Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
Helga I. vom Hää
Helga Greser war 1998 die erste Naüschter Hääkönichin
Die 15. Heukönigin aus Neustadt am Man
Gabi I., Naüschter Hääkönichin für 2012/13
  Naüschter Hääkönichin - Heukönigin aus Neustadt am Main 

Erstellt am 18.02.2012, ergänzt am 13.11.2012

 

 

Die Hääkönichinne von Naüscht am Mee

 

1998/1999         Helga I.             (Greser)
1999/2000         Brigitte I.           (Schwab)
2000/2001         Gisela I.            (Blum)
2001/2002         Stefanie I.         (Maier)
2002/2003         Sabine I.           (Bogen)
2003/2004         Anja I.              (Schönberger)
2004/2005         Andrea I.           (Pfeuffer)
2005/2006         Edith I.             (Madre)
2006/2007         Claudia I.          (Wolf)
2007/2008         Petra I.             (Lattin)
2008/2009         Petra II.            (Arnold)
2009/2010         Elisabeth I.       (Krimm)
2010/2011         Evelyn I.           (Heidenfelder)
2011/2012         Waltraud I.        (Borkmann)

2012/2013         Gabi I.              (Pfeuffer)

 

Gabi Pfeuffer, die 15. Hääkönichin von Naüscht am Mee, löst Waltraud Borkmann auf dem Thron als „Königin des Heus“ ab.

(Bericht von Martina Schneider aus der Mainpost)


Jedes Jahr am 11. November gibt es in Neustadt eine neue Regentin: Die Naüschter Häkönichin. In einem äußerst anspruchsvollen Wettstreit um diesen einzigartigen Titel treten dabei „freiwillige“ Anwärterinnen, also diejenigen, die sich Chancen ausrechnen, gegeneinander an. Ihr Ziel ist die begehrte Krone aus Heu und die damit verbundene närrische Regentschaft bis zum 11. November des folgenden Jahres.

Seit Sonntag, 11:45 Uhr haben die Neustadter nun eine neue Könichin: Gabi I. vom Spessarträuber (Gabi Pfeuffer) machte das Rennen. Sie verwies ihre beiden Mitanwärterinnen Annette Hartung und Claudia Wolf auf die Plätze. Das nicht ganz ernste Auswahlverfahren begann um kurz nach elf Uhr am „Pfeuffersch Hof“, wo auch traditionell am Rosenmontag immer der Zug der Hämachweiber startet.

Kandidaten stehen stramm

Zeremonienmeister Uwe Lattin ließ zunächst die drei „Delinquentinnen“ strammstehen. Zuerst galt es, den Naüschter Hääsatz fehlerfrei aufzusagen. Ein auch für eingefleischte Wallekipper nicht immer einfaches Unterfangen.

Mit viel Gelächter und Soufflieren brachten die Damen den anspruchsvollen Text zusammen: „Wou wöllta häuer äuer Hä hi ho, ich höu a mords Fuhr unn wess nicht wou na. Is äuer näue Schäuer a schu voll? Ich ko doch des Zäuch nit non Mee geroll. Höut ihr a ken Plotz dann hats ken Zweck, dann soll des Zäuch halt verreck.“

Auf Psyche und Physis kommt es an

Hernach mussten Pfeuffer, Hartung und Wolf ihre physische und psychische Konstellation unter Beweis stellen. Physisch beim Sprung durchs Seil – wobei sie hier Ersatzleute delegieren konnten. Neustadts Pfarrer Sebastian Herbert traf es gleich.

Der Geistliche trat für die neue Queen und schaffte 28 fehlerfreie Sätze durchs schwingende Seil.

Psychisch ging es um gute Nerven und ein ruhiges Händchen beim Pflemleswettlauf. Bei dieser anspruchsvollen Herausforderung kommt es darauf an, eine volle Likörflasche auf einem Esslöffel – und unter Zeitdruck – stehend um ein Hindernis zu bringen. Dabei schlugen sich alle drei wacker mit mehr oder weniger Standfestigkeit.

Pflemlesweitwurf

„Doch die wirkliche Herausforderung kommt noch“, kündigte Zeremonienmeister Lattin an als die Kötze für den abschließenden und alles entscheidenden Pflemlesweitwurf in Position gestellt wurde. Bei drei Durchläufen zählten die Treffer.

Erschwerend kam hinzu, dass die Damen vorher die süßen Alkoholfläschchen erst auf Ex leeren mussten. Geworfen werden in Neustadt nämlich nur leere Flaschen. Gabi Pfeuffer legte vor, doch Annette Hartung kam bis auf einen Treffer ran. Beim finalen Durchgang machte die neue Queen dann kurzen Prozess und versenkte ihre letzte leere Flasche punktgenau im Korb.

Danach riss sie vor Freude die Arme in die Höhe und juchzte. „Ich hätt' nie gedacht, dass ich treffe“, verriet sie glücklich und ließ die Gratulantenschar an sich vorüberziehen. Neun der 14 bisherigen Hääkönichinnen hatten das Auswahlverfahren mit verfolgt und begrüßten den Neuzugang in ihren Reihen.

Der Mann ist ihr jetzt Untertan

Matthias Pfeuffer, der Spessarträuber aus Neustadt und im NCC-Fasching engagiert, freut sich mit seiner Queen. „Du bist etz mein Könich“, lachte Gabi I. als sie ihren Gatten umarmte.

„Nee, nee, nee, er ist Dir jetzt untergeordnet“, klärte Ex-Queen Andrea Pfeuffer die „Neue“ auf und brachte ihr gleich die richtige Reihenfolge bei: „Der muss etz immer hinner Dir laff'“.

Die Krönungszeremonie fand dann im Gasthaus „Zum Engel“ statt. Dabei übergab die „alte“ die Krone aus Heu an die neue Königin. Eine weitere Besonderheit bei der Krönungszeremonie ist, dass der Küster das Volk benetzt, was heißt, Edith Lattin bespritzt die Anwesenden mittels einer Klobürste mit Wasser aus dem Nachttopf.

Dieser sei eigens für die Krönungszeremonie angeschafft worden und sonst nicht in Gebrauch. Das zumindest versichern die ehemaligen Heuköniginnen unisono – wer's glaubt.

 

Bei einer Prüfung gilt es, den Hää-Spruch fehlerfrei zu zitieren.

 

Wu wöllt'er haüer aüer Hää hi hå?

Ich höü ä mortz Fuhr un wäs nit wu hi.

Is aüer naüe Schaüer a scho voll?

Ich konn doch des Zaüch nit nåm Mee geroll.

Wu wöllt'er haüer aüer Hää hi hå?

Hött'er jetz kenn Blåtz?, nacher hat's kenn Zweck,

dann söll dar ganze Draagg im Egg verreeck.

Wu wöllt'er haüer aüer Hää hi hå?

 

Übersetzt ins Hochdeutsche:

Wo wollt ihr dieses Jahr euer Heu hin haben?

Ich habe eine große Fuhre und weis nicht wohin damit.

Ist euere neue Scheune auch schon voll?

Ich kann doch das Zeug nicht runter zum Main rollen.

Wo wollt ihr dieses Jahr euer Heu hin haben?

Habt ihr jetzt keinen Platz dafür? Später mach es keinen Sinn mehr.

Dann soll der ganze Dreck in der Ecke vorrotten.

Wo wollt ihr dieses Jahr euer Heu hin haben?

 

 

 

 

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