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  Baubeginn Marktbreit 

Baubeginn und Ende Römerlager Marktbreit
Römerlager Marktbreit und Locoritum haben nichts miteinander zu tun
Die Quellen und Fakten bez. des Römerlager Marktbreit, werden von bestimmten Personen ignoriert.
  Römerlager Marktbreit 

Ereignisse von 6 bis 9 n. Chr.
Römerlager Marktbreit und Locoritum haben nichts miteinander zu tun
Das 37 ha große Römerlager in Marktbreit wurde 7 n. Chr. begonnen zu bauen
  Fakten zum Baubeginn und Bauende des 37 ha Römerlager Marktbreit auf dem Kapellenberg. 


Fakten, Fakten, Fakten

Bernd Steidl, Hauptkonservator und Leiter der Abteilung Römerzeit der Archäologischen Staatssammlung in München, vermutet, dass das neue 37 ha Lager in der Zeit zwischen 5/7 und 9 n. Chr. errichtet wurde, vermutlich während der Zeit der Statthalterschaft des Publius Quinctilius Varus (7–9 n. Chr.).

Das bedeutet:
Zum Zeitpunkt des Römerfeldzug von Sentius Saturninus, im Jahr 6 n. Chr., existierte das neue 37 ha große Lager in Marktbreit, noch gar nicht.
Der Baubeginn des 37 ha Lager war erst im Jahre 7 n. Chr., als Publius Quinctilius Varus ab 7 n. Chr. der Staatshalter von Germanien war.

Der Feldzug des Sentius ging eh vom Winterlager Anreppen an der Lippe, durch das Land der Chatten (Kassel, Fritzlar) nach Böhmen.


Die Quelle für die weiteren Informationen:
Das Römerlager in Marktbreit, Erläuterungen zum archäologischen Rundwanderweg. Herausgeber: Dr. Thomas Völling. Das 36-seitige Büchlein ist im Museum Marktbreit erhältlich.

Laut dem Archäologen Dr. Thomas Völling, musste an dem 37 ha großen Lager von Marktbreit, mindestens 3-4 Jahre gebaut werden, bis es fertig gestellt war.

Es mussten über 21.000 Eichenstämmen mit einem Durchmesser von gut 35 cm abgeholzt, auf den Kapellenberg transportiert und verarbeitet werden. Und ca. 350.000 m3 Erde mussten ausgehoben werden und nach und nach in die entstehende Holz-Erde-Mauer eingefüllt werden. Für den Bau der Mauer, waren bei einer Mauerbreite von 2,80 und einer anzunehmenden Mindesthöhe von 3 m, etwa 42.000 Bohlen von je 4,5 m Länge und 20 x 20 cm Stärke notwendig.

Man ist mit dem Ausbau keineswegs fertig geworden. Nur die Umwehrung mit Toren, der wichtige zentrale Baukomplex mit Verwaltungsgebäuden und Wohnhäusern der höchsten Offiziere, ein große Wirtschaftsgebäude mit Trocknungsanlage und Speicherböden sowie ein erster Teil der Unteroffiziersunterkünfte war bereits fertiggestellt, als man den Standort wieder aufgab.

Die Reihenfolge der Gebäudeerrichtung ist dabei natürlich keineswegs zufällig, sondern spiegelt die Bedeutung der einzelnen Bauwerke und der sie nutzenden Personengruppen wider. Auf Grund seiner Größe von 37 ha hätten in der Anlage auf dem Kapellenberg 2 Legionen von jeweils etwa 6000 Soldaten, also insgesamt gut 12.000 Mann, genügend Platz. Und doch war wohl nicht vorgesehen, hier zwei Legionen gleichzeitig unterzubringen.

Das Zentralgebäude, die Principia, entspricht in ihrer Größe den Lagerzentren für nur eine Legion, und auch eine Verdoppelung von Praetorium (Wohngebäude des Legionskommandanten) oder Tribunen Häusern für die höchsten Offiziere ließ sich nicht beobachten. Es ist deshalb wahrscheinlicher, dass Marktbreit nicht ausschließlich ein militärisches Lager war, sondern gleichzeitig auch zivile Aufgaben eines "Zentralortes" in der neu zu errichtenden Provinz Germania übernehmen sollte.

Die Funde aus dem Lager zeigt bereits der nur unvollständige Ausbau, dass die Anlage niemals in vollem Umfang funktionstüchtig gewesen sein kann, so lässt die extreme Fundarmut daran zweifeln, ob überhaupt jemals eine über den Bautrupp hinausgehende größere Besatzung in Marktbreit stationiert war.

Das Lager Marktbreit wurde nach der Varus-Schlacht, 9 n. Chr., von den Römern aufgegeben. Es war nicht fertig gestellt und wurde abgebrannt.



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