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Gertrud Wallfahrt von Würzburg Pleich nach Neustadt am Main
Eine Einladung von 1705 zur Gertrud-Wallfahrt von Würzburg Pleich nach Neustadt am Main
   

Der Steckenverlauf der Gertrud-Wallfahrt nach Neustadt am Main
So verlief die Gertrud-Wallfahrt von Würzburg Pleich nach Neustadt am Main und zurück
   

Das Deckengemälde in der Pleicher Kirche wurde 1945 beim Bombenangriff zerstört
Sankt Gertrud auf dem Deckengemälde in der Pleicher Kirche
  Gertrud Wallfahrt von Würzburg Pleich nach Neustadt am Main 

Erstellt am 3.06.2012


Die
Gertrud Wallfahrt von Würzburg Pleich nach Neustadt am Main


Über die Wallfahrt zu den „Spuren“ der heiligen Gertrud besitzen wir mehrere Zeugnisse, unter anderem, zwei gedruckte Wallfahrtsbüchlein der Pleicher Pfarrei St. Gertraud in Würzburg. Die Gertrud-Wallfahrt von Würzburg-Pleich nach Neustadt am Main auf den Michaelsberg erfolgte jedes Jahr zu Pfingsten von der Pleich bis Karlburg mit dem Schiff. Zu Fuß von Karlburg, über die Karlsburg, Steinfeld, Waldzell, die Gertraudenkapelle und Erlach bis auf den Michaelsberg in Neustadt am Main. Und zu Fuß auch zurück, jedoch über Erlach, Ansbach, Urspringen, Duttenbrunn und Zellingen, von dort dann wieder mit dem Schiff in die Pleich.

Siehe links die Abbildungen, Einladung zur Wallfahrt von 1705 und Streckenverlauf der Gertrud-Wallfahrt.

 

Auf dem 1707 geschaffenen, 1945 während eines Bombenangriffs zerstörten Deckengemälde der Pleicher Kirche war die Heilige Gertrud vor der Spessartlandschaft mit dem Kloster Neustadt, rechts unten im Tal, und der Michaelskirche, links oben auf dem Berg, dargestellt.

Siehe links die Abbildung des Deckengemäldes der Pleicher Kirche.

 

Rechts sehen sie St. Gertrud mit einer Kirche, ein Geschenk der Pleicher Wallfahrer an das Kloster Neustadt.

 

Als Beispiel dafür, wie sehr diese Kultstätte im allgemeinen Bewusstsein lebendig war, sei nur angeführt, dass Fürstbischof Friedrich von Wirsberg 1564 den auf einer „Forschungsreise“ befindlichen, später von Kaiser Maximilan I. zum Poeta laureatus ernannten Heinrich Pantaleon dorthin schickte. In seinem dreibändigen Hauptwerk, in dem er die Geschichte Deutschlands von der Urzeit an in Biographien vorführen wollte, erwähnt er in der Biographie des Neustädter Abts Kilian Knecht (Abt von 1561 bis 1576) die Klosterüberlieferungen von der heiligen Gertrud.

 

Der Neustädter Prior Georg Warmuth schrieb später, etwa um 1630, einen Brief an den Propst Johannes Molitor von Triefenstein: „Der Gertrudentag sei schon vor 300 Jahren (also um 1330) mit eigenen Lektionen im Kloster gefeiert worden“.

Pfarramt Neustadt, „“Rverendo et Religioso F. Georgio Warmuth, monasterij Neustadensis Priori, Patri et Amico suo plurimum colendo“.

 

Die einstige Gegenwart der Heiligen bezeugen hinterlassene Spuren die in ein Legendengewebe eingefügt sind. Die Heilige soll öfters von Karlburg nach Neustadt auf den Michaelsberg gewandert sein. Sie erweckte unterwegs bei Waldzell eine (heilkräftige) Quelle an der Stelle, wo sich seit 1741/42 eine Kapelle erhebt. Der Weg, den die Füße der Heiligen berührten (der Gertraudenpfad), soll sich vom übrigen Teil des Feldes unterscheiden, grün sein, wenn jenes verdorrt und umgekehrt. Trockenes Fußes habe die Heilige den Main überquert, und die Fußtritte davon will man noch im 19. Jahrhundert in den von der Strömung gekräuselten Wellen gesehen haben.

Zum Zeugnis ihres anhaltenden Gebets, haben sich im Boden vor dem Chor der Michaelskirche ihre „Leibszeichen“ wunderbarerweise eingedrückt und gegen alle Ungunst des Wetters oder Bosheit des Menschen erhalten. Man erzählte, sie blieben immer von Gras frei und seien einem jeden in der Größe angemessen, der sich in ihnen betend niederlasse. Ihre Verehrung, auch die Entnahme von Erde ist belegt.

 

Die letzte reguläre Wallfahrt nach Neustadt fand 1749 statt.

Ab 1750 wurde die Neustädter Gertrud-Wallfahrt der Pleicher auf das 1748 von Balthasar Neumann erbaute Käppele in Würzburg umgeleitet.

Siehe rechts die Abbildung der Einladung auf das Käpelle von 1750.

 

Am 29. Mai 1950 fand nochmals am Pfingstmontag eine St. Gertraud Schiffswallfahrt von der Pfarrgemeinde Würzburg Pleich nach Neustadt am Main statt. Neustädter Pfarrer war zu dieser Zeit Anton Vorndran. Pfarrer in der Pleich war von 1947 bis Dezember 1959 der spätere Weihbischof Alfons Kempf.

 

 

Informationen zur Würzburger Pleich:

Die Pleich ist ein Teil der Würzburger Altstadt. Sie gliedert sich in die innere (Juliuspromenade bis Ringpark; Koellikerstraße bis Congresszentrum) und in die äußere Pleich (nach Ringpark und Congresszentrum).

 

 

 

 

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Ab 1750 keine Gertrud-Wallfahrt mehr nach Neustadt am Main
Ab 1750 wurde die Gertrud-Wallfahrt nach Neustadt am Main auf das Käppele umgeleitet
   

St. Gertrud
Ein Geschenk von den Pleicher Wallfahrer an Neustadt
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