Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
Das Bild hängt im Kloster Neustadt
Der Abt und Bischof Megingaud. Das Bild hängt im Kloster Neustadt.
   

Megingaud, ein Mattone
Das bzw. die Wappen von Bischof Megingaud aus der Fries-Chronik. In der Mitte das Wappen der Mattonen.
   

Der Sarg von Megingaud
Der Sarg vom Megingaud steht heute in der Westkrypta der Neumünsterkirche in Würzburg
   

Insgesamt sind 14 Personen abgebildet.
Megingaud, dargestellt auf dem Wigbertschrein aus dem 15. Jhd, heute im Dommuseum zu Fritzlar
   

Megingaud in Neustadt
Hinweis in der Fries-Chronik: Megingaud war schon bevor er Bischof in Würzburg war, Abt in der Klosterzelle Rorinlacha/Neustadt
   

Online
Lorenz Fries: Chronik der Bischöfe von Würzburg - online
   

Rekonstruktion
Das Kloster Lorsch
  Megingaud - ein Mattone - 2. Abt Neustadt + 2. Bischof Würzburg 

Erstellt am 05. 03. 2005, letzte Korrektur am 30.03.2013 

 

 

Megingaud, auch Mangaudus, Megingaudus, Megingozus, Meingold, Maingut, Megingoz oder Meingoz genannt.

Die Bedeutung des Namens auf althochdeutsch: Der mit Kraft waltende.

 

Heilig gesprochener Bischof von Würzburg und Abt vom Benediktinerkloster Neustadt am Main.

Fest: 26.September. Gestorben am Donnerstag den 26. September 783 (am 6. Tag vor den Kalenden des Oktober: 26+27+28+29+30+01 = 6 Tage).

 

Geboren um 710.

Megingaud kam aus einer begüterten, besitzmächtigen Adelsfamilie, den Mattonen, die dem neustroburgundischen Hochadel des Merowingerreiches entstammten. Die Mattonen waren laut Alfred Friese mir der Alt-Thuringsippe, den Heden-Nachkommen und den ostfränkischen Agilolfinger und Hattonen verwandtschaftlich verbunden. Megingaud war laut Lorenz Fries ein Graf zu Rothenburg ob der Tauber. Siehe links das Wappen von Bischof Megingaud in der Fries-Chronik. Das mittlere Wappen ist das Wappen der Mattonen.

 

Auch die 4te Frau Karl des Großen, Fastrada, war vom Geschlecht der Mattonen. Fastrada war von Oktober 783 bis zu ihrem Tod am 10. August 794 mit Karl dem Großen verheiratet, sie hatten 2 Töchter.

Um 780 hat Fastrada ein adeliges Eigenkloster, ein Frauenkloster in Münsterschwarzach gegründet. Es wurde kurz darauf ein karolingisches Reichskloster.

Megingauds gleichnamiger Neffe Megingoz und dessen Frau Imma gelten als die Stifter (816) von Megingaudshausen, nahe Münsterschwarzach.

Zur Familie des Megingaud gehört sehr wahrscheinlich laut Alfred Wendehorst auch der Megingoz, der 804 (?) Bischof von Osnabrück war.

 

Megingaud gilt als Schüler des hl. Bonifatius und ist 738 als Mönch und Diakon im hessischen Kloster Frideslar (Fritzlar) erwähnt, das von Bonifatius gegründet wurde.

Quelle: Brief 40 des Bonifatius, nach dem Tod vom 1. Abt Wigbert von Kloster Fritzlar im Jahr 738. Nicht zu verwechseln mit dem 3. Abt, der auch Wigbert hieß.

"Der Priester Wigbert und der Diakon Megingoz sollen Euch über Eure Regel belehren, auf die Einhaltung der Gebetsstunden und den Ablauf des Kirchendienstes achten, die anderen anweisen, die Kinder lehren und den Brüdern Gottes Wort verkünden“.

Dort waren ihm die geistliche Betreuung der Klosterinsassen und der Unterricht in der Klosterschule anvertraut. Dort machte er auch sicher die Bekanntschaft von Lullus, den späteren 1ten Erzbischof von Mainz, und Sturmius, Gründer von Kloster Fulda.

 

Anfang 742: Burkard wird von Bonifatius, mit Zustimmung von Hausmeier Karlmann, zum Bischof von Würzburg benannt. Er war schon vor der Bistumsgründung Bischof!

Megingaud wird von Burkard als Abt in der Klosterzelle Rorlach / Rorinlacha eingesetzt. Quellangaben am Ende des Dokuments.

 

Dass im Tal von Neustadt schon vor 769 christliche Spuren existierten, kann heute auch als sicher angenommen werden. Eine kleine, einschiffige Saalkirche mit nördlichem Klaustrum, im Bereich bzw. unterhalb des heutigen Pfarrhauses, wurde um/nach 742 von Megingaud in Rorinlacha erbaut. Er bekam dafür den Grund und Boden vom comes (Vertreter der Königsmacht in den karolingischen Gauen) Hatto, wie Megingaud, ein Mattone. Die einschiffige Saalkirche wurde 1981/82 vom bayerischen Landesamt für Denkmalpflege ergraben.

Mehr Fakten über die Saalkirche finden Sie unter:

http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=211

 

In einer Urkunde von Attigny, Juni 753 für das Kloster Fulda ist der Megingoz als Zeuge erwähnt. Pippin bestätigt Bonifatius das Exemtionsprivileg des Papstes Zacharias für das Kloster. Die Urkunde ist unterzeichnet von Pippin, Missions-Erzbischof Bonifaz, den Bischöfen Burghard (Wirzburg), Willibald (Eichstädt), Lul (episc.), Eoban (Utrecht), Ciliman, den priestern Folcrem, Megingoz, den grafen (praefecti) Throand, Liutfrid, Hrunzolf, Hroggo u. a.

Quelle: Karol. Regesten 753 iuni 00 – n. 72.

Laut Stengel soll es eine Fälschung des Mönches Rudolf von Fulda sein, erstellt kurz vor 856.

 

Im Frühjahr des Jahres 754 dankte Burkard als Bischof von Würzburg ab.

Burkard bestimmte Megingaud als seinen Nachfolger:

"..., während ich getreulich bitte, ermahne ich euch, dass ihr einen unserer Mitbrüder und Mitstreiter, der für euch durch den Heiligen Geist in übereinstimmender Neigung der Liebe erwählt wurde, dazu veranlasst, den Platz meines geistlichen und Vorsteheramtes zu übernehmen, dass die Vakanz dieses Stuhles, wenn ich etwa plötzlich sterbe, nicht zum absichtlichen Reizen eines Gegners mißbraucht werde oder, was gefährlicher wäre, es zur Besetzung dieser Stelle durch einen fremden und weniger geeigneten Mann käme."

Quelle: Vita Burkardi II.

 

Megingaud wurde von König Pippin dem Jüngeren (den III.) daraufhin zum Bischof von Würzburg ernannt und durch Bonifatius zum 2ten Bischof von Würzburg geweiht.

 

Wie sein Vorgänger Burkard nahm Megingaud regen Anteil an den Geschäften des fränkischen Reiches und war deshalb öfters unterwegs auf Reichsversammlungen und Synoden.

755: Bischof Megingaud hat am Fundort der Leichname der 3 Frankenapostel eine Kirche gebaut. Heute steht dort das Neumünster.

 

757: Bischof Megingaud (erwähnt als Mangaudus) nimmt am Konzil in Compiègne teil.

 

18./23. Mai 757: Bischof Megingaud ist in einer Urkunde Chrodegangs von Metz für das Kloster Gorze als Zeuge erwähnt. Quelle: Karol. Regesten 757 mai 23 – n. 85a.

Gorze wurde 748 von Chrodegang (+6.3.766) als Musterkloster gegründet.

 

Um 760: Auf Megingauds und Lullus (Ab 780/82 der erste Erzbischof von Mainz) Anregung geht die älteste Lebensbeschreibung des hl. Bonifatius (Vita St. Bonifatii auctore Willibaldo) zurück, sie wurde um 760 geschrieben. Die Vita wurde laut Dr. Heinrich Wagner von Bischof Willibald von Eichstätt geschrieben. Nicht wie bisher angenommen vom Priester Willibald aus Mainz.

 

Infos über Treffen zwischen Megingaud von Neustadt/Würzburg, Lullus von Mainz und Willibald von Eichstätt:

1. Bischof Megingaud von Würzburg, Bischof Lullus von Mainz und Abtbischof Willibald von Eichstätt nahmen 762 am Totenbund von Attigny teil.

2. Als sich Megingaud im Jahre 768 entschloss, seine Bischofwürde abzulegen, kamen der Mainzer Erzbischof Lullus und Willibald von Eichstätt nach Würzburg, um den Nachfolger zu bestimmen (Vita Burkardi II.).

3. Die Gegenwart Willibalds, zusammen mit Karl den Großen und Bischof Lul, bei der Weihe des Münsters zu Neustadt am Main im Jahr 781 verzeichnet die Neustädter Stiftungsurkunde.

 

762, 13. August: Bischof Megingaud (erwähnt als Megingaudus) unterzeichnet das Diplom Pippins für die Dotation des Kloster Prüm.

Quelle: Karol. Regesten 762 aug. 13 - n. 95.

 

762: Neben Chrodegangs Namen waren auch Megingaud (erwähnt als Megingozus) und Willibald von Eichstätt unter den 44 Prälaten, die 762 einen Klerus-Gebetsverein, den Totenbund von Attigny, schlossen.

 

763: Bischof Megingaud wird in einer Schenkungsurkunde von Hahbert und seiner Frau Hruadlag (Hruada) an das Kloster Fulda als 3ter Zeuge erwähnt.

Quelle: Urkundenbuch Kloster Fulda.

 

 

Größtes Interesse hatte Megingaud an Theologie und praktischer Seelsorge, wie zwei (drei) erhaltene Briefe mit Erzbischof Lullus von Mainz zeigen.

 

769 verzichtete Megingaud auf sein Bischofsamt, zieht sich mit einigen Mönchen wieder an den Ort Rorlach / Rorinlacha zurück und gründete danach ein neues Benediktinerkloster an der "neuen Statt", dem heutigen Neustadt.

Laut der Vita Burkardi II. erhielt Megingaud diesen Besitz (das Gebiet um Rorinlacha, bzw. das gesamte Klostergebiet) einst von einem gewissen Hatto. Vita Burkardi II: “… Ort, der ihm einst von einem gewissen Hatto überlassen wurde“. Unter einst kann man wohl um 741 annehmen.

Bischof Berowelf, der Megingaud bis zu seinem Tode belästigte, schickte ihm laut der Vita Burkardi II. später 50 Glaubensbrüder bzw. Anhänger nach Neustadt nach.

Wahrscheinlich half aber Karl der Große nach und er schickte diese Mönche im Jahre 772 von Würzburg nach Neustadt, nicht Berowelf.

Vita Burkardi II: „…mit dessen (Karls) Unterstützung gründete er (Megingaud) dort (Rorinlacha) ein (neues) Kloster“.

Karl und sein Bruder Karlmann wurden 768 zum König gekrönt. Karl begann, nachdem Karlmann im Dezember 771 plötzlich gestorben war (vielleicht steckte Karl dahinter?), mit den Gebietseroberungen (Sachsenmissionierung bzw. Sachsenkrieg) im Jahre 772. Dafür brauchte er Mönche als Missionare und für sie Ausbildungszentren und eines davon war das Kloster Neustadt.

Der Beweis: 3 spätere Äbte, Spatto, Tancho und Harud, von Kloster Neustadt sind gleichzeitig Bischof von Verden an der Aller.

 

772 Mai: Urkunde Karl d. Großen an Kloster Neustadt, Abt Megingaud, mit dem Inhalt: Königsschutz und Immunität.

Quelle: Dr. Heinrich Wagner

 

Ab 772: Bau eines Übergangsklosters mit Kirche auf dem Michaelsberg, die ca. 60 Mönche, die sich um diese Zeit in Rorinlacha befanden, brauchten viel Platz während das neue große Kloster im Tal gebaut wurde.

1974 wurden vom BlvD, Herrn Walter Sage, die Kirche des Übergangsklosters auf dem Michaelsberg ergraben.

 

1. September 774: Weihe der Nazariusbasilika in Lorsch durch den Mainzer Bischof Lul. Karl d. Große wohnte bei, machte Stopp auf seinem Weg von Rom nach Fritzlar.
Die geistliche Elite der Zeit assistierte: Weomad von Trier, Megingoz von Würzburg (nicht der aktuelle Bischof Berowelf von Würzburg) und der Chef der Hofgeistlichkeit, Bischof Angilramn von Metz. Auch Waltrich, Bischof von Passau, war anwesend.

Quelle: Karol. Regesten 774 sept. 1 – n. 167c.

Das Kloster Lorsch wurde 764 vom Robertiner Cancor (ein Verwandter von Erzbischof Chrodegang von Metz und Graf in Alemannien bis 758 und bis zu seinem Tod 771 Graf im Rheingau) und seiner Mutter Williswinth gegründet und Chrodegang zum persönlichen Besitz übereignet. Erster Abt war Chrodegangs Bruder Gundeland, die ersten Mönche kamen aus dem Kloster Gorze.

 

Um 780: Zusammen mit Lullus von Mainz und Basinus von Speyer konsekriert (weiht) Megingaud im Auftrag von Karl den Großen die Kirche zu St. Goar (Goar liegt direkt am Rhein, zwischen Mainz und Koblenz).

Quelle: L. Wamser, 1250 Jahre Bistum Würzburg, Seite 165

 

August 781: Urkunde Karl d. Großen an Kloster Neustadt, Abt Megingaud, mit dem Inhalt: Besitzbestätigung der Klostermark.

Quelle: Dr. Heinrich Wagner

 

22. August 781: Weihe des neuen Klosters und der karolingischen Abteikirche an der „neuen Stätte“ (Nivenstat, Nuovenstatt). Neben Karl dem Großen sollen auch die Bischöfe Willibald von Eichstätt und Lullus von Mainz teilgenommen haben, was auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Bistum Mainz bestätigt.

Neustadt erhielt laut der Stiftungsurkunde Reliquien der hl. Maria und des hl. Martin.
Das neue Kloster hatte laut Prof. Wamser schon die gleichen Abmessungen wie die heutige Klosteranlage.

Die Vierungskirche war lt. Prof Wamser die Nebenkirche, an der Stelle der heutigen Pfarr-Kirche befand sich schon damals die Hauptkirche.

Eine Grabung vom BlvD zwischen Chor und Langhaus in der Pfarrkirche Neustadt durch H. Brackmann, im März 1978, bestätigte diese Aussage.

 

 

Nach seinem Tode am 25. September 783 (nicht 794 oder 796) wurde Megingaud sicher zuerst in Neustadt beerdigt.

Später, wahrscheinlich nach dem Tod des 3ten Würzburger Bischof Berowelf, wurde sein Sarg nach Würzburg gebracht. Eventuell geschah dies erst nach dem Brand des Salvatordomes am 5. Juni 855 unter Bischof Gozbald.

Der Sarkophag, der im 14. Jahrhundert in der Neumünsterkirche (gebaut im 11. Jahrhundert) unter der Stiege der Orgel stand, wurde 1711 in die Kiliansgruft überführt und steht heute in der Westkrypta der Neumünsterkirche.
Man kann heute sicher davon ausgehen, dass sein Sarg in Neustadt hergestellt wurde.

Siehe hierzu ein Bericht von Franz Xaver Herrmann aus dem Jahre 1986.

Die Versinschrift für Bischof Megingoz im Neumünster zu Würzburg.

Quelle: Erschienen in den Würzburger Diözesan Geschichts-Blättern Band 48, Seite 133 bis 162.

 

 

Die Versinschrift auf der Sargplatte von Bischof Megingaud ist die älteste erhaltene Monumentalinschrift Frankens nach der Römerzeit.

Das Grab wurde 1711 in der Neumünsterkirche wieder entdeckt und befindet sich heute, ohne jeglichen Hinweis, in der Kilianskrypta der Neumünsterkirche.

 

Der Text auf der Grabplatte:

 

PRAESVLIS HIC TEGITVR FAMOSI CESPITE CORPVS

TERRAM TERRA TENET SPIRITVS ASTRA PETIT

MAGINGODVS IN HAC ANTESTIS SORTE SECVNDUS

EXSTITIT ATQVE PIO PROMPTVS IN OFFICIO

SANCTUS ET HVNC QVONDAM BONIFATIVS ARCIS HONOREM

PERDVXIT SACRO CONSTITVITQVE GRADV

VIXIT IN HOC MUNDO CASTVS SINE CRIMINE VATES

GAVDENS CVM CHRISTO PRAEMIA CARPIT OVANS

OBIIT EPISCOPVS MAGINGODVS . VI KALENDAS OCTOBRIS ..

 

Anschließend die Übersetzung der Grabsteininschrift von Franz Xaver Herrmann (1986).

Meine Kommentare jeweils in blauer Schrift.

 

Hier bedeckt der Rasen den Leib des berühmten Prälaten           Prälat = Vorsteher

Staub kehrt wieder zum Staub, Sternengefild sucht der Geist.

Megingaud war in diesem Lose des Leiters der zweite,                2. Abt in Neustadt, Sarg von Neustadt

und in dem frommen Amt wirkte er willig und gern.

Führte ihn doch zu der Ehre der Burg Bonifatius selber,               Bonifatius weiht Megingaud

setzte ihn damals ein in den geheiligten Stand.

In dieser Welt hat er rein als Prophet gelebt, ohne Fehler;           Anspielung auf Berowelf

Da er mit Christus (sich freut), erntet er jubelnd den Lohn.

Bischof Megingaud ist gestorben am 6. Tag vor den Kalenden des Oktober

 

Laut Otmar Bils aus Hafenlohr am Main handelt sich um 4 Verse, bzw. 4 so genannte elegische Distichen,

bestehend aus je einem Hexameter und einem Pentameter; die 9. Zeile ist Prosa.
Prälat heisst auf latein --> praelatus: der Vorgezogene, der Vorsteher, der Bevorzugte.

 

Die 3te Zeile der Grabsteininschrift beweist auch, dass Megingaud schon vor 769 in Rorinlacha/Neustadt war.

 


Lobspruch Mainguts
Quelle: Aus >Bischöfe von Würzburg<. Verfasst von Magister Lorenz Fries, Geheimschreiber von 3 Würzburger Fürstbischöfen. Aus urkundlichen Quellen um das Jahr 1546 niedergeschrieben.

 

Bischof Mainguet

Der edel Fruet (Fürst)

Hat gar kein Muet

Auf zeitlich Ehr',

Dann er betracht,

Die weltlich Pracht

Ihn ganz mit Macht

Von Gottes Lehr'

Möcht' ziehen ab,

Darum er gab

Sein Stand und Hab

In andere Händ'

Und sucht gar schnell

Sein' alte Zell'                           Die alte Zell ist Neustadt !

Darin er grell

Beschloß sein End.

 

 

Nach dem Tod von Megingaud im Jahre 783 (erwähnt im Nekrolog von Fulda) wurde ein Angehöriger der Bischofssippe der Waltriche Abt von Neustadt, den man nach Untersuchungen der libri vitae der Königssippe zurechnen muss (K. Schmidt / J. Wollasch: Gemeinschaft S. 365 ff.).

Laut Fries war der Neustädter Abt Waltrich mit Megingaud verwandt.

Walderich/Waltrich war laut Catalogus Abbatum Abt im Kloster Neustadt von 783/84 bis 796.

Danach war er Abt im Kloster Murrhardt.

 

 

 

Hier die Topics und die zugehörigen Quellen, welche die Fakten zu Megingaud (und Burkard) untermauern.

 

 

1. Berowelf, der Nachfolger von Bischof Megingaud, nahm Mitte April 769, am 12. bis 14. April, an der Lateransynode teil.

Quelle: Aus der MG Concilia 2/1, 74ff. n. 14.

à Megingaud dankt um / zwischen Dez. 768 und Feb. 769 als Bischof von Würzburg ab.

 

2. Megingoz hatte den Würzburger Bischofsstuhl 15 Jahre lang inne (rexit quindecim annos).

Quelle: Aus der jüngeren Burkardsvita von Abt Ekkehard von Aura.

à Megingaud wird um Jan. 754 zum Bischof von Würzburg geweiht.

 

3. Der Todestag von Burkard ist der 2. Februar.

Quelle: Aus dem „Chronicum Wirziburgense“.

Quelle: Aus der jüngeren Burkardsvita.

Quelle: Aus der Chronik von Lorenz Fries, dass Burkard „am tag Marie lichtmeß starb“.

à Siehe nächster Punkt.

 

4. Das Megingaud „bey leben sant Burgharten ongeheuerlich ain jore (…) regiert hat“.

Quelle: Aus der Chronik von Lorenz Fries.

à Burkard ist am 2. Feb. 755 in Homburg am Main gestorben.

 

5. In einer Urkunde von Juni 753 für das Kloster Fulda ist der Megingoz als Zeuge erwähnt. Die Urkunde ist unterzeichnet von Pippin, Erzbischof Bonifaz, den Bischöfen Burghard (Wirzburg), Willibald (Eichstädt), Lul (episc.), Eoban (Utrecht), Ciliman, den priestern Folcrem, Megingoz, den grafen (praefecti) Throand, Liutfrid, Hrunzolf, Hroggo u. a.

Quelle: Karol. Regesten 753 iuni 00 - n. 72.

à Megingaud ist im Jun. 753 noch Priester.

 

6. Megingoz/Megingaud wird von Bonifatius zum Bischof von Würzburg geweiht.

Quelle: Aus den „Miracula sancti Goaris“ des Wandalbert von Prüm.

Quelle: Auf der Aufschrift des Megingaud-Sarkophages aus Sandstein, hergestellt in Neustadt am Main. Heute in der Kilians-Krypta des Würzburger Neumünsters.

Quelle: Vita Burkardi II, Buch 2, Kapitel 10.

à Bischofsweihe Megingauds durch Bonifatius um Januar 754.

 

7. Burkards Bischofsweihe und die Würzburger Bischofsgründung fand im Jahre 741 statt.

Quelle: Aus der Annalista Saxo.

à Burkard bis 741 Abt im Kloster Neustadt.

 

8. 1981/82 wurde eine Saalkirche, eine Vorgängerkirche der Vierung, am Platz der Vierung (unter dem nördlichen Seitenschiff, heute Pfarrheim), vom Amt für Denkmalpflege ergraben.

Quelle: Prof. Ludwig Wamser

à Um/nach 741 erstes Kloster mit Saalkirche im Tal von Rorinlacha/Neustadt.

 

9. Zwei (drei) Briefe zwischen Lul und Megingaud.

Quelle: Jaffe, Mon. Mogunt. Ep. Bon. Nr. 128, 132, 135. Michael Tangl Nr. 134 und 136.

à Gutes Verhältnis zwischen Megingaud und Lul.

 

10. In der Fries-Chronik finden wir 3 Hinweise, dass Megingaud schon vor 769 in Rorinlacha/Neustadt war.

Quelle: Lorenz Fries (*1489/91 und +1550) war Geheim-Sekretär, Kanzleivorstand, Archivar, Rat und Reichstagsgesandter unter den drei Würzburger Fürstbischöfen Konrad von Thüngen (1519-1540), Konrad von Bibra (1540-1544) und Melchior Zobel von Giebelstadt (1544-1558). Er gilt als der bedeutendste fränkische Geschichtsschreiber des 16. Jahrhunderts und hatte noch Zugriff auf viele Quellen die heute nicht mehr existieren.

 

10.1. Eine Kapitelüberschrift sagt:

„Wie Bischoffe Maingut das Bistumb Wirzburg übergabe und wider in das Kloster Neuenstat zoge

à Megingaud war schon vor 769 Abt im Kloster Rorinlacha / Neustadt.

 

10.2. In dem Lobspruch über Maingut:

„…

Darum er gab

Sein Stand und Hab

In andere Händ’

Und sucht gar schnell

Sein’ alte Zell’

…“

à Megingaud war schon vor 769 Abt im Kloster Rorinlacha / Neustadt.

 

10.3. In der Einleitung:

„Maingut oder Megingaud war ein geborener Graf von Rotenburg an der Tauber, von Jugend auf in dem hessischen Kloster Frideslar erzogen. Seiner Gelehrsamkeit wegen wurde er von St. Burkhard als Abt nach Neuenstat berufen, wo ihn Kaiser KarI (später) als solchen bestätigte.“

à Megingaud war schon vor 769 Abt im Kloster Rorinlacha / Neustadt.

 

11. In der Vita Burkardi II finden wir einen Hinweis, dass Megingaud schon vor 769 in Rorinlacha/Neustadt war.

Laut der Vita Burkardi II. erhielt Megingaud diesen Besitz (das Gebiet um Rorinlacha, bzw. das gesamte Klostergebiet) einst von einem gewissen Hatto. Vita Burkardi II: “… Ort, der ihm einst von einem gewissen Hatto überlassen wurde“. Unter einst kann man wohl um 741 annehmen.

à Megingaud war schon vor 769 Abt im Kloster Rorinlacha / Neustadt.

 

12. Megingaud war der 2te Abt in Rorinlacha / Neustadt am Main

à Siehe die Fakten bei Burkard

 

13. In der „Vita S. Wigberti“ des Lupus Servatus (gestorben nach 861), heißt es, dass Wigberts Freund, der Diakon Megingoz, nachmals die bischöfliche Würde erlangt habe. Megingaud wurde 754 Nachfolger Burkards als Bischof von Würzburg.

 

 

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