dem Vorsitz von Karl dem Großen wurde die Missionierung des eroberten sächsischen Gebietes besprochen.

778

Karl der Große in Würzburg und wahrscheinlich auch in Neustadt.

778

Die Sachsen fallen in den Lahngau ein. Schlacht bei Laisa und Battenfeld.

778

Herzog Widukind stößt bis Köln vor und plündert Kirchen und Klöster. Der sächsische Hochadel, der um seinen Großgrundbesitz bangt, geht zu den Franken über.

778, Aug. 15

Auf einer fränkischen Expedition nach Spanien fällt Markgraf Hroudland aus der Bretonischen Mark (aus der Familie der Widonen), der Held der späteren Rolandssagen.

781, 14.4.

Papst Hadrian I. tauft nach weiteren Landzusicherungen Karls des Großen {die Sabina}, den zweiten Sohn von Hildegard, bis dahin Karlmann genannt, auf den Namen Pippin.

781, 14.4.

Mainz wird unter Bischof Lullus von Papst Hadrian I. zum Erzbistum ernannt.
Die Bistümer Büraburg und Erfurt waren bereits durch Bonifatius ins Bistum Mainz integriert. Der Beginn, dass Mainz eines der größten und bedeuteten Diözesen des Abendlandes werden konnte.

781, 16.4.

Karls Söhne Pippin und Ludwig werden zu Königen von Italien und Aquitanien gesalbt. Karls und Hildegard ältester Sohn Karl der Jüngere ist somit der designierte Erbe der zentralen Francia.

781 August

Reichstag in Worms.

781 August

Urkunde Karl d. Großen an Kloster Neustadt, Abt Megingaud, mit dem Inhalt: Besitzbestätigung der Klostermark {nach Dr. Heinrich Wagner}.

781, August 22

22. August, Weihe der neuen karolingischen Kloster mit der Vierungskirche (253 qm) als Nebenkirche an der „neuen Stätte“ (Nivenstat, Nuovenstatt). Neben Karl dem Großen sollen auch Bischof Willibald von Eichstätt und Erzbischof Lullus von Mainz teilgenommen haben. Laut Stiftungsurkunde überbringt Karl der Große Reliquien der hl. Maria und von St. Martin.
Die Patrozinien nach Dr. Franziskus Büll OSB, Münsterschwarzach:

Der Vierungskirche (Nebenkirche): Martin, Dionysius, Salvator, hl. Kreuz.

Existierte schon die erste Kapelle der Hl. Maria? Heute im Südturm der Basilika eingemauert.

782

Lioba (Leobgyd), angelsächsische Äbtissin im Kloster Tauberbischofsheim, stirbt.

782

Karl der Große erlässt die fränkische Grafschaftsverfassung in Thüringen und in Sachsen (Reichstag zu Lippspringe). Die Sachsen unter Widukind erhoben sich geschlossen.

782

Ein aus Ostfranken bestehendes Heer, unter der Führung des königlichen Kämmerer Adalgis, Marschall Geilo und Pfalzgraf Worad, das ursprünglich zum Kampf gegen die Sorben bestimmt war, zog gegen die Sachsen und wurden vernichtend von den Sachsen geschlagen. Der Verlust der Franken war noch viel größer als er zahlenmäßig zu sein schien, weil die beiden Kommandeure Adalgis und Geilo, vier Grafen und gegen 20 andere namhafte und edle Männer gefallen waren.

782

Karls Rache: „Blutbad von Verden“, 4500 Sachsen werden enthauptet.

783

26. April, Hildegard die 3te Frau Karls des Grossen und Tochter des alemannischen Graf Gerold stirbt nach 11 Ehejahren und 9 Kindern mit 24 Jahren im Kindsbett.

783

12. Juli, Bertrada, Karls Mutter, stirbt im Alter von 63 Jahren.

783

Abt Megingaud stirbt am 26. September in Neustadt. Sein in Neustadt gefertigter Sarg wird wahrscheinlich erst später nach Würzburg gebracht und steht heute in der Westkrypta der Neumünsterkirche. Auf der Sargplatte ist nur der Tag und der Monat zu erkennen, die Jahreszahl (783) ist entfernt. {Quelle 1}

783

Oktober, Karl der Grosse heiratet Fastrade, eine Verwandte von Abt Megingaud.

785

Frieden mit Widukind, Taufe des Sachsenherzog Widukind in Attigny?

785

Synode von Paderborn: Karl der Große verbietet die Hexenverbrennung. Wer behauptet, dass es Hexen gibt und sie auf dem Scheiterhaufen verbrennt, wird mit dem Tode bestraft. Zauberei und auch Ketzerei werden meist mit Kirchenbußen belegt.

785

Bernhard, der Halbbruder von Pippin III. stirbt.

785 bis 786

Verschwörung unter Graf Hardrad bzw. Hardrat gegen Karl den Großen, Quelle: Ann. Naz. M. G. SS. 1,41. Laut Karl Brunner war Hardrad mit den Mattonen, Geroldinger und Agilolfinger verbündet, bei denen lange ein Teil dieser Adeligen zu den Gegnern der Karolinger zählten. Karl der Große hatte vorher schon bewusst Gisela, eine Geroldingerin, und Fastrade, eine Mattonin, geheiratet. Nach der Verschwörung sind viele in das Kloster Fulda geflüchtet, Abt Baugulf (Mit vielen von ihnen verwandt) informierte jedoch Karl darüber und legte Fürsprache für die Verschwörer ein. Hardrad wurde 786 hingerichtet.

786

Urkunde Karl d. Großen an Kloster Neustadt, Abt Waltrich, mit dem Inhalt: Bestätigung früherer Privilegien und freie Abtwahl {nach Dr. Heinrich Wagner}.

786

29. Juni, Karl der Große errichtet zu Verden am Fluß Aller im Sturmigau ein Bistum unter der Metropole Mainz {Quelle: Regesta Imperii}.
Da 3 spätere Neustädter Äbte zugleich Bischöfe von Verden sind, kann angenommen werden, dass das Kloster Neustadt und Amorbach eng mit dem Erzbistum Mainz zusammenarbeiteten.

786

16. Oktober, Bischof Lullus von Mainz stirbt in Hersfeld.

786

Erstmalige Erwähnung der deutschen Sprache, lingua theodisca.

787

7. ökumenisches Konzil von Nicäa, Karl war nicht eingeladen und war mit den Ergebnissen nicht zufrieden. Letztes gemeinsames Konzil der West- und der Ostkirche.

787, 7. Juli

Bischof Willibald von Eichstätt stirbt.

787, 8. Juli

Karl der Große in Würzburg, von Italien kommend, 13. Juli in Worms.

788

In einem Schauprozess wurde Tassilo in Ingelheim wegen "Heeresverlassung" (Tassilo hatte angeblich 763 Pippin III. auf seinem aquitanischen Feldzug in Stich gelassen) zum Tode verurteilt, dann von Karl dem Großen begnadigt und mit seinem Sohn, den Mitregenten Theodo III., ins Kloster nach Jumieges gesteckt.

788, 8. Juli

Am 8. Juli findet in Würzburg die karolingische Zentenarfeier (100-jähriges Jubiläum, lat. centum = einhundert) statt.
688 war, nach dem Sieg von Pippin II. im Jahr 687 und der Ermordung von Berchar im Jahr 688, das „Geburtsjahr“ der Karolingerherrschaft. Pippin II. hatte zu dieser Zeit die ganze Macht im Reich inne: „Principale regimine majorum domus“.

Die >Passio minor Scti Kiliani< wurde auf Veranlassung von Karl dem Großen zur Centenarfeier abgefasst, das Todesjahr von Kilian wurde auf das Jahr 688 datiert.

788 wurden auch die Gebeine des Märtyrers Kilian in den als Grabeskirche gedachten Bau der Salvatorkirche zu Würzburg überführt, aus der später die Neumünsterkirche wurde. Karl der Große war bei dieser Zeremonie anwesend.

788, Oktober

Karl der Große in Würzburg, am 25. Oktober in Regensburg.

789

Alle freien Männer, die das 12. Lebensjahr vollendet hatten, mussten gegenüber Karl einen Treueid ablegen.

790

Karl d. Große reist mit dem Schiff von Worms nach Gemünden (Besuch in Neustadt?) und dann zu Lande bis nach Salzburg an der Saale (heutiges Neustadt an der Saale) und anschließend wieder zurück nach Worms, wieder an Neustadt vorbei. Quelle: Einhard, Vita Caroli Magni.
Die Pfalz in Worms brennt ab.

790

Urkunde Karl d. Großen an Kloster Neustadt, Abt Waltrich, mit dem Inhalt: Zollfreiheit {nach Dr. Heinrich Wagner}.

791

Der erste Avarenfeldzug scheitert an der Pferdeseuche im fränkischen Lager.

792-795

Weitere Sachsenaufstände, langwierige Kämpfe.

792/93

Pippin d. Bucklige, Karls erstgeborener Sohn (geb. 769/70 von Himiltrud) wird nach einem Aufstand geschoren und ins Kloster Prüm verbannt. Der Aufstand Pippins konnte nicht in die Tat umgesetzt werden, da Pippin durch den Kaplan Fardulf verraten wurde. Karl hatte Pippin von der Erbfolge ausgeschlossen. Pippin d. B. starb 811 im Kloster Prüm.

793 – 794

Erfolgloser Bauversuch eines Rhein-Main-Donau Kanals (Fossa Carolina).

793

Karl der Große feiert Weihnachten in Würzburg und reist kurzfristig nach Frankfurt weiter. Besuch in Neustadt?

793

Der Treueid von 789 gegenüber Karl wurde von allen freien Männern erneuert.

794

23. März, Karl der Große feiert Ostern in Frankfurt.

794

Ausstellungsjahr der Neustädter Stiftungsurkunde (Originale nicht mehr vorhanden) nach dem Inkarnationsjahr: Für die königliche Abtei Neustadt verleiht Karl der Große dem von ihm gestifteten Kloster Neustadt im Spessartwald am Main freie Abtwahl, dotiert das Kloster und nimmt es in seinen Schutz.
Siehe auch: http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=96

Die Königs- bzw. Kaiser-Privilegien des Klosters Neustadt.

794

1. Juni, Karl beruft eine kirchliche Synode in Frankfurt ein. Karl verwirft die Beschlüsse des Konzils von Nicäa und betont seine religiöse Selbständigkeit gegenüber Byzanz.
Frankfurt wird zum ersten Male urkundlich erwähnt durch eine Stiftungsurkunde von Karl den Großen.

794

Nach der Synode findet eine Reichsversammlung in Frankfurt statt.
Der im Kloster Jumieges gefangene Tassilo III. wird auf dem Reichstag in Frankfurt
gezwungen, auch im Namen seiner Nachkommen, endgültig auf das bayerische Herzogtum zu verzichten.
Aufgrund einer Missernte in 793 setzt Karl Höchstpreise fest.

794

Fastrade, die 4te Frau von Karl den Großen, stirbt am 10. August.

794

Erfolgreicher Sachsenfeldzug. Bis 799 jährlich je ein Sachsenfeldzug.

796-829

Neustadt spielt eine wichtige Rolle in der „Sachsenmissionierung“. Die Neustädter Äbte Thanco, Spatto und Harud sind zugleich Abt in Amorbach und Bischof in Verden an der Aller. Amorbach und Verden sind direkt dem Bistum Mainz unterstellt. Neustadt ist Königskloster.

799/800

Die Äbtissin Emhilt von Milz überträgt ihr Eigenkloster an das Kloster Fulda.
Emhilt war mit Karl dem Großen verwandt (Liber Vitae des Klosters Reichenau) und auch mit den Mattonen Erpho, Hatto und Roggo, die alle mit Rorinlacha bzw. Neustadt am Main verbunden waren.



Quelle 1: Dr. Heinrich Wagner, Würzburger Diözesan-Geschichtsblätter, 63. Band, 2003, Bistum Würzburg, Seite 17 bis 43, ISBN: 0342-3093.
Die Quellen von Dr. Heinrich Wagner:
1."Miracula sancti Goaris" des Wandalbert von Prüm, 2.Aufschrift des Megingaud-Sarkophages in der Krypta des Würzburger Neumünsters, 3."Passio sancti Bonifacii" {Vita quarta}, 4."Vita Sturmii" des Eigil, 5."Vita Bonifatii des Eichstätter Bischof Willibald, 6.Liudgers Vita des Abtes Gregor von Utrecht, 7."Chronicon Wirziburgense", 8. "Jüngere Burkhardsvita".



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