Neustadt am Main - Gestern und Heute
 
    
Bild Sr. Angelica Kliem OP
"Oakford Priory in Kwa-Zulu-Natal": Der Ursprung, das Mutterhaus der Neustädter Dominikanerinnen mit dem charakteristischen Turm der Schwesternkirche.
Bild Sr. Angelica Kliem OP
"Alle müssen rauf': Immer eng zusammen und auf Tuchfühlung - afrikanische Kinder spüren gern die Nähe des Mitmenschen. Unter der Anleitung von Sr. Katharina Madlala marschieren alle gemeinsam ins Häuschen hinauf.
  "St. Roses's Creche“ in Oakford  

Erstellt am 16.03.2008

 

 

Von Sr. Angelica Kliem OP

Erschienen in Missionsdominikanerinnen Neustadt, Schlehdorf, Strahlfeld

Als Beilage im Missionsmagazin kontinente 2-2008

 

 

Eine neue Heimat für die Kleinsten im Kindergarten bietet das Mutterhaus der Dominikanerinnen von Neustadt am Main, das sich in Kwa Zula Natal befindet. Der mächtige Turm von „Oakford Priory" ist in der ländlichen Umgebung weithin sichtbar.

 

Zuckerrohrfarm wird eine Schule

Auf der 125 Jahre alten Missionsstation, einer ehemaligen Zuckerrohrfarm, befinden sich unter anderem eine Klinik und zwei große Schulen. Etwa 1200 Kinder besuchen die Grund- und Hauptschule, über 500 das Gymnasium und ungefähr 200 Kinder kommen in den Kindergarten, die "St. Rose's Creche". Sowohl in der Schule wie im Kindergarten kümmern sich Schwestern besonders um Waisenkinder, die ihre Eltern durch AIDS verloren haben. Sie helfen mit Nahrung und Kleidung und besorgen den Kindern Papiere, die nötig sind, um eine kleine staatliche Waisenrente zu bekommen. Schwester Katharina Madlala, eine Zulu, ist derzeit Leiterin der St. Rose's Creche.

 

Kinder sorgen für Kinder

Seit Jahren betreuen die Schwestern hier Kinder im Alter zwischen zwei und vier Jahren, um die sich daheim niemand kümmern kann und die noch nicht in die Vorschule aufgenommen werden. Die meisten von ihnen sind AIDS-Waisen, die von ihren größeren Geschwistern versorgt werden, manchmal mit Hilfe alter Großeltern. Sie werden morgens zumeist von Schulkindern mitgebracht, den Geschwistern oder Nachbarkindern, die oft nur wenig älter sind als sie selbst.

Im Oakford-Kindergarten bekommen die Kinder zwei Mahlzeiten am Tag. Sie werden von Frauen betreut, die mit ihnen spielen, basteln, spazieren gehen, singen und tanzen und ihnen manches beibringen, was sie daheim nicht lernen, weil sie keine Eltern haben. Die älteren Kinder werden auf die Vorschule vorbereitet, in die schon Fünfjährige aufgenommen werden. Freiwillige Helferinnen stehen Sr. Katharina zur Seite, manche von ihnen haben selbst Angehörige durch AIDS verloren.

 

Mütter sterben nach der Geburt

Südafrika hat die größte Anzahl HIV-infizierter und AIDS-kranker Menschen auf dem afrikanischen Kontinent, nach Indien die zweitgrößte in der der Welt. Innerhalb Südafrikas wiederum ist die Region Kwa Zulu Natal zum Zentrum dieser Pandemie geworden. Frauen werden meist in jüngeren Jahren infiziert als Männer, und spätestens während der Schwangerschaft wird dann die Erkrankung festgestellt. So kommt es, dass viele Kinder ihre Mutter schon bald nach der Geburt verlieren. Oft arbeitet der Vater in der Stadt und kommt nur selten heim, oder er ist selbst krank oder schon verstorben, oder er hat nie bei der Mutter gelebt. In Afrika gibt es kaum Waisenhäuser. Die Kinder bleiben im Familienverband, werden von Mitgliedern der Großfamilie so gut wie möglich mitversorgt, und der Staat zahlt eine kleine Waisenrente.

 

Rente unzureichend

Es gibt Familien, die gleich mehrere Waisenkinder zusammen mit ihren eigenen aufziehen, meist in sehr bescheidenen Verhältnissen. Aber das ist nicht immer der Fall. So kommt es, dass viele dieser AIDS-Waisen entweder von einer alten Großmutter versorgt werden, die selbst nur eine kleine Rente hat und oft auch nicht mehr gesund ist, oder es sind nur die älteren Geschwister da, die den Haushalt versorgen mit so gut wie keinem Einkommen.

Hier sehen die Dominikanerinnen eine wichtige missionarische Aufgabe. Ob Lehrerin oder Erzieherin, ob Pastoral- oder Sozialarbeiterin, hier in Oakford wie an anderen Orten in Südafrika gibt es viel zu tun, wenn man die Augen offen hat. Der Staat hat die Situation noch längst nicht im Griff.

 

An vorderster Front

Es sind kirchliche Organisationen wie die Oakford-Dominikanerinnen, die in diesem Land an vorderster Front stehen bei der Bekämpfung der traurigen Folgen der AIDS-Pandemie.

Die Schwestern in Oakford vergessen dabei nicht, dass die Unterstützung von AIDS-Waisen nur dank der Hilfe treu er Spenderinnen und Spender in Deutschland möglich ist.

 

 

 

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